4. Juli 2014

Newsletter zum Schulschluss!

2014-07-04T08:27:00+02:0004.07.14, 8:27 |Kategorien: Bildung|

Zum Schulschluss beziehungsweise zum Ferienbeginn habe ich gestern den letzten Newsletter vor der Sommerpause verschickt.

Das sind die Themen, die ich aufgreife: Für fast 60.000 SchülerInnen werden die Ferien leider nur wenig erholsam und für ihre Eltern womöglich recht teuer, wenn auf Grund eines „Nachzipfs“ eine institutionalisierte Lernhilfe in Anspruch genommen werden muss. Apropos Ferien: Die Ferienregelungen und schulautonomen Tage müssen dringend den Lernbedürfnissen der SchülerInnen angepasst werden. Alle SchülerInnen brauchen Förderung. Die flexible Schuleingangsphase erlaubt ein individuelles Lerntempo, ohne zu stigmatisieren. Ich habe die Landes-BildungssprecherInnen der Grünen zu einem Treffen eingeladen. Gemeinsam haben wir uns u. a. für mehr Schulautonomie ausgesprochen. Wieder einmal fallen die Verantwortlichen bei den Wiener Philharmonikern negativ auf. Diesmal nicht mit ihrer eigenen Geschichte, sondern mit dem besonders unsensiblen Zugang zum Ersten Weltkrieg.

Zusammengefasst also die zentralen Punkte diesmal:

• „Nachzipf“ und institutionalisierte Lernhilfe

• Ferienregelung und schulautonome Tage

• Volksschule: flexible Schuleingangsphase statt starrem System

• Treffen der Grünen LandesbildungssprecherInnen in Wien endet mit Forderungskatalog

• Die Wiener Philharmoniker und der Erste Weltkrieg

Es würde mich freuen, wenn mein Newsletter neue LeserInnen finden würde. Bestellen kann man ihn ganz einfach per Mail: Bitte hinzufügen: Ich bitte um Zusendung des Newsletters. Vielen Dank!

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

1. Juli 2014

„Schule fürs Leben“ als Schule für die Bildungspolitik!

2017-06-15T17:51:01+02:0001.07.14, 12:52 |Kategorien: Bildung|

Gestern war der Abschluss einer einzigartigen Sendereihe des ORF: „Schule fürs Leben“ begleitete Jugendliche aus zwei Schulen über ein Semester durch den Schul- aber auch durch den privaten Alltag. Eine 4. Klasse des Wiener Gymnasiums Rahlgasse wurde mit einer 4. Klasse der NMS Gassergasse zum gemeinsamen Lernen zusammengeführt. Aus der Gassergasse beteiligten sich 24 Kinder mit 17 Muttersprachen: Kinder; die aus Ländern mit autoritären Regimen kommen, teilweise ihre Fluchtgeschichten aus Kriegsgebieten mitbringen und mit Lebensgeschichten fast gänzlich alleine gelassen werden, die schon für Erwachsene unerträglich sind. Die statistische Prognose der Direktorin der NMS Gassergasse: Ein Drittel dieser Kinder wird eine weiterführende Schule besuchen, ein Drittel eine Lehre beginnen (die dann einige wieder abbrechen) und ein Drittel landet im sozialen Abseits.

Der ORF hat in seiner Serie schonungslos alle Baustellen unseres Bildungswesens aufgezeigt: die zu frühe Trennung der Kinder mit 10 Jahren, die soziale Segregation, Ressourcenmangel an den Schulen, völlige Überforderung der LehrerInnen besonders in den „Brennpunktschulen“ und das weitgehend noch aus der Monarchie stammende veraltete Schulsystem.

Was SPÖVP seit Jahrzehnten nicht zuwege bringen, hat „Schule fürs Leben“ vorexerziert: Zusammenführen der SchülerInnen und Zusammenlernen in gemeinsamen Projekten, Auflösung der starren Unterrichtseinheiten, Persönlichkeitstraining wie Körper- und Stimmübungen, erlebnispädagogische Ansätze, Theaterpädagogik und individuelle Fördermaßnahmen. Studien zeigen, dass erfolgreiches Lernen und auch Integration dann passieren, wenn die SchülerInnen das enge Klassenzimmer verlassen, aus dem Unterrichtsgebäude hinausgehen und das private Umfeld Eingang in den Unterricht findet. Das Ergebnis ist nach nur fünf Projektmonaten gleichermaßen ermutigend wie verblüffend: Viele SchülerInnen – egal ob aus NMS oder AHS – geben an, an Selbstbewusstsein gewonnen zu haben, Eltern zeigen sich von den großen Fortschritten ihrer Kinder überrascht, und LehrerInnen meinen, im Projekt mit ihren SchülerInnen gewachsen zu sein. Als „Nebenprodukt“ fand Integration statt, wie sie sein kann und soll, nämlich miteinander und nicht getrennt.

Was bleibt, ist mein Kompliment an den ORF und an die Sendungsverantwortliche Waltraud Langer!

Leider gibt es auch ein „Aber“: Nicht alle SchülerInnen haben das Glück, über eine Fernsehreihe „populär“ zu werden und auf zahlreiche individuelle Hilfsangebote zurückgreifen zu können, von Lerncoaches begleitet zu werden, die mit den Stärken und Schwächen der Jugendlichen arbeiten. Daher ist es die Aufgabe unserer Gesellschaft, jene Rahmenbedingungen zu schaffen, die Chancengleichheit und bestmögliche Förderung für alle garantieren.

Denn, was für die „Schule fürs Leben“ galt, ist auch für die „Grüne Schule“ zentral: „Kein Kind zurücklassen!“

29. Juni 2014

Schulautonomie statt ewiges Kompetenzgerangel zwischen Bund und Ländern

2014-06-29T18:37:00+02:0029.06.14, 18:37 |Kategorien: Bildung|

Das war ein tolles und für uns alle sehr motivierendes Vernetzungstreffen: In Wien haben sich die Grünen BildungssprecherInnen aus den Bundesländern und ich zu einem Gedankenaustausch und einer politischen Schwerpunktsetzung getroffen. Die Medien wie etwa der ORF haben ausführlich berichtet, sogar im „Düsseldorfer Abendblatt“ (!) steht ein Artikel über das Treffen.

Unser Resümee: Österreich ist dabei, seine Zukunft unserer Kinder zu verspielen. Wir sind im Bildungsbereich mit vielen Baustellen konfrontiert, es besteht dringender Handlungsbedarf. Lösungsansätze sind derzeit aber nicht in Sicht! Die Grünen waren sich einig, dass die größte Verunsicherung derzeit in den angekündigten Sparmaßnahmen besteht und niemand weiß, wo es weniger Geld geben wird: Derzeit blockieren sich Bund und Ländern gegenseitig, einen sinnvollen Ausweg sehen die Grünen in einer weitgehenden Schulautonomie.

„Fast jedes Genehmigungsverfahren wird derzeit zu einem bürokratischen Spießrutenlauf, etwa für eine alternative Leistungsbeurteilung“, meinte Gottfried Hirz, Grüner Klubobmann im oberösterreichischem Landtag. Einig waren sich alle auch darin, dass die flächendeckende Einführung der Neuen Mittelschule (NMS) eine Fehlentwicklung war. Der Tiroler Abgeordnete Ahmet Demir fasst zusammen: „Teamteaching findet in der Realität bei weitem nicht flächendeckend statt und fällt zunehmend den Einsparungsmaßnahmen zum Opfer. Ein Ausweg kann nur die Gemeinsame Schule aller 6- bis 14-jährigen Kinder sein.“

Weitere Baustellen orteten die LAbg Martina Wurzer aus Wien und Simon Hofbauer aus Salzburg in der schleppenden Vorbereitungen der modularen Oberstufe: „Es drohen ähnliche Pannen wie bei der Einführung der Zentralmatura!“ Probleme orteten sie auch in der ungleichen und ungerechten Praxis bei der Förderung von Privatschulen, der Rücknahme der Versprechungen eines massiven Ausbaus ganztägiger Schulformen usw.

Diese Themenbereiche werden in den kommenden Monate ebenso Schwerpunkte der Grünen Bildungsarbeit auf Bundes- wie auf Landesebene sein wie eine Neuregelung der Ferienordnung, Initiativen zur Sprachförderung oder die Einführung von Sprachzertifikaten für Lehrkräfte mit migrantischem Hintergrund, versichert die LAbg Katharina Wiesflecker aus Vorarlberg. Emmerich Weiderbauer aus Niederösterreich betont die Bedeutung der Ausbildung für Interkulturelle MitarbeiterInnen für Volksschulen in Niederösterreich und für Regina Petrik sind im Burgenland insbesondere die Berufsschulen im Fokus der bildungspolitischen Arbeit.

Insgesamt sehen Zalka Kuchling aus Kärnten unsere Befürchtungen leider ebenso bestätigt wie Ingrid Lechner-Sonneck aus der Steiermark: Die Situation in den Ländern wird zunehmend untragbar, die Sparmaßnahmen sind schon längst in den Schulen angekommen, notwendige Maßnahmen und Reformen ließen auf sich warten. „Es herrscht ein Klima der Verunsicherung, das Kompentenzgerangel zwischen den Ländern und dem Bund verstärkt dies. Meine Schlussfolgerung: „Einen Ausweg aus dieser Sackgasse sehen wir neben dem Ausbau der Schulautonomie in einer indexbasierten Mittelzuteilung an die Schulen!“

Für alle Grünen BildungssprecherInnen und für die „Grüne Schule“ gilt das Motto: „Kein Kind zurücklassen!“

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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