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26. September 2017

Elchtest fürs österreichische Bildungssystem

26.09.17, 15:42 |Categories: Bildung|Tags: , , |

Pressekonferenz mit Karl Heinz Gruber

Mit Ex- Bildungsministerin Gehrer hat es begonnen, Kern, Hammerschmid, Kurz, Mahrer und andere haben es in die Gegenwart getragen. Sie alle haben eines gemeinsam, sie wollen für den österreichischen Nachwuchs „die beste Bildung“. Die „beste“, sagen sie zumindest. Kaum ein Begriffspaar wurde im Zusammenhang mit der Bildung mehr missbraucht, als „beste Bildung“. Wir Grüne haben uns diesen Superlativ abgewöhnt, weil es völliger Humbug ist, die beste Bildung zu versprechen, wenn wir vorher zu einer besseren Bildung, die uns einmal vom internationalen Mittelfeld nach vorne führen würde, kommen müssen.

Noch etwas versprechen diverse Parteien bei jeder sich bietenden Gelegenheit: Sie wollen weg von ideologischen Diskussionen in der Bildungspolitik und „faktenbasiert“ steuern. Wir sagen: Schluss mit dem bildungspolitischen Märchen einer ideologiefreien politischen Diskussion, zumal unter diesem Deckmantel erst recht ideologisch motiviert gehandelt wird.

Machen wir es wirklich faktenbasiert

An sich haben wir schon viele Studien, den Nationalen Bildungsbericht, die standardisierten Messungen wie PISA, PIRLS, TIMSS, BIST und die jährlich erscheinende OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“. Die ernüchternden PISA-Ergebnisse aus dem Jahr 2004 irritierten die damalige Bildungsministerin Gehrer so sehr, dass sie sogar eine Überprüfung der Richtigkeit der statistischen Daten veranlasste. Es wurde aber nichts besser, denn falsch waren nur die vorher publizierten Daten, die Österreich zu Unrecht einen besseren Rang im internationalen Bildungsranking bescherten.

Seither tümpeln wir in diversen Rankings herum, da ein bisschen besser, dort wieder schlechter. Die großen Maßnahmen, die das Grundproblem des österreichischen Systems beseitigen könnten, nämlich dass Bildung in überproportionalem Ausmaß vererbt wird, wurden nicht angegangen. Dahingehende zaghafte Versuche seitens der SPÖ prallten an der strukturkonservativen ÖVP fulminant ab.

„Bildungspolitische Watschn für die Regierung“

In der letzten Woche legte der renommierte Bildungsforscher Karl Heinz Gruber den beiden Regierungsparteien prompt die verdiente verbale Watschn auf. Er hält trocken fest: „Dass das ‚Erfolgsmodell Gymnasium‘ als ‚unerwünschte Nebenwirkung‘ eine alarmierende Zahl von Schulabgängern mit unzureichenden Lese- und Rechenfertigkeiten produziert, ist weithin bekannt und wird alle drei Jahre durch OECD-Pisa-Resultate bestätigt. Dass das Schulsystem trotz Fokussierung auf Selektion am oberen (‚gymnasialen‘) Ende der schulischen Leistungsskala international relativ wenige Spitzenleistungen hervorbringt, ist weniger bekannt, aber nicht weniger beunruhigend.“

„OECD als Nachhilfeinstitut für UnterrichtsministerInnen“ (Karl Heinz Gruber)

Gruber verweist in seinem Kommentar auf die Länderprüfungen der OECD, die von den Mitgliedsstaaten angefordert werden können. Schweden hatte sich dieser nach den neoliberalen Bildungsmaßnahmen und dem darauf folgenden verheerenden Absturz in diversen Rankings gestellt. Schweden zieht nun die Konsequenzen und repariert wieder, was vorher kaputt gemacht wurde.

Was liegt also näher, wenn auch Österreich das internationale Nachhilfeinstitut für UnterrichstministerInnen, die OECD, bemüht und eine Prüfung anfordert, die weg vom nationalen, kleingeistigen Politikgeplänkel hin zu einer tatsächlich faktenbasierte Analyse unseres Schulsystems führen könnte, aus der die entsprechenden verpflichtenden Maßnahmen abzuleiten wären?

Länderprüfung 2009: Viele Empfehlungen, fast nicht umgesetzt

Österreich hatte bereits 2009 eine OECD-Länderprüfung zum Teilbereich „Migration und Bildung“ durchführen lassen: Auf 85 Seiten listeten die internationalen Fachleute die Leer- und Schwachstellen in Österreichs Bildungseinrichtungen auf. Acht Jahre später müssen wir in einer Bilanz feststellen, dass die meisten Empfehlungen im hintersten Winkel eines Aktenschranks gelandet sind. Jetzt hören wir aus allen Richtungen das Geschrei, dass die Integration – insbesondere der Spracherwerb – in den Kindergärten bzw. Schulen nicht klappen würde. Wer bezahlt aber für die Versäumnisse die Rechnung? Ganz sicher viele, nur nicht jene aus SPÖ/ÖVP, die in der Vergangenheit für das kolossale Versagen zuständig waren.

Grüner Antrag im Nationalrat

Ich werde in der nächsten Nationalratssitzung einen Antrag einbringen: „Die Bundesregierung wird aufgefordert, ehestmöglich bei der OECD eine Länderprüfung des österreichischen Bildungswesens zu beantragen mit dem Ziel, faktenbasierte Empfehlungen für die Verbesserung der Chancengerechtigkeit und Hebung des allgemeinen Bildungsniveaus in Österreich zu erhalten und diese in der Folge politisch umzusetzen. Besonderer Fokus ist dabei auf die Sekundarstufe 1 und die Polytechnischen Schule zu legen sowie auf die Schnittstellen davor und danach.

Schauen wir, ob sich die anderen Parteien auf diesen bildungspolitischen Elchtest einlassen. Wenn nicht, sollten sie gleich alle wortreichen Ankündigungen von der „besten Bildung“ öffentlich entsorgen. Das wäre wenigstens ehrlich.

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
16. September 2017

Grünes Wahlprogramm 2017: Bildungssystem modernisieren – Österreich gerechter machen

16.09.17, 7:22 |Categories: Bildung, Wahlkampf|Tags: , , , |

Herausforderung

Österreich ist ein wohlhabendes Land, das über beste Voraussetzungen verfügt, die großen Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich zu meistern. Aber die wachsende Kluft zwischen Privilegierten und Benachteiligten wird zunehmend zur Barriere.

Chancen auf erfolgreiche Bildung sind in Österreich nicht gleich verteilt. Die Menschen haben unterschiedlichste Ausgangsbedingungen, abhängig unter anderem von der Region, in der sie leben, dem familiären Umfeld, in dem sie aufwachsen, und auch abhängig von individuellen Faktoren, wie zum Beispiel einer Behinderung.

Bildung und Forschung haben höchsten Stellenwert in unserer Gesellschaft – nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern als gesellschaftlicher Wert. Bildung eröffnet jedem Menschen Zukunftschancen, schafft Perspektiven, stärkt durch soziale Kompetenzen den Zusammenhalt in der Gesellschaft und die Inklusion. Kinder und Jugendliche sind dabei von Anfang an individuell zu fördern und zu stärken, um den Herausforderungen des Lebens gewachsen zu sein. Die Freude am Lernen und die Neugier stehen dabei immer im Vordergrund. aber auch Erwachsene brauchen Bildungsangebote, die im Sinne des lebensbegleitenden Lernens ständige Weiterentwicklung ermöglichen.

Ohne Zweifel hat sich im elementaren Bildungsbereich in den letzten zehn Jahren einiges zum Positiven verändert. Der Ausbau schreitet voran und immerhin 25,5% der Kinder unter 3 Jahren sowie 93% der Drei- bis Fünfjährigen haben einen Krippen- oder Kindergartenplatz. Gemessen am gegebenen Bedarf gibt es aber nach wie vor viel zu wenige Krippen- und Kindergartenplätze. Die Verantwortung für das Angebot sowie die konkrete Ausgestaltung an elementaren Bildungseinrichtungen liegt bei Ländern und Gemeinden. Die Folge der föderalen Struktur sind neun unterschiedliche gesetzliche Lagen.

In den ersten Lebensjahren sind Kinder besonders neugierig, aufnahmefähig und wissbegierig. Spielend eignen sie sich all jene Kompetenzen an, die sie benötigen: soziale, sprachliche, motorische, kreative und kognitive. Um Kinder in ihren ersten Lebensjahren bestmöglich zu begleiten, braucht es gut ausgebildete ElementarpädagogInnen – und für diese wiederum motivierende Rahmenbedingungen, die durch einen kleineren Betreuungsschlüssel und durch eine adäquate Bezahlung deutlich zu verbessern sind.

Gute Kenntnisse der Unterrichtssprache Deutsch sind eine wesentliche Voraussetzung für schulischen Erfolg. Zehntausende Kinder und Jugendliche haben allerdings Defizite und damit Nachteile im Bildungssystem. Die angebotenen Fördermaßnahmen in den Kindergärten und Schulen erfolgen oft konzeptlos und durch nicht genügend ausgebildetes Personal. Zudem können SchülerInnen maximal zwei Jahre Deutschförderunterricht erhalten, was zu wenig ist. Sprachförderung muss während der gesamten Schulzeit angeboten werden.

Rund 40% der Jugendlichen eines Altersjahrgangs entscheiden sich für eine Lehre im Rahmen der dualen Ausbildung. Das heißt, die Lehrausbildung findet sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule statt. Höchste Qualitätsstandards, moderne Lehrpläne und Offenheit für neue Berufsbilder sind wesentlich für eine zukunftsfähige Lehrausbildung. Lehrlinge und Betriebe sind oft auf sich allein gestellt. Kompetenzen wie Persönlichkeitsbildung und Entwicklungspotenziale bleiben auf der Strecke.

In der von Österreich ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention ist das Recht auf inklusive Bildung festgeschrieben. Dennoch haben Menschen mit Behinderungen nicht die gleichen Chancen auf Zugang zu Bildung, da ihre volle Bildungsteilhabe vom Kindergarten bis zu den Universitäten durch Barrieren, Ausnahmeregelungen und gesondert geführte Einrichtungen verhindert wird.

Ein Drittel der Unter-35-Jährigen kann bei einer Umfrage nicht sagen, ob der Nationalsozialismus Gutes oder Schlechtes gebracht hat. Der Wert steigt, je jünger die Bevölkerungsgruppe ist. Besonders kritisch ist die Situation bei Lehrlingen bzw. Personen mit Lehrabschluss. Eine Ursache dafür ist, dass Politische Bildung in den Berufsschulen kaum als demokratiefördernder Unterricht betrieben wird, sondern vielmehr Institutionenkunde im Sinne der alten Staatsbürgerkunde darstellt.

Was haben wir bereits erreicht?

Die von den Grünen verhandelte Bildungsreform gibt den Schulen neue Freiheiten und ermöglicht den Einstieg in die Gemeinsame Schule. In Zukunft können Schulen autonom über den Unterrichtsbeginn, den Tagesablauf und die Dauer von Unterrichtseinheiten entscheiden. Damit kann der Schulalltag den Bedürfnissen der Schülerinnen besser angepasst werden. Erste Ansätze eines Chancenindex wurden erreicht, der Schulen in besonders herausfordernden Umfeldern hilft, benachteiligte SchülerInnen zu unterstützen.

Zukunftsprojekte

Unser Ziel ist ein Bildungssystem, das unterschiedliche Ausgangsbedingungen der Kinder und Jugendlichen auf Grund der regionalen Herkunft, des familiären Hintergrundes, einer Behinderung oder von Defiziten in der Unterrichtssprache möglichst ausgleicht.

  • Alle Kinder sollen österreichweit hervorragende Bedingungen im Kindergarten vorfinden, ob in Vorarlberg, Kärnten oder in Wien. Bundesweit sollen dafür einheitliche Mindeststandards festgelegt werden. Öffnungszeiten, Kosten, Raumgröße, Gruppengröße und Anzahl der PädagogInnen dürfen nicht länger von der Postleitzahl abhängen.
  • Rechtsanspruch auf einen kostenlosen Kindergartenplatz ab dem 1. Geburtstag und zweites kostenloses verpflichtendes Kindergartenjahr: Alle Kinder sollen nicht nur ein, sondern mindestens zwei Jahre Zeit haben, um für den weiteren Bildungsweg optimal vorbereitet zu sein.
  • Recht für alle Kinder auf einen ganztägigen Schulplatz und Ausbau der verschränkten Ganztagsschulen: Das Angebot soll für die Eltern in einer Kernzeit von 9 bis 15 Uhr kostenlos sein. PflichtschülerInnen sollen einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung haben.
  • Flexible Schuleingangsphase: Ein fließender Übergang vom Kindergarten in die Volksschule kann den unterschiedlichen Voraussetzungen und Lerngeschwindigkeiten von Kindern Rechnung tragen.
  • Der Ausbau ganztägiger Schulformen führt dazu, dass der Tagesablauf schülerInnengerechter gestaltet werden kann und die Hausübungen in der Schule erledigt werden können.
  • Neue Ferienregelungen helfen auch Eltern, die Betreuung schulpflichtiger Kinder leichter zu organisieren.
  • Einführung der Gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen, um die frühkindliche soziale Selektion zu beenden.
  • Sprachförderung findet inklusiv, also innerhalb des Klassenverbandes statt. Separate Sprachstartklassen sind ausschließlich für schulische Quereinsteigerinnen sinnvoll.
  • Sprachenvielfalt als Chance: Mehrsprachigkeit als gelebte Normalität von zehntausenden SchülerInnen in Österreich nutzen und als Chance fördern.
  • Ein inklusives Bildungssystem ermöglicht, damit Kinder und Jugendliche mit Behinderungen an der Bildungsinstitution und dem Sozialraum „Schule“ teilhaben können. Dazu gehört die barrierefreie Ausstattung der Schulgebäude, die Bereitstellung nötiger Infrastruktur, gut ausgebildete SonderpädagogInnen und persönliche Assistenz im Schulalltag.
  • Gezielt investieren: Ausgewiesene zusätzliche Mittel statt Sondertöpfe, um einen echten Chancenindex zu finanzieren. Daraus sollen je nach Bedarf der einzelnen Schule zum Beispiel Sprachfördermaßnahmen, Mediation, kleine Klassen, Teamteaching und vieles anderes mehr bereitgestellt werden.
  • Bildungspflicht ausweiten und die Zukunft der dualen Ausbildung: Ausdehnung der Schulpflicht; Aufwertung der Lehrberufe und faire Bezahlung. Junge Menschen haben ein Recht auf gute Ausbildungs- und qualitätsvolle Arbeitsbedingungen.
  • Lehrlings-Coachings und modernisierte Berufsschule: Um Lehrlinge optimal auf die heutigen Herausforderungen vorzubereiten, ergänzen Lehrlings-Coachings in einer modernisierten Berufsschule die duale Ausbildung. Berufsschulen sollen für alle Lehrlinge in Österreich eine vergleichbare Qualität und vergleichbare Standards bieten. Lehrbücher gehören auch in der Berufsschule auf den neuesten Stand gebracht. Digitalisierung auf allen Ebenen ist heute noch kein fixer Bestandteil – das gehört geändert.
  • Reform der Mindestlehrlingsentschädigung: Entsprechend der Anhebung der Mindestlöhne ist auch die Mindestlehrlingsentschädigung anzupassen. Ziel ist es, branchenunabhängig einen Mindestbetrag von 700 Euro im 1. Lehrjahr zu gewährleisten. Dies würde einige jener Berufsbereiche aufwerten, in denen Frauen überproportional stark vertreten sind.
  • Ausweitung von Erasmus+: Um neue Erfahrungen, Selbstständigkeit und eine Verankerung der Europäischen Idee zu ermöglichen, soll eine Ausweitung von Erasmus+ mit besonderer Berücksichtigung von Lehrlingen erfolgen.
  • Verbindlicher gemeinsamer Ethik- und Religionen-Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler.
  • Lebensbegleitendes Lernen erhält einen neuen Stellenwert: Lernprozesse enden nicht mit Abschluss einer Ausbildung in den Jugendjahren, sondern begleiten Menschen ihr ganzes Leben. Neben der Beschäftigungsperspektive, etwa im Zuge beruflicher Neuorientierung, geht es dabei auch um persönliche Weiterentwicklung.
  • Aufwertung und gesetzliche Verankerung von Schülerinnenparlamenten: Die Anliegen von Jugendlichen sind stärker zu berücksichtigen, und die Entwicklung partizipativer Instrumente ist auszubauen.
  • Einführung eines Pflichtfaches „Politische Bildung“, das von kompetenten Lehrenden mit einem eigenen Lehramtsstudium unterrichtet wird. Erfahrungsorientiertes zeitgeschichtliches Wissen anhand der aktuellen Lebensrealität unserer Jugendlichen vermitteln.
  • Einführung von fächerübergreifender Medienbildung in der Schule, in der ein kompetenter und verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien vermittelt wird. Stärkere Berücksichtigung der fächerübergreifenden Vermittlung digitaler Kompetenzen in der PädagogInnenausbildung.
  • Open Source: Die öffentliche Verwaltung soll schrittweise auf die Nutzung von Open 
Source-Software und offene Dateiformate umgestellt werden. 
Das gilt auch für den Gebrauch von Software in den Bildungseinrichtungen.

Das gesamte Wahlprogramm – auch in barrierefreier Version – finden Sie hier: https://www.gruene.at/2017-nrw/wahlprogramm-2017

14. September 2017

Bildungspolitische Richtungsentscheidung am 15. Oktober

14.09.17, 15:31 |Categories: Bildung, Wahlkampf|Tags: , , , |

Am 15. Oktober kommt es in Österreich zu einer bildungspolitischen Richtungsentscheidung: Mit den Grünen vorwärts in ein gerechtes und leistungsfähiges neues Schulsystem oder mit ÖVP und FPÖ zurück in die Vergangenheit. Ach ja: Mit der SPÖ wird auch Stillstand angeboten.

Die FPÖ will gleich die alte Hauptschule wieder einführen. Im Programm heißt es wörtlich: „Beibehaltung und Verbesserung des bewährten differenzierten Schulsystems (Hauptschulen mit Leistungsgruppen, Gymnasien, berufsbildende mittlere und höhere Schulen etc.).“ Damit gestehen die Blauen – unfreiwillig – ihre bildungspolitische Ahnungslosigkeit ein, den Wandel der Hauptschulen zur Neuen Mittelschule haben sie offensichtlich nicht einmal mitbekommen, wenn sie diese „beibehalten“ wollen.

Und die ÖVP? Wie beim Wirtschaftsprogramm gibt es auch im Bereich der Bildung ein Paarlaufen mit der FPÖ: Diese fordert „ausreichende Kenntnis der Unterrichtssprache vor Schuleintritt“, die ÖVP präzisiert: „Erst wenn die Kinder ausreichende Sprachkenntnisse haben, sollen sie in den Regelschulbetrieb eingeschult werden.“ Und in der vierten Klasse der NMS will die ÖVP eine neue maturaähnliche Prüfung einführen, die sie perfiderweise als „Chancen-Pass“ betitelt. Worin der pädagogische Mehrwert und die „Chancen“ dieser neuen Prüfung bestehen könnte, erklärt uns die ÖVP nicht. Kann sie wohl auch nicht …

Was würden die schwarz-blauen Ausgrenzungsphantasien für Kinder bedeuten? Jene mit Deutschdefiziten in Ghettoklassen zu konzentrieren, würde die Probleme verschärfen. Was wir aber brauchen, ist aktive Integrations- und keine Separationspolitik. Die Trennung der Kinder und Jugendlichen ist nicht nur teuer und ungerecht, sondern lernpsychologisch sogar kontraproduktiv, denn kein Kleinkind lernt eine Umgangssprache im Klassenzimmer. Oder hat schon einmal jemand bemerkt, dass etwa ein vierjähriges Kind die Sprache im Klassenzimmer erlernt hätte?

Was wir stattdessen benötigen, ist ein Zweisäulenmodell: Das besteht zum einen aus einer durchgängigen Sprachenförderung vom Kindergarten bis zum Ende der Schullaufbahn, die integrativ stattfindet und neben der Förderung von Erst- und Bildungssprache auch gezielt auf Elternarbeit setzt. Zweitens sollen Kinder zum Beginn der Bildungslaufbahn eine flexible Schuleingangsphase durchlaufen. Diese dauert ein bis drei, in der Regel zwei Jahre und gibt Kindern die Möglichkeit, sich ohne Diskriminierung zu entwickeln und individuell gefördert zu werden. Kinder brauchen am Anfang der Bildungslaufbahn Zeit, um die Grundkompetenzen zu erwerben, dann sind sie besser auf die weitere Schullaufbahn vorbereitet.

Auch die vorschulische Bildung ist bei der ÖVP nicht in guten Händen. So ist sie bei der Umsetzung eines bundeseinheitlicher Qualitätsrahmen für Elementarpädagogik säumig. Dieser ist bereits im Regierungsprogramm 2013 versprochen, von der zuständigen ÖVP-Familienministerin aber nie umgesetzt worden. Ministerin Sophie Karmasin konnte weder das, noch das verpflichtende zweite Kindergartenjahr gegenüber den Ländern durchsetzen. Wir müssen an zukunftsorientierten Lösungsansätzen arbeiten, in die Bildung investieren statt zu kürzen und endlich auf die Erfahrung der Lehrkräfte hören, statt ideologische Ausgrenzungsphantasien zu betreiben, die langfristig nicht nur den betroffenen Kindern und Jugendlichen, sondern der ganzen Gesellschaft schaden.

Gerade in der Bildungspolitik braucht es uns Grüne mehr denn je!