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25. Oktober 2012

Wehrmachtsdeserteure: „Nie wieder Gleichschritt!“

25.10.12, 9:39 |Categories: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: |

Unter dem Motto „Nie wieder Gleichschritt!“ lädt heuer das Personenkomitee „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ zur 11. Gedenkveranstaltung an der ehemaligen Hinrichtungsstätte auf dem Gelände des Militärschießplatzes Kagran ein.

Dort starben zwischen 1938 und 1945 Hunderte wegen Fahnenflucht und Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilte Wehrmachtsoldaten im Kugelhagel von Exekutionskommandos.

Es ist das letzte Mal, dass die Veranstaltung hier stattfinden wird. Denn nächstes Jahr sollte am Ballhausplatz Wirklichkeit werden, was im rot-grünen Regierungsübereinkommen im Abschnitt „Verantwortungsvoller Umgang mit der Vergangenheit“ festgehalten wurde: „Errichtung eines Mahnmals für Deserteure“.

Wir treffen uns zum Gedenken an alle ungehorsamen Soldaten und ZivilistInnen, die von Wehrmacht und SS ermordet wurden.

• Zeit: 26. Oktober 2012, 11 Uhr

• Ort: Gedenkstein im Donaupark

Programm:

Begrüßung durch Richard Wadani, Wehrmachtsdeserteur und Ehrenobmann des Personenkomitees „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“

Harald Walser, Abgeordneter zum Nationalrat / Die Grünen

Zu den Auseinandersetzungen um die Rehabilitierung und das Wiener Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz

Mercedes Echerer, Schauspielerin

Szenische Lesung von Gerichtsurteilen gegen Deserteure und andere Verfolgte der NS-Militärjustiz (1939-1945)

Anfahrt

U1 bis Alte Donau, Ausgang Arbeiterstrandbadstraße, rechts halten, etwa 400 Meter Richtung Nordwesten, dann in den Donaupark einbiegen. Der Gedenkstein befindet sich auf dem parallel zur Arbeiterstrandbadstraße verlaufenden Parkweg.

Wir würden uns über Ihre Teilnahme sehr freuen. Für weitere Informationen einfach ein Email an das Personenkomitee) schreiben.

29. September 2011

Ausstellung über Wehrmachtsdeserteure

29.09.11, 10:15 |Categories: Gesellschaft|Tags: |

Was haben Fritz Muliar, der ehemalige Obmann des Kameradschaftsbundes Otto Keimel oder die Väter von Kardinal Schönborn und Andreas Khol gemeinsam? Richtig: Sie waren Deserteure.

Ab heute ist in Dornbirn die Ausstellung „Was damals Recht war…“ zu sehen. Untertitel: „Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“ zu sehen. Das Eröffnungsreferat hält Harald Welzer. Er stellt seine Vortrag unter das Motto „Soldaten – wie das Unvorstellbare zum Normalen wird“.

Ich habe das Thema Deserteure aus der Wehrmacht auf diesem Blog schon mehrfach angesprochen – etwa als mein Freund August Weiß gestorben ist („Widerstandskämpfer und Humanist“).

Viel Spannung verspricht das umfangreiche Begleitprogramm.

Die Wanderausstellung ist ein Projekt der Berliner Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Ursprünglich für Deutschland konzipiert, wurde sie vom Verein „Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ in Zusammenarbeit mit dem Verein Gedenkdienst für Österreich adaptiert. In Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk (Karin Bitschnau), der Johann-August-Malin-Gesellschaft (Kurt Greussing) und erinnern.at (Werner Bundschuh) wurde die Ausstellung mit Vorarlberger Beispielen ergänzt.

Eröffnung: Kulturhaus Dornbirn, Rathausplatz 1, 6850 Dornbirn, 19.30 Uhr

Ausstellungsdauer: 30. September bis 30. Oktober 2011

Öffnungszeiten: Montag-Samstag jeweils von 10-17 Uhr, Sonntag von 14-17 Uhr

2. April 2011

„Ein Denkmal für Deserteure“

02.04.11, 10:34 |Categories: Allgemein|Tags: , |

Es war ein besonderes Ereignis im österreichischen Parlament, als Ende 2009 die Rehabilitierung aller Opfer der Wehrmachtsjustiz beschlossen wurde. Das zwischen SPÖ und Grünen abgeschlossene Wiener Regierungsübereinkommen sieht die Errichtung eines Deserteursdenkmals vor und kommt damit einer langjährigen Forderung des Personenkomitees „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ nach. Unter dem Titel „Ein Denkmal für Deserteure“ findet am Montag in Wien eine spannende Diskussion statt:

• Zeit: Montag, 4. April, 19:00 – 21:00 Uhr

• Ort: Depot – Kunst und Diskussion, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Das Podium ist hochkarätig besetzt:

Magnus Koch macht Anmerkungen zur Auseinandersetzung um die Deserteursdenkmale in der Bundesrepublik Deutschland.

Heidemarie Uhl spricht über Erinnerungspolitik und Erinnerungsorte in Österreich.

Paula Bolyos berichtet über Gedenkorte für die Opfer der NS-Militärjustiz in Wien.

Thomas Geldmacher stellt Grundthesen zum Denkmal zur Diskussion.

Die Moderation übernimmt Eva Blimlinger.

Die ersten der inzwischen 36 Deserteursdenkmäler in Deutschland entstanden übrigens schon Anfang der 80er-Jahre. Das Spektrum reicht dabei vom Stolperstein bis hin zu meterhohen und tonnenschweren Skulpturen. Einige stehen an prominenten Plätzen, die meisten allerdings noch immer unauffällig auf Privatgrundstücken. In Wien sollte das anders sein!