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13. Mai 2014

Die SPÖ, Wehrmachts-Deserteure und Otto Tschadek!

13.05.14, 14:41 |Categories: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: |

Man soll nicht darum herumreden: Ja, in Salzburg gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, wann, wo und in welcher Form jener mindestens 14 Opfer der NS-Herrschaft gedacht werden soll, die Anfang Juli 1944 im Raum Goldegg Opfer von SS oder NS-Justiz geworden sind. Ich habe meine Meinung dazu deutlich kundgetan: „Gedenken an Wehrmachtsdeserteure in Goldegg!

Heute versucht nun ausgerechnet die SPÖ, aus unterschiedlichen Auffassungen eine Gegnerschaft der Grünen zu einem Deserteurs-Denkmal zu konstruieren: „JJarolim: Grüne stellen sich gegen Deserteurs-Denkmal in Salzburg

Seltsame Vorgangsweise. Zumal Jarolim in Sachen Deserteurs-Denkmal in Goldegg schlicht schlecht informiert ist. Ich habe ihm daher deutlich geantwortet: „Walser: SPÖ-Jarolim in Sachen Deserteurs-Denkmal in Goldegg schlecht informiert

Meine Kritik am plötzlichen Erwachen der SPÖ in Sachen Deserteurs-Denkmal in Kurzform: Jahrzehntelang hat die SPÖ in dieser Frage gar nichts gemacht und beispielsweise Anträge für ein Deserteurs-Denkmal in Wien explizit abgelehnt. Im Parlament ist es uns in langwierigen Verhandlungen gelungen, ein umfassendes Aufhebungs- und Rehabilitationsgesetz von NS-Urteilen durchzusetzen. Zudem ist das im Koalitionspakt mit der Wiener SPÖ eingeforderte Deserteurs-Denkmal am Ballhausplatz nun in Errichtung begriffen. Man sollte daher auf ein peinliches parteipolitisches Hickhack verzichten.

Wenn der SPÖ-Justizsprecher aber ein Betätigungsfeld sucht, dann empfehle ich ihm, sich um den NS-Blutrichter Otto Tschadek zu kümmern. Das SPÖ-Mitglied Tschadek hat im Zweiten Weltkrieg nämlich mehrere Todesurteile gegen Deserteure gefällt, wurde nach dem Krieg in den Regierungen Figl II, Raab II und Raab III dennoch sogar Justizminister. Noch heute ist er allein in Niederösterreich in weit über 20 Gemeinden Ehrenbürger, viele Straßen sind nach ihm benannt usw. Das gibt es also ein breites Betätigungsfeld für geschichtsbewusste SPÖ-Abgeordnete!

Übrigens stellt auch der Salzburger Klubobmann Cyriak Schwaighofer stellt klar: Es wird ein Denkmal geben. Was wir wollen, ist ein möglichst umfangreicher Diskussions-Prozess und eine sachliche Auseinandersetzung. Es ist auch klar, dass wir für dieses Denkmal einen zentralen Ort in Goldegg finden müssen.

In der Gemeinde Goldegg sind heuer eine Reihe von Aktivitäten geplant, um an die Aktion „Sturm“ genannte Jagd auf Deserteure Anfang Juli 1944 auf im Raum Goldegg zu erinnern. Damals gab es eine beispiellose Großaktion eines tausend Mann starken SS-Todesschwadron und einer Truppe von 60 Gestapo-Beamten, die bei der versteckte Deserteure machten. Im Zuge dieser Aktion wurden mindestens 14 Menschen ermordet.

2. Mai 2014

Wehrmachtsdeserteure – Gedenkinitiativen in ganz Österreich!

02.05.14, 16:03 |Categories: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: |

Es tut sich was in Österreich. In vielen Bundesländern gibt es inzwischen Initiativen, um mit einem Denkmal oder zumindest einer Gedenktafel in würdiger Form den Deserteuren aus der Wehrmacht zu gedenken.

Im Oktober 2009 haben wir im Nationalrat ein in mehrfacher Hinsicht „historisches Gesetz“ beschlossen und damit Urteile gegen Deserteure, Wehrdienstverweigerer, Homsosexuelle, Kärntner Partisanen und viele andere NS-Opfer-Gruppen pauschal aufgehoben („NS-Aufhebungsgesetz beschlossen!“). Das hat viele Menschen ermuntert, aktiv zu werden bzw. zu bleiben:

• Diese Woche wurde im Wiener Bezirk „Neubau“ eine Gedenktafel enthüllt, die an das ehemalige Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis Wien-Neubau erinnert. Wegen tausender Verfahren gegen Soldaten und Zivilpersonen hatte die Wehrmachtsjustiz großen Platzbedarf und übernahm auch dieses Gebäude als „Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis“ – eines von sechs Zweigstellen. Im Bezirksmuseum Neubau im Amerlinghaus (Stiftgasse 8) ist dazu bis einschließlich 31. Mai 2014 die Sonderausstellung „Widerstand und Militärjustiz in Wien Neubau“ zu sehen („Widerstand und Militärjustiz in Wien-Neubau“).

• Im Tiroler Vomperloch – einem eher unzugänglichen Seitental im Karwendel-Gebirge – bestand zwischen Frühsommer 1943 und Kriegsende ein Deserteurslager, das überwiegend von einheimischen Wehrmachtssoldaten als Zufluchtsort nach der Desertion genutzt wurde. Peter Pirker hat die Geschichte aufgearbeitet („Ich verstehe nicht, warum ich Menschen erschießen soll …“).

• Lehrkräfte können sich auf der – auch ansonsten empfehlenswerten – Website von „erinnern.at“ weitere Informationen holen und Unterrichtmaterialien herunterladen: „Österreichische Deserteure der Wehrmacht“.

• Auf die Diskussion im Salzburger Goldegg habe ich auf diesem Blog ja schon hingewiesen (Gedenken an Wehrmachtsdeserteure in Goldegg!). Sehenswert ist der ORF-Beitrag dazu.

• In Bregenz sind sich die Verantwortichen in Stadt und Land prinzipiell darüber einig, dass ein Denkmal errichtet werden soll. Es spießt sich derzeit am lieben Geld. Der Historiker Werner Bundschuh, selbst Mitglieder einer eigens eingerichteten Expertenkommission, ist verärgert darüber und fordert ein entschiedeners Handeln.

Grundlage für all diese Aktivitäten ist die Arbeit vieler engagierter HistorikerInnen. Besonders hinweisen möchte ich in diesem Zusammenhang auf das im Mandelbaum-Verlag erschienene Buch von Mathias Lichtenwagner: „Leerstellen. Zur Topografie der Wehrmachtsjustiz in Wien vor und nach 1945

Das Foto übrigens belegt: Am Ballhausplatz in Wien wird eifrig an der Errichtung eines „Deserteursdenkmals“ gearbeitet. Ganz umsonst ist die Arbeit der Grünen in Bund, Stadt und Ländern also doch nicht!

21. März 2014

Gedenken an Wehrmachtsdeserteure in Goldegg!

21.03.14, 10:11 |Categories: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: , , |

In Goldegg im Salzburger Pongau wurde am 2. Juli 1944 eine Gruppe von Wehrmachtsdeserteuren in einer beispiellosen Großaktion von Gestapo und SS ausgehoben: SS-Todesschwadron jagte Deserteure am Böndlsee.

Demnach waren ein tausend Mann starkes SS-Todesschwadron und eine Truppe von 60 Gestapo-Beamten im Einsatz. Sie durchsuchten bei der Aktion „Sturm“ den Ortsteil Weng, der damals aus 100 Häusern bestand. Jeder Heustadl wurde mit Lanzen durchbohrt, jede Almhütte, jeder Stall, jeder Hof durchsucht.

Seit Jahren gibt es eine Initiative, die für ein angemessenenes Gedenken eintritt. Mit dabei unter anderem der Historiker Michael Mooslechner. In einem Exposé (< file name="Gedenkstein-Goldegg" >) heißt es: „Die Verfolgungsaktion gegen Wehrmachtsdeserteure in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli 1944 ist österreichweit ohne Beispiel. Ca. 40 Personen wurden verhaftet, viele davon in Konzentrationslager eingeliefert, 14 Personen fanden den Tod. An die Geschehnisse erinnert in Goldegg nur das Marterl für Simon und Alois Hochleitner am Weg vom Böndlsee zum Unterdorfgut. Es wurde im Jahr 2013 von der Familie erneuert. Was in Goldegg fehlt, ist ein symbolischer Erinnerungsort an alle, die damals zu Opfern nationalsozialistischer Gewalt geworden sind.“

Warum ich heute darauf verweise? Die Tochter des in Mauthausen erhängten Deserteurs Karl Rupitsch, Frau Britigtte Höfert möchte nun im Hof des Schlosses Goldegg eine schlichte Gedenktafel an die vierzehn Toten verlegen lassen. Das Konzept für den Epitaph hat der Kapruner Künstler Anton Thuswaldner sen. erarbeitet. Viele unterstützen sie dabei, es gibt aber natürlich auch nicht wenige, denen so ein Gedenken nicht passt: Pressedokumentation zur Debatte in Salzburg.

Demnächst wird über das Projekt abgestimmt. Hoffentlich positiv!