VerhĂŒllt, abgebaut, wieder aufgebaut: âDenkmal der Republikâ
Es steht vor dem Parlament in Wien und erinnert an die Ausrufung der Republik am 12. November 1918: das âDenkmal der Republikâ. Das Bild zeigt, wie es von den austrofaschistischen Machthabern im Jahr 1934 verhĂŒllt wurde. SchlieĂlich wollte man mit der Republik ja nichts mehr zu tun haben.
Als Abgeordneter habe ich sehr oft die Möglichkeit, vor allem SchĂŒlerInnen und LehrkrĂ€fte durch das Parlament zu fĂŒhren. Diese Touren starten und enden hĂ€ufig auf dem Parlamentsvorplatz, von wo aus auch das Denkmal der Republik zu sehen ist. Sehr oft werde ich auch zu diesem befragt. Es ist offensichtlich, dass es ein BedĂŒrfnis gibt, dieses zentrale Denkmal des demokratischen Ăsterreich SchĂŒlern und SchĂŒlerinnen im Detail nĂ€her zu bringen und ĂŒber dessen wechselhafte Geschichte aufzuklĂ€ren und damit auf Bedrohungen der Demokratie hinzuweisen.
Das Denkmal wurde im Februar 1934 nach Errichtung der austrofaschistischen Diktatur ja nicht nur verhĂŒllt, sondern dann sogar abgebaut und zwischengelagert. 1948 kam es zur Wiedererrichtung. Anfang der Sechzigerjahre wurden in Ăsterreich Neo- und Altnazis wieder sehr aktiv. Im April 1961 wurde das Denkmal durch einen Sprengstoffanschlag beschĂ€digt. Im selben Jahr verĂŒbte ĂŒbrigens der Burschenschafter Gerd Honsik (Danubia-Markomannia) mit WaffenbrĂŒdern ein Schussattentat auf das Parlament, gemeinsam mit GĂŒnther K. (Olympia) einen Brandbombenanschlag auf die italienische Botschaft in Wien, und Burschenschafter verwĂŒsteten auch den jĂŒdischen Friedhof in Innsbruck.
Ich möchte, dass auf diese UmstÀnde in einer Zusatztafel eingegangen wird.
Die Rehabilitierung der Opfer des Austrofaschismus war der erste Schritt in die richtige Richtung. Nun mĂŒssen weitere folgen. Ich habe daher eine entsprechende Anfrage an die PrĂ€sidentin âbetreffend Denkmal der Republikâ eingebracht.
Der korrekte Umgang mit DenkmĂ€lern und historischen Orten gehört schlieĂlich – auch – zu den Aufgaben des Parlaments.
Die ĂVP ist nach wie vor erfolgreich, wenn es darum geht, Politik fĂŒr das reichste Prozent der Bevölkerung zu machen. Und die SPĂ wird ihrem Ruf als âUmfallerparteiâ wieder einmal gerecht.