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20. April 2017

Schulferien dem 21. Jahrhundert anpassen!

20.04.17, 18:23 |Categories: Bildung, Nationalrat|Tags: |

Richtig. Früher war alles anders. Es gab beispielsweise in der Schule je nach Region und landwirtschaftlichen Anbauschwerpunkten „Ernteferien“ im Sommer oder „Kartoffelferien“ im Herbst. Kinder waren eine unentbehrliche Hilfe. Unsere jetzigen Semesterferien hießen übrigens ursprünglich Energieferien – es war die Zeit der Ölkrise. Die Ferienordnung muss endlich nach pädagogischen Gesichtspunkten gestaltet werden.

Dazu habe ich heute in einer Pressekonferenz gemeinsam mit den Elternvertreterinnen Jutta Reichenpfader und Katharina Mandl Stellung bezogen (Grüne für neue Ferienordnung).

Meine eigene Praxis als Schuldirektor hat es gezeigt: Die Einführung von fixen Herbstferien an meiner Schule und dann in ganz Vorarlberg brachte eine hohe Akzeptanz bei SchülerInnen und Eltern; LehrerInnen wurden weniger häufig krank und Eltern mit Kindern in mehreren Schulen haben weniger Stress. Also weg mit den schulautonomen freien Tagen, stattdessen – wie bei uns in Vorarlberg seit etwa zehn Jahren – fixe Ferien am besten vom Staatsfeiertag bis Allerheiligen.

Die einzelnen Punkte unserer Forderungen kurz zusammengefasst:

  • Rhythmisierung der Arbeitsphasen (auf ca. 6-8 Wochen)
  • Herbstferien fix zwischen 26.10 und 1.11.
  • freie Dienstage nach Ostern und Pfingsten abschaffen
  • schulfreier Tag des Landespatrons abschaffen
  • schulautonome Tage abschaffen (Fenstertage im Mai und Juni fix frei geben)
  • Osterferien variabel VOR oder NACH den Feiertagen (je nach Ostertermin)
  • Ausbau des Betreuungsangebotes an Schulen (ganztägige Schulformen, Betreuung auch an unterrichtsfreien Tagen usw.)

Einen entsprechenden Antrag werde ich nächste Woche im Nationalrat einbringen.

13. April 2017

Die blaue Schule: Alles, was rechts ist.

13.04.17, 16:45 |Categories: Bildung, Geschichte und Rechtsextremismus, Nationalrat, Parteien|Tags: , , , |

Es ging turbulent zu bei der letzten Plenarsitzung im Nationalrat am 30. März. Die obige Rede war an jenem Tag bereits meine zweite Wortmeldung zu diesem Tagesordnungspunkt: Eigentlich ging es um die vom Justizminister nach dem Aula-Skandal veranlassten und nun versprochenen Einführung verpflichtender zeitgeschichtlicher Module für angehende RichterInnen und StaatsanwältInnen. Schnell wurde daraus eine Diskussion über den Typus einer „blauen Schule“, wie ihn die FPÖ wohl wünscht. Gesehen haben wir es in Oberösterreich am Beispiel der Intervention durch den NRAbg. Roman Haider am BORG Honauerstraße in Linz. Auch Parteichef Strache sah sich bemüßigt, spontan ans Rednerpult zu schreiten, um die Rolle des unschuldigen Opferlamms zu spielen (hier nachzusehen: https://www.youtube.com/watch?v=b6s5XV10Ugk&list=PLPMdAN8iedntT7tVrTEUFaHe9JEwL8NO1&index=60). Strache sei im Übrigen geraten, dass gut daran tun würde, die Gesetzeslage zu studieren, bevor die Erregung zu groß wird. Kostenbeiträge für Schulveranstaltungen (z.B. Vorträge) sind nicht illegal, wie es Strache behauptet, sondern unter bestimmten Voraussetzungen rechtlich zulässig. Aber ich erwarte mir ohnehin nicht, dass es der FPÖ auch nur in irgendeinem Punkt um eine etwaige Beachtung der Gesetzeslage geht. Es geht ihr wohl nicht ums Recht, sondern ums Prinzip: Gestattet ist in blauen Schulen alles, was rechts ist.

Hier meine vorangehende Rede zur Justizreform:

22. März 2017

Bildungsreform – geht da was?

22.03.17, 15:59 |Categories: Bildung, Nationalrat|Tags: |

Es geht in Sachen Bildungsreform schön langsam ans Eingemachte. Unsere Grüne Position habe ich heute im Mittagsjournal (Schulautonomie vor dem Scheitern?) und im Kurier deutlich gemacht: „Grüne: „Ministerin leistet Assistenz für ÖVP-Allmacht“

Im vorliegenden Entwurf zur Autonomiereform steht pädagogisch allerdings nicht viel Neues drin. Vor allem fehlt es weiterhin auch am Geld, um z.B. einen Chancenindex überhaupt finanzieren zu können. Pädagogische Schwerpunktsetzungen, Stundenblockung und eine Auswahl der neuen Lehrkräfte in einem gewissen Rahmen gab es bisher auch schon. Immerhin: Das alles würde etwas weniger bürokratisch, mehr aber auch nicht.

Dem vorliegenden Entwurf zuzustimmen, kommt für uns Grüne in der jetzigen Form des Entwurfs nicht in Frage. Insbesondere bei den geplanten Änderungen in der Schulverwaltung sehe ich – bis auf etwas mehr Transparenz durch die Abrechnung der LehrerInnengehälter durch das Bundesrechenzentrum – keine wesentliche Verbesserung. Hinsichtlich der Bestellung von Leitungsfunktionen wäre die im vorliegende Entwurf vorgesehen Lösung sogar ein Rückschritt, da statt der proporzmäßig besetzten Kollegien künftig die Wiener Zentrale der ÖVP-dominierten Gewerkschaft bei allen Schulen bis ins letzte Tal hinein das vorletzte Wort bei der Bestellung von SchulleiterInnen hätte. Das letzte Wort hätten weiterhin die Landeshauptleute. Die betroffenen Schulen, Die Schülerinnen und Schüler, die Eltern, ja nicht einmal die Lehrkräfte, die direkt von der Bestellung betroffen sind, haben keinerlei Mitspracherecht.

Die Clusterung ist eine Chance, die man je nach Standort unterschiedlich nutzen kann. Für kleine Schulstandorte gäbe es mehr Möglichkeiten, vor allem für die Lehrkräfte, sich stärker als Team wahrzunehmen und gemeinsam Schulentwicklung zu betreiben. Unser Verhandlungsziel in dem Bereich wäre es auch, endlich die Personalvertretung der Pflichtschullehrkräfte auf Schul- bzw. Clusterebene zu verankern. Das fehlt im Entwurf und wird von der GÖD auch nicht unterstützt.

Größere Standorte profitieren von Clustern, wenn sie mit anderen Schulformen bzw. Bildungseinrichtungen kooperieren. Da sehe ich mehr Möglichkeiten bei vertikalen Verbünden. In Wien sind solche Cluster (bzw. sie heißen dort Bildungscampus) angedacht, in denen vom Kindergarten bis zur NMS ein Verbund von Bildungsanstalten geschaffen wird. Pflichtcluster wird es wohl nur für kleine Schulstandorte geben, große sind davon nicht beziehungsweise nur als Partner von Kleinschulen betroffen.

Die Modellregionen zu ermöglichen ist für mich ein wesentliches Ziel. Ich bemühe mich in den Verhandlungen, noch einige positive Änderungen in den vorliegenden Entwurf zu reklamieren. Die Eckpunkte müssen daher – entgegen der Ankündigung der Ministerin – weiterhin verhandelt werden.