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1. November 2012

Gedenkveranstaltung für Wehrmachtsdeserteure!

01.11.12, 11:06 |Categories: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: |

Was haben so prominente Menschen wie der Schauspieler Fritz Muliar oder der Vater des ehemaligen ÖVP-Spitzenpolitikers Andreas Khol gemeinsam? Oder der ehemalige Obmann des Kameradschaftsbundes Otto Keimel und der Vater von Kardinal Schönborn? Richtig: Sie waren Deserteure aus der Wehrmacht.

Am 21. Oktober 2009 haben wir im Parlament das sogenannte NS-Aufhebungsgesetz beschlossen! Damit haben wir gemeinsam mit den Regierungsparteien und gegen die Stimmen der Rechtsparteien die rückwirkende Aufhebung von NS-Urteilen herbeigeführt. Nach Beschlussfassung trat der seltene Fall ein, dass die Abgeordneten aufgestanden sind und applaudierten. Mit diesem Gesetz sind Urteile gegen Deserteure, Wehrdienstverweigerer, Homsosexuelle, Kärntner Partisanen und viele andere NS-Opfer-Gruppen pauschal aufgehoben worden.

Nun – drei Jahre später – hat die rot-grüne Stadtregierung beschlossen, mit der Errichtung eines Denkmals für Wehrmachtsdeserteure auch nach außen hin ein sichtbares Zeichen zu setzen: Deseteure aus der Wehrmacht haben objektiv das Richtige getan!

Eingeladen vom „Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ durfte ich das Referat auf der 11. Gedenkveranstaltung zum Thema „Nie wieder Gleichschritt!“ halten. Die Veranstaltung fand an der ehemaligen Hinrichtungsstätte auf dem Gelände des Militärschießplatzes Kagran statt. Dort starben zwischen 1938 und 1945 Hunderte wegen Fahnenflucht und Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilte Wehrmachtsoldaten im Kugelhagel von Exekutionskommandos.

Nächstes Jahr sollte die 12. Gedenkveranstaltung zu Ehren dieser Opfer der NS-Diktatur nicht mehr in Kagran, sondern vor dem dann neu errichteten Denkmal auf dem Ballhausplatz abgehalten werden (Deserteursdenkmal: Richard Wadani hat ein Recht darauf!). Die ehemalige Hinrichtungsstätte in Kagran aber muss ebenso erhalten bleiben und Teil eines Netzwerkes von Gedenkorten für die Opfer der Militärjustiz in Österreich werden wie auch andere Orte in Wien – etwa der Loquai-Platz oder die Hohenstaufengasse, wo in der NS-Zeit viele Todesurteile ausgesprochen wurden.

Das Video stammt übrigens von Peter Eschberg (mole-production@gmx.at).

7. August 2012

Deserteursdenkmal: Richard Wadani hat ein Recht darauf!

07.08.12, 16:40 |Categories: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: , |

Lange kann und will Richard Wadani nicht mehr warten: 67 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs ist die Zeit überreif für ein Denkmal zur Erinnerung an jene, die nicht mitmachen wollten, die nicht für einen verbrecherischen Krieg und ein verbrecherisches System kämpfen wollten. Der „Kurier“ („Den Deserteuren läuft die Zeit davon“) berichtet über ihn: „Als Richard Wadani am Morgen des 16. Oktober 1944 in der deutschen Eifel knapp 200 Meter durchs Unterholz robbte, ging es nicht nur um Leben und Tod. Für Wadani ging es auch um Krieg und Frieden. Er wollte nicht mehr für Hitler kämpfen. Er wollte dabei helfen, sein Volk von der Naziherrschaft zu befreien. Der heute 89-Jährige desertierte an jenem Tag aus der deutschen Wehrmacht. Fortan kämpfte er an der Seite der Alliierten. „Es war nicht die Angst vor dem Krieg, die mich desertieren ließ“, sagt er, „es war die Gewissheit, auf der falschen Seite zu stehen.““

Heute sollte diese Gewissheit Allgemeingut sein. Ist es aber nicht. Ich habe daher an Bundeskanzler Werner Faymann eine Anfrage eingebracht und möchte von ihm wissen, welche Position er in dieser Frage einnimmt. Vor allem erinnere ich den Bundeskanzler daran, dass sogar Bundespräsident Dr. Heinz Fischer gerade erst vor wenigen Tagen in der ORF-Pressestunde deutliche Worte gefunden hat: „Ich bin für ein Denkmal für Deserteure und ich bin auch dafür, dass man das Denkmal nicht irgendwo versteckt, sondern dass man das an einem würdigen Platz macht. Und hier ist durchaus auch zu überlegen, ob nicht der Heldenplatz ein geeigneter Ort ist.“

Viel breiter als im Fall des Deserteursdenkmals kann zudem die politische Bandbreite der Unterstützung eigentlich nicht ausschauen (Worte zum Denkmal). Was also hindert die Regierung daran, aktiv zu werden?

Trotzdem geht es nur sehr zäh voran. Das Denkmal ist ein notwendiges deutlich sichtbares vergangenheitspolitisches Zeichen. Wir brauchen es an einem entsprechend symbolträchtigen Ort – am Heldenplatz oder am Ballhausplatz. Und zwar bald. Richard Wadani hat ein Recht darauf.

3. Juni 2012

Deserteursdenkmal am Heldenplatz – Darabos lenkt ein!

03.06.12, 13:47 |Categories: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: |

Na bitte, wer sagt denn, es bewege sich nichts in der heimischen Innenpolitik. Verteidigungsminister Norbert Darabos hat sich gestern in Sachen Deserteursdenkmal am Heldenplatz sogar ziemlich stark bewegt: von einem strikten Nein zu einer Befürwortung.

Aber es gibt nach wie vor viel zu tun: In der Krypta am Heldenplatz gedenkt die Republik Österreich noch immer hochoffiziell aller namentlich genannter Gefallener von Wehrmacht und Waffen-SS. Darunter befinden sich auch Massenmörder (Heldenplatz: „ehrendes Gedenken“ für einen Massenmörder!). Es reicht daher nicht, wenn Verteidigungsminister Norbert Darabos nun ankündigt, den von mir nachgewiesenen Massenmörder Josef Vallaster aus der Liste zu streichen.

In diesem Zusammenhang möchte ich Darabos an den offiziellen sogenannten „Traditionserlass“ des Bundesheeres erinnern: Darin wird ein Anknüpfen an die Tradition der Wehrmacht ausdrücklich verboten! Somit kann nur der Widerstand von Österreichern in der Wehrmacht traditionsstiftend sein. Daher sind das Totenbuch in der Krypta an sich sowie deren gesamte Gestaltung der Skandal. Kein Bundesheersoldat hat es verdient, vor der Krypta als Ehrenwache für SS-Mörder abgestellt zu werden. Kein Staatsgast verdient es, von der Bundesregierung dorthin hingeführt zu werden, um Kränze abzulegen. Ich fordere daher weiter die sofortige Schließung der Krypta.

Erfreulich aber ist – wie bereits oben erwähnt -, dass Darabos seinen Widerstand gegen ein Deserteursdenkmal am Heldenplatz aufgibt: Im Mittagsjournal meinte er, „Ich bin der letzte, der dagegen ist!“ Und auch Darabos geht davon aus, dass es der richtige Standort ist: „Es geht in Richtung Heldenplatz, sowie ich das jetzt mitverfolgt habe, und ich werde das auch mittragen.“

Deserteure aus der Wehrmacht haben das Richtige getan und nicht mehr für die verbrecherischen Ziele des NS-Staates gekämpft. Dafür gebührt ihnen unser Dank. In Österreich gibt es keinen geeigneteren Ort für ein Deserteursdenkmal als den Heldenplatz. Nach dem Einlenken von Darabos sollte es in Abstimmung mit der Stadt Wien nun rasch umgesetzt werden!