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4. März 2016

Schule: Was machen die Südtiroler besser?

04.03.16, 11:15 |Categories: Bildung|Tags: , |

Südtirol_SchuleEs ist erstaunlich: Das Südtiroler Schulsystem liefert bei internationalen Testungen deutlich bessere Resultate als beispielsweise Nordtirol oder Vorarlberg. Wir Grüne sehen uns die Schulen und das Bildungssystem in Südtirol in den nächsten Tagen daher vor Ort genauer an. Ich werde auf diesem Blog über unsere Erkenntnisse berichten.

Einige Fakten gibt es aber schon vorneweg:

Der Kindergarten ist in Südtirol in das Schulsystem integriert, es ist freiwillig und kostenpflichtig. Der Bildungsauftrag erstreckt sich von drei bis 18 Jahren, und es besteht eine zehnjährige Schulpflicht.

Die Grundschule (unsere Volksschule) dauert fünf Jahre, die Mittelschule drei Jahre. Die Kinder werden in dieser Zeit nicht getrennt: Die Gemeinsame Schule ist in diesen acht Jahren eine Selbstverständlichkeit. Seit 1962 sind Grund- und Mittelschulen als Gemeinsame Schule aller 6- bis 15-Jährigen organisiert.

Nach diesen acht Jahren gliedert sich das Schulsystem in die Oberschule (mit Zentralmatura), die Fachschule und die Berufsschule.

Seit 1977 werden Kinder mit besonderen Bedürfnissen in den Grund- und Mittelschulen im Klassenverbund inklusiv unterrichtet, egal wie schwer ihre Behinderung ist. Seit 1998 gibt es eine universitäre Lehrerausbildung.

In der fünfjährigen Grundschule sind 25 Wochenstunden Unterricht vorgesehen, von der zweiten bis zur fünften Klasse 27 Wochenstunden (bei uns sind es 20 bis maximal 25 Stunden). Der Unterricht erfolgt im Team-Teaching. Seit 1990 stellt man drei Lehrpersonen für zwei Klassen zur Verfügung (was der italienische Staat in den letzten Jahren wieder etwas reduzierte). Der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund liegt in der Grundschule in der deutschen Schule bei 5,2 Prozent, in der italienischen Schule bei 20 Prozent.

Die Mittelschule dauert drei Jahre im FachlehrerInnenprinzip mit 29 Wochenstunden. Es gibt keine Leistungsklassen und -gruppen.

Der Personalschlüssel für Grund- und Mittelschulen liegt in Südtirol im Verhältnis 1:8, in Österreich kommen im Schnitt 14,5 SchülerInnen auf eine Lehrperson, an unseren Mittelschulen zehn.

Allein diese Fakten erklären schon einiges.

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
3. Februar 2016

Zentralmatura: „dezentral“ korrigiert?

03.02.16, 14:15 |Categories: Bildung|Tags: , |

ZentralmaturaMein Prinzip in meiner Zeit als Lehrer und Direktor einer Schule war immer, dass in Zweifelsfällen Lösungen zu Gunsten von Schülern und Schülerinnen gefunden werden mussten. In Zweifelsfällen! Wenn es aber stimmt, dass es im Zuge der Zentralmatura 2015 Manipulationen bei den Benotungen der Prüfungsleistungen gegeben hat, um die Endergebnisse zu schönen, dann halte ich das für völlig inakzeptabel. Im heutigen Standard äußert der Klagenfurter Mathematiker Werner Peschek sehr harte und schwerwiegende Vorwürfe: Peschek ortet „ein hohes Maß an Manipulation“, denn es sei zu „versteckten, nicht kontrollierbaren und konsequenzenlosen Absenkungen der Anforderungen durch unkorrekte Vorgehensweisen bei der Durchführung oder der Korrektur der schriftlichen Prüfungen und vor allem auch bei der mündlichen Kompensation gekommen, die zu keinen Verbesserungen führen“.

Die Zentralmatura bringt nun einiges zu Tage, was vorher stillschweigend unter den Teppich gekehrt wurde, dass wir nämlich ein Problem mit großen Qualitäts- und Leistungsunterschieden in den Schulen haben. Das wegzumanipulieren, indem Noten hinunterkorrigiert werden, widerspricht nicht nur dem Sinn und Zweck einer standardisierten Prüfung, sondern prolongiert das offensichtliche Problem.

Die Bildungsministerin wird nun einerseits aufklären müssen, ob Pescheks Vorwürfe gerechtfertigt sind, und falls ja, die Frage zu beantworten haben, ob es hierbei sogar Weisungen seitens des Ministeriums gegeben hat. Und ich fordere das Ministerium und die Bildungspolitik insgesamt dazu auf, sich endlich der Realität zu stellen und die Leistungsunterschiede vor allem in den Oberstufenrealgymnasien genauer anzusehen und Gegenmaßnahmen ergreifen. Dazu gehört kurzfristig, den Schulen mehr Zeit geben, um den Unterricht den neuen Anforderungen der Zentralmatura anpassen zu können, was ich bereits vor einem Jahr gefordert habe.

Wirkliche Lösungen sind allerdings nur langfristig und mit einschneidenden Maßnahmen zu erzielen. Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen: Letztlich sind die zu frühe Trennung der 10-bis 14-Jährigen und unser mehrgliedriges Schulwesen anachronistisch und leistungsfeindlich. Das Resultat sehen wir nicht zuletzt bei den Ergebnissen der Zentralmatura. Eventuelle „dezentrale“, nämlich individualisierte Korrekturen ändern an diesem Befund sicher nichts!

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
21. Dezember 2015

Vorarlberg lässt sich in Sachen Gemeinsame Schule nicht beirren!

21.12.15, 15:01 |Categories: Bildung|Tags: , , |

Gemeinsame Schule VorarlbergHeute hat die Vorarlberger Schullandesrätin Bernadette Mennel einen Stufenplan für die Gemeinsame Schule präsentiert (Gesamtschule: Vorarlberg präsentierte Projektplan bis 2025) und den landesweiten Konsens über eine flächendeckende Einführung betont. Mehrfach habe ich in den letzten Jahren und Monaten über dieses Großprojekt berichtet (Die Modellregion Gemeinsame Schule und die Folgen!).

Damit ist klar, dass es in Vorarlberg keine 15-Prozent-Modell-Region geben wird, sondern nur eine landesweite Einführung der Gemeinsamen Schule infrage kommt.

Das Projekt verläuft planmäßig. Rund 50 Mitglieder arbeiten in acht Arbeitsgruppen. Dabei geht es um die Individualisierung des Unterrichts, den Ausbau ganztägiger Schulformen, die Unterstützung von Schulen mit besonderen Herausforderungen oder das neue pädagogische Konzept.

Die Pläne in Vorarlberg sind sehr konkret. Bereits im Februar 2016 erfolgt der Einstieg mit einem Symposium zum Thema „Individualisierung und innere Differenzierung im Unterricht“. Weitere Meilensteine sind die Vorlage eines pädagogischen Konzeptes und die Erstellung einer sozialindizierten Landkarte der Schulen mit besonderen Herausforderungen als Basis für die Mittelvergabe im zweiten Halbjahr 2016. Im folgenden Jahr geht es dann weiter: Im Mai 2017 wird der erste Vorarlberger Schulpreis mit dem Schwerpunkt Lehren und Lernen in heterogenen Gruppen vergeben, im zweiten Halbjahr 2017 startet man mit der Erprobung des neuen pädagogischen Konzeptes an Pilotschulen.

Zur Erinnerung: ÖVP-Bundesparteiobmann Reinhold Mitterlehner hat im Februar 2015 zugesagt, dem Vorarlberger Modell zuzustimmen, wenn die Voraussetzungen stimmen. Das Modell liegt nun am Tisch.

Mit dem Projektplan werden die Empfehlungen der Ergebnisse des im Mai präsentierten Forschungsprojekts nun umgesetzt. Mennel: „Wir lassen uns von unserem Weg nicht abbringen. Auch die Zeit spricht für uns. Wir wollen eine bessere Schule – vielfältig, leistungsstark, wertschätzend und chancengerecht.“

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“