22. August 2015

„Wir GrĂŒne bleiben ein Fels in der Brandung!“

2015-08-22T09:07:28+02:0022.08.15, 8:49 |Kategorien: Allgemein, Bildung|Tags: , |

VN_SommergesprĂ€ch_2015Im „SommergesprĂ€ch“ mit den „Vorarlberger Nachrichten“ konnte ich heute meine Sicht auf die innenpolitische Entwicklung in Österreich etwas nĂ€her ausfĂŒhren. Themen war – natĂŒrlich – vor allem die Bildungspolitik, angesprochen wurden aber auch die FlĂŒchtlingssituation, die Grenzen des Föderalismus, der GrĂŒne Spagat zwischen Opposition im Bund und Regierungsbeteiligung in gleich sechs BundeslĂ€ndern sowie das Budget: „Keine grĂŒnen Mehrheitsbeschaffer“.

Und die Botschaften? Einige Beispiele:

„Wir GrĂŒnen gehören zu den wenigen Akteuren, die als Fels in der Brandung sagen, dass es humanitĂ€re GrundsĂ€tze gibt. Auch wenn es die eine oder andere Stimme kostet, wir bleiben bei unseren GrundsĂ€tzen.“

„Wenn man eine Ministerin parteiintern so im Regen stehen lĂ€sst, wie das die SPÖ (mit Gabriele Heinisch-Hosek) macht, und man ihr Budget regierungsintern derart zusammenschneidet, dann bleibt es fĂŒr sie eine ÂŽMission ImpossibleÂŽ, Entwicklung zu schaffen.“

„Leute wie Erwin Pröll und Hans Niessl diskutieren nur ĂŒber Macht. Ich bin froh, dass wir in Vorarlberg einen deutlichen Schritt weitergekommen sind.“

„Ein kleines Land wie Österreich muss aufpassen, dass der Föderalismus nicht zum Hemmschuh von Reformen wird.“

 

17. August 2015

Mein ultimativer Tipp an Sebastian Kurz

2015-08-17T18:06:27+02:0017.08.15, 17:57 |Kategorien: Bildung, Integration|Tags: , |

mikl_kurz

Zur Forderung von Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek nach mehr Geld sagt Sebastian Kurz in einer Presseaussendung: „Ja, nur wenn wir das System Ă€ndern. Ich bin aber nicht dafĂŒr, mehr Geld in ein System zu pumpen, das nicht funktioniert.“

Sebastian Kurz droht nun also der Unterrichtsministerin und will eine schnelle Änderung des Schulpflichtgesetzes zur Einrichtung von FlĂŒchtlingsklassen. Nur wenn die Unterrichtsministerin gehorcht, kriegt sie mehr Geld fĂŒr Sprachförderung in den Schulen.

Ich habe nun beileibe nichts gegen sinnvolle VorschlĂ€ge, egal aus welcher Richtung sie kommen. Wie Kurz jedoch agiert, ist – ums freundlich auszudrĂŒcken – ĂŒberaus mutig. Beginnen wir einmal mit den KindergĂ€rten, die in der ZustĂ€ndigkeit von Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) liegen: Da wird ein Übereinkommen (eine sogenannte 15a-Vereinbarung) zwischen dem Integrations-, Familien- und Bildungsministerium sowie den BundeslĂ€ndern ausgehandelt, die einen Finanzierungsrahmen fĂŒr die vorschulische Sprachförderung festlegt. Das ist zeitlich auf drei Jahre begrenzt. Was danach kommt, wissen wir nicht. Vorgaben, wie die Sprachförderung auszusehen hat – wird auch als „QualitĂ€tsstandards“ bezeichnet –, gibt es nicht. Ist ja klar, denn das Personal, das den Sprachstand der Kinder erhebt, um dann Fördermaßnahmen festzulegen und durchzufĂŒhren, gibt es auch kaum. Warum? Unter anderem deshalb, weil vor allem die ÖVP befindet, dass es fĂŒr KindergĂ€rtnerInnen keine akademische Ausbildung benötigt. Und da diese ja keine akademische Ausbildung haben, kann die Entlohnung auch unter aller Kritik sein. Halten wir fest: Unterrichtet jemand Englisch an einer Sekundarschule, ist eine akademische Ausbildung in diesem Fach Voraussetzung. Begleitet jemand aber Kinder beim hochkomplexen Spracherwerbsprozess, von dem schließlich die weitere Bildungskarriere abhĂ€ngig ist, reicht eine allgemeine Ausbildung in einer Schule fĂŒr KindergartenpĂ€dagogik, die in der Regel im Alter von 19 Jahren abgeschlossen werden kann. Aber ich weiß, 1 + 1 zusammenzuzĂ€hlen, ist manchmal sehr schwierig, vor allem dann, wenn das Ergebnis gar nicht passen will.

Dann gibt es noch das von der ÖVP so hochgehaltene föderale Prinzip, das bedeutet, dass wir je nach Gusto der Landeshauptleute bzw. der Landesregierungen völlig unterschiedliche Regelungen in den KindergĂ€rten haben. Gleiches gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr die Pflichtschulen. Um sicherzustellen, dass das Geld aus der 15a-Vereinbarung nicht versenkt wird, soll es eine Beurteilung der Konzepte und Schlussberichte der KindergĂ€rten geben.

Diese Beurteilung macht der Österreichische Integrationsfonds und somit jener Verein, der dem Integrationsminister untersteht und somit Maßnahmen seiner vorgesetzten Behörde beurteilen soll – Marke: Angestellte/r evaluiert eigenen Chef. Die Frage, woher der Integrationsfonds die Kompetenz nimmt, sprachliche FrĂŒhfördermaßnahmen zu beurteilen, stelle ich lieber nicht!

Und das Resultat? Die KindergartenpĂ€dagogInnen fĂŒhlen sich zu Recht ĂŒberfordert und klagen ĂŒber die schlechten Rahmenbedingungen. Die (ohnehin geringen) Gelder fĂŒr Sprachförderungen fließen weiterhin in ein System, das nur mehr schlecht als recht funktioniert.

Also wĂŒrde ich Sebastian Kurz den ultimativen Tipp – heutzutage „Protipp“ genannt, vielleicht versteht er das ja eher? – geben, den Mist im eigenen Stall auszukehren, bevor er den Besen an die Bildungsministerin weiterreicht.

P.S.: Falls Minister Kurz der Republik einen Gefallen tun will, sollte er sich mit seiner Parteikollegin Johanna Mikl-Leitner zusammensetzen und mit ihr erörtern, dass der Bruch von Menschenrechten, wie er tĂ€glich in Traiskirchen stattfindet, den österreichischen Werten denn doch sehr widerspricht. WĂ€re sonst unglaubwĂŒrdig, stĂ€ndig hinauszuposaunen, dass Zugewanderte unsere Werte inhalieren mĂŒssen, um hier bleiben zu können.

(Foto: http://www.bmi.gv.at/cms/cs03picturesbmi/BMI_NEWS_WWW%20-%20OEFFENTLICHKEITSARBEIT/TAGDEROFFENENTUER13/L_12560.jpg)

16. August 2015

Sprachförderung: „Integration statt Ausgrenzung!“

2015-08-17T18:39:24+02:0016.08.15, 10:21 |Kategorien: Bildung, Gesellschaft, Integration|Tags: , , , , |

Bildung_Kind_ChancengerechtigkeitWir wollen Integration statt Ausgrenzung, wir wollen Kinder zusammenfĂŒhren statt sie zu trennen, und wir wollen ihnen die bestmögliche Sprachförderung ermöglichen – so wĂŒrde ich meine heute im Ö1-Morgenjournal prĂ€sentierten GrĂŒnen VorschlĂ€ge fĂŒr eine umfassende Sprachförderung zusammenfassen.

Sebastian Kurz betreibt mit seiner undifferenziert vorgebrachten Forderung nach separierten Sprachklassen ein populistisches Spiel (Debatte ĂŒber Deutschklassen: Ministerium zurĂŒckhaltend). Dabei mĂŒsste er wissen, dass eine solche Maßnahme ausschließlich fĂŒr schulische QuereinsteigerInnen und dies auch nur fĂŒr einen möglichst kurz gehaltenen Zeitraum empfohlen wird. Damit biedert sich Kurz auf unverantwortliche Weise an eine auf Ausgrenzung bedachte FPÖ-Klientel an und schafft so jene Parallelgesellschaften, vor denen er immer warnt. Die ÖVP will mit der frĂŒhen Trennung die soziale und auch eine ethnische Selektion bereits im Vorschulbereich festschreiben.

Meine VorschlĂ€ge basieren auf einem in Hamburg entwickelten und mittlerweile auf breiter Ebene praktizierten erfolgreichen Modell (Förmig), das eine durchgĂ€ngige, additive Sprachförderung von der Vorschule bis zum Ende der Pflichtschulzeit vorsieht, auf Einbindung der Eltern und auf regelmĂ€ĂŸige Sprachstandserhebungen setzt. Eine gezielte, individualisierte Förderung der Bildungssprache setzt allerdings angemessene Arbeitsbedingungen in den Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen sowie beginnend mit dem Kindergarten eine deutlich bessere Ausbildung der PĂ€dagoginnen und PĂ€dagogen voraus. Im Moment wird ins Blaue hineininvestiert, weil die Fördermaßnahmen oft konzeptlos erfolgen und nicht genĂŒgend Fachpersonal in den KindergĂ€rten und Schulen zur VerfĂŒgung steht. Es ist allerhöchste Zeit, hier anzusetzen. Gefordert sind Maßnahmen, die eine gute Ausbildung der Lehrenden garantieren und die Implementierung von bundeseinheitlichen QualitĂ€tsstandards, um eine kompetente Förderung der Kinder sicherzustellen.

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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