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7. Mai 2015

„Deutsch als Pausensprache“ und österreichischer Parlamentarismus

07.05.15, 13:25 |Categories: Bildung, Nationalrat|Tags: , , |

moedling_pausenspracheDie letzte Debatte mit den Freiheitlichen zum Thema Sprache ist noch nicht so lange her („Deutschstunde für die FPÖ!“), schon beschäftigt uns ein neues, aber durchaus ähnliches Thema.

Sie erinnern sich: Im März wurde bekannt, dass die Direktorin einer Schule in Mödling eine äußerst seltsame Order an ihre SchülerInnen ausgegeben hatte: „Auf Grund eines interkulturellen Konfliktes mit dem Reinigungspersonal wird darauf hingewiesen, dass im gesamten Schulhaus (auch in den Pausen) nur die Amtssprache Deutsch eingesetzt werden darf.“

Beim Wort „Deutsch“ reagiert die FPÖ – wir wissen es inzwischen! – wie der berühmte Pawlow’sche Hund: Sie beginnt zu hecheln. Diesmal in Form eines Antrages an den Nationalrat: „Die Bundesministerin für Bildung und Frauen wird aufgefordert, die Verordnung betreffend Schulordnung für Schulen, in denen die Unterrichtssprache Deutsch ist, dahingehend zu ändern, dass, unter Berücksichtigung der den sprachlichen Minderheiten bundesgesetzlich eingeräumten Rechte, jeder Schüler verpflichtet wird sich im Geltungsbereich der Verordnung, sofern es nicht zur Unterrichtsmethode gehört, sich ausschließlich in Deutsch zu verständigen.“

Einmal ganz abgesehen davon, dass der Antrag im typischen FPÖ-Deutsch abgefasst ist und grammatikalische Fehler aufweist, ist er aus rein fachlichen Gründen ganz einfach als Unsinn zu klassifizieren.

Der übliche parlamentarische Weg, den fast alle Anträge der Opposition nehmen, wäre nun seitens eines Mitglieds der Regierungsfraktionen ein Antrag auf Vertagung. So ist es im zuständigen Unterrichtsausschuss auch geschehen. Wäre dem zugestimmt worden, wäre dieser FPÖ-Antrag auch nie wieder diskutiert worden, denn Vertagung bedeutet eine Verschiebung bis ans Ende der Legislaturperiode, womit alle vertagten Gegenstände im Mistkübel der parlamentarischen Geschichte landen. Wird ein Antrag jedoch angenommen oder abgelehnt, kommt er in den Nationalrat und ist dort zu diskutieren.

Nun ist es mir als gelerntem Herzblutpädagogen ein großes Anliegen, mich mit der FPÖ weiter über den Gebrauch der deutschen Sprache zu unterhalten. Daher habe ich im Unterrichtsausschuss angeregt, den Antrag abzulehnen und ihn somit zur Diskussion in den Nationalrat zu bringen. Die Überraschung: Beide Regierungsparteien teilten meine Meinung und zogen den Antrag auf Vertagung zurück. Der Antrag wurde dann abgelehnt und kommt somit Ende Mai ins Plenum. Und nun freue mich auf die nächste Nationalratssitzung, wo wir das Thema „Deutsch und die FPÖ“ weiter diskutieren können – stay tuned!

27. März 2015

So lernen alle Kinder Deutsch: unser Modell zur Sprachförderung!

27.03.15, 11:43 |Categories: Bildung|Tags: , , , |

Bildung_Kind_ChancengerechtigkeitLangsam scheint es Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek zu reichen: Bei der Präsentation der Ergebnisse der Kremser Regierungsklausur war sie demonstrativ abwesend und hat anschließend das Ergebnis völlig anders interpretiert: Sie spricht sich klar gegen Ghettoklassen aus und hat damit auch unsere volle Unterstützung.

Denn sie wissen, was sie tun

Sebastian Kurz, Harald Mahrer & Co handeln fahrlässig – und das mit Vorsatz, denn sie müssten eigentlich wissen, was sie tun: Mit der Forderung nach separaten Sprachklassen vor Schuleintritt ignoriert die ÖVP die explizite Warnung aller ExpertInnen. Und selbst der von Kurz (!) eingesetzte Integrationsbeirat propagiert ein anderes Modell. Erschreckend ist, dass die ÖVP mit der frühen Trennung die soziale und auch eine ethnische Selektion bereits im Vorschulbereich festschreiben will und die verordnete Einsprachigkeit – auch das kommentieren ExpertInnen sehr kritisch.

Grünes Modell

Ich habe dem heute im Rahmen einer Pressekonferenz unser Modell gegenübergestellt. Basierend auf dem Hamburger Modell für Sprachenförderung (FörMig) und einer flexiblen Schuleingangsphase setzen wir auf ein Zweisäulenmodell. Dies bedeutet:
durchgängige Sprachenförderung von den Kinderbetreuungseinrichtungen bis in die Schule hinein, integrative Förderung der Erstsprachen und der Bildungssprache sowie gezielte Elternarbeit,
eine flexible Schuleingangsstufe für alle, die in der Regel zwei, aber bis zu drei Jahre dauern kann und Kindern die Möglichkeit gibt, sich ohne Diskriminierung zu entwickeln und individuell gefördert zu werden.

Details dazu sind in der Unterlage zu meiner heutigen Pressekonferenz (presseunterlage_27.3.15_sprachfoerderung) zu finden.

Übrigens kritisiert auch der OECD-Bildungsexperte Dr. Andreas Schleicher die Mentalität der Selektion: „Der hohe Grad an Selektivität in Österreich ist Ausdruck eines Systems, das Verantwortung abwälzt. (…) Und so werden Schüler, vor allem jene mit Migrationshintergrund, nach unten durchgereicht und bekommen nie eine reelle Chance, ihr Potenzial zu entfalten. Letztlich bezahlen dafür alle.“

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
17. März 2015

„Amtsdeutsch“ gegen MigrantInnen!

17.03.15, 10:05 |Categories: Bildung, Gesellschaft, Integration|Tags: , |

AmtsspracheGestern kursierte ein Schreiben einer Schuldirektorin in den Sozialen Medien, das in seiner Kuriosität aber auch Unverfrorenheit seinesgleichen sucht. Betitelt mit „Amtssprache Deutsch“ erließ die Direktorin einen Deutschpflichterlass im gesamten Schulbereich, angeblich in Reaktion auf einen Streit an der Schule, der nicht in Deutsch geführt worden sein und daher zu einem „interkulturellen Missverständnis“ geführt haben soll. Ausgenommen wurden nur die Unterrichtsstunden der dort gelehrten Fremdsprachen. Und: Telefonate mit nichtdeutschsprachigen Eltern, aber die nur dort, „wo sich keine anderen Personen aufhalten, die sich auf irgendeine Art beleidigt fühlen können“. Ganz abgesehen einmal vom pädagogischen Unsinn dieser Maßnahme, gibt’s noch ein abstruses Detail: Die Schule führt den gar nicht deutschklingenden Namen Vienna Business School.

Der Schulerhalter, ein von der Wirtschaftskammer Wien betriebener Fonds, hat nun Krisen-PR betrieben und spricht in einer Presseaussendung seinerseits von einem „Missverständnis. Aha, ein „Missverständnis also, obwohl sich die Direktorin aber auch die KritikerInnen vorbildhaft in der „Amtssprache Deutsch ausgedrückt hatten! 

Ich, ehrlich gesagt, würde hier nicht von einem Missverständnis sprechen. Aber könnte es sich vielleicht um eine interkulturelle Differenz handeln, weil die Direktorin auf einem anderen Planeten zu leben scheint? Denn hier in Österreich gelten die Amtssprachen – ja, ja, deren gibt es mehrere – noch immer in der Kommunikation zwischen staatlichen Behörden und den BürgerInnen. Und Amtsprachen regeln nicht die privaten Umgangsprachen, weder an der Vienna Business School in Mödling noch sonstwo in Österreich. Und noch etwas: Wer sich beim Hören einer anderen Sprache als Deutsch beleidigt fühlt, sollte sich schleunigst überlegen, unter einen Glassturz zu ziehen. Dieser sollte akustisch abgeschirmt und am besten auch gleich blickdicht sein, denn man weiß ja nie, was oder wer auch noch das Auge beleidigen könnte …