3. Mai 2015

Dead Woman Walking

2015-05-03T10:48:07+02:0003.05.15, 10:49 |Kategorien: Bildung|Tags: , , |

Ministerin Heinisch-Hosek freut sich auf die Zentralmatura, gab sie gestern im Ö1-Mittagsjournal bekannt. Die Freude möchte ich ihr keinesfalls nehmen. Ich hoffe aber sehr, dass sie auch nach der kommenden Woche noch Grund zur Freude haben wird, nämlich dann, wenn die am Dienstag beginnende Zentralmatura pannenfrei über die Bühne gegangen sein wird. Falls nicht, wird die Ministerin die Verantwortung dafür zu übernehmen haben.
Zum Luftholen wird Heinisch-Hosek aber auch nach einer positiv bestandenen Zentralmatura nicht kommen. Zu groß sind die derzeit offenen Baustellen: Da fehlen heuer mindestens (!) 340 Millionen Euro im Budget. Ich darf erinnern: Noch Ende Dezember hat mir die Ministerin auf meine parlamentarische Anfrage zum Budget 2015 geschrieben: „Im BVA [Bundesvoranschlag] 2015 wurden Ausgaben für die bereits beschlossene Bezugserhöhung 2015 in der Höhe von rd. 137,8 Mio. EUR berücksichtigt.“ Zuvor hatte sie in einer Nationalratssitzung behauptet, das Budget 2014 und 2015 sei „erledigt“. Erledigt ist jedoch im Grunde die Ministerin selbst. An der kurzen Leine des schwarzen Finanzministers hängend ist sie politisch paralysiert. Und die ÖVP hat gestern wieder gezeigt, was sie von ihr hält: „’Statt ständig nur mehr Geld zu fordern oder andere für die Nichterfüllung ihrer Aufgaben verantwortlich zu machen, sollte die Bildungsministerin einfach ihre Arbeit machen‘, so Blümel und betont: Unser klares ÖVP-Ziel lautet: Die beste Bildung für jedes Kind! Dieses Ziel können wir nur erreichen, wenn sich die Bildungsministerin endlich um Qualität, statt [um] Ideologien kümmert.“

Was die ÖVP mit vermeintlich ideologiefreier „Qualität“ meint, wissen wir: Die Bedienung der eigenen Klientel, das Kuschen vor übermächtigen schwarzen Gewerkschaftsbossen, eine Verlagerung der Zuständigkeit zu schwarzen Landesfürsten – Stichwort „Verländerung“ – und die Mängelverwaltung unter dem Mascherl „Autonomie“ an den Schulen. Heinisch-Hosek hat keine Wahlmöglichkeit: Im Würgegriff der ÖVP und in der fehlenden Unterstützung aus der eigenen Partei kann sie nur verlieren. Dead Woman Walking …

(Foto: © Parlamentsdirektion / Bildagentur Zolles KG / Mike Ranz – Ausschnitt)

2. Mai 2015

Schule von morgen – heute in der Brigittenau!

2015-05-02T11:50:11+02:0002.05.15, 12:22 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

Bildung_Kind_Chancengerechtigkeit_smallAlle nennen ihn „Tshipi“: Josef Reichmayr ist Direktor der „Integrativen Lernwerkstatt Brigittenau“, einer Ganztagsschule in Wien. Das Bemerkenswerte: Es handelt sich um eine Volksschule mit angeschlossener Neuen Mittelschule.
Im „Standard“ hat Maria Sterkl die Schule vorgestellt: „Allerheiligenplatz: Eine Schule, die alles anders macht“.
Ich war selbst schon mehrmals vor Ort und kann bestätigen: Hier haben ein engagierter Direktor und ein tolles Team von Lehrerinnen und Lehrern unter den gegebenen schwierigen Bedingungen vieles von dem bereits umgesetzt, was wir in der „Grüne Schule“ verwirklicht sehen wollen: jahrgangsübergreifende Klassen, Kinder lernen gemeinsam mit und von Älteren, Unterricht bis zum Nachmittag, alternative Lehr- und Lernmethoden.
Ja, das geht. Und wenn die Politik endlich ihre Hausaufgaben erledigt, Bürokratie abbaut und das Engagement vor Ort fördert statt es zu behindern, dann wären wir sogar im bestehenden System schon einen Schritt weiter – einen Schritt in die richtige Richtung.
„Tshipi“ und sein Team geben jedenfalls viel Mut!

29. April 2015

Bildungspolitische Grundsatzdebatte im Nationalrat

2015-04-30T16:55:59+02:0029.04.15, 15:41 |Kategorien: Bildung, Nationalrat, Parteien|Tags: , |

Letzte Woche gab es eine bildungspolitische Grundsatzdebatte im Parlament. Ich habe dabei in meiner Rede die widersprüchlichen Positionen der Regierungsparteien und die gegenseitige Lähmung der „Partner“ thematisiert: unbezahlte Mehrarbeit für die Lehrerinnen und Lehrer – ja oder nein? Aufstockung des Unterrichtsbudgets oder Kaputtsparprogramm? Schritte in Richtung einer modernen Gemeinsamen Schule oder stures Beharren auf dem jetzigen System? Will die SPÖ „ihre“ Unterrichtsministerin bewusst scheitern lassen?

Schlussendlich habe ich dafür plädiert, wofür ich als Bildungssprecher der Grünen seit Jahren kämpfe und das im Motto für die „Grüne Schule“ zum Ausdruck kommt: „Kein Kind zurücklassen!“

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr…

Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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