2. Februar 2014

Duale Ausbildung Thema im Nationalrat!

2014-02-02T11:31:00+01:0002.02.14, 11:31 |Kategorien: Bildung|

Diese Woche haben wir im Nationalrat in einer „Aktuelle Europastunde“ über das Thema „Duales Ausbildungssystem, Ausbildungsgarantie – Österreich als Beispiel für Europa“ diskutiert: Ich war nach Josef Cap, Werner Faymann, Christine Muttonen, Reinhold Lopatka und Walter Rosenkranz an der Reihe. Von meinen Vorrednern ist ausschließlich der Freiheitliche zumindest teilweise auf das Thema eingegangen. Das finde ich bemerkenswert!

Auf die von mir genannten alarmierenden Fakten gingen die VertreterInnen der Regierungsparteien lieber nicht ein:

• 13.220 weniger betriebliche Lehrlinge seit 2008

• 6.051 weniger betriebliche Erstlehrlinge seit 2008

• 5.000 weniger Ausbildungsbetriebe seit 2008

• Jeder 5. Lehrling schafft die Abschlussprüfung nicht

• Bis zu 24 geben die Lehre vor dem Ende auf

Hier die Debatte zum Nachschauen.

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

30. Januar 2014

Kindergarten – Volksschule: Übergang statt Schnittstelle

2014-01-30T13:51:00+01:0030.01.14, 13:51 |Kategorien: Bildung|

Unter diesem Titel habe ich heuite gemeinsam mit unserer Familiensprecherin Daniela Musiol unsere Grünen Vorschläge für einen kindgerechten Übergang vom

Kindgarten in die Schule vorgestellt.

Hier der APA-Bericht:

Wien (APA) – Grünen-Bildungssprecher Harald Walser will im Bildungssystem „weg von starren Strukturen, auch beim Kindergarten und den Volksschulen“. Möglich werden soll das durch mehr Flexibilität in den ersten Schuljahren. Familiensprecherin Daniela Musiol forderte bei einer Pressekonferenz außerdem mehr Kooperation der Pädagogen beim Übergang vom Kindergarten in die Volksschule.

In einem Entschließungsantrag fordert Walser die Einführung einer flexiblen Schuleingangsphase, bei der Vorschulstufe sowie 1. und 2. Klasse (Grundstufe I) gemeinsam geführt werden, in ganz Österreich. Dabei können begabtere Kinder bei Zustimmung der Eltern schneller in das nächste Jahr aufsteigen, Kinder, die länger brauchen, haben bis zu drei Jahre Zeit für die Grundstufe I. Dieses Modell gibt es zwar schon jetzt, allerdings ist es genehmigungspflichtig. „Wir wollen, dass diese Entscheidungen am Standort fallen“, so Walser.

Er sieht dabei nur Vorteile: Derzeit liegen Kinder beim Schulstart in ihrem Entwicklungsstand bis zu zwei Lernjahre auseinander. Bei einer flexiblen Schuleingangsphase bekomme jedes Kind die Zeit, dies es brauche. Außerdem würde damit das „sehr ungerechte“ System der Vorschulklassen aufgelöst: Derzeit ist die Wahrscheinlichkeit, dass man in einer solchen Klasse landet, stark vom jeweiligen Bundesland abhängig; Kinder mit Migrationshintergrund sind stark überrepräsentiert. „Diese stigmatisierende Erfahrung müssen wir vermeiden.“ Außerdem drohe bei einer flexiblen Schuleingangsphase Kleinschulen bei einem geburtenschwachen Jahrgang nicht mehr gleich die Schließung.

Zwei Lehrer pro Klasse

Geht es nach den Grünen, sollen in diesem Modell außerdem langfristig zwei Volksschullehrer pro Klasse eingesetzt werden, um die Kinder individuell zu fördern. Das würde zwar im Endausbau 300 bis 400 Mio. zusätzlich pro Jahr kosten. Langfristig glaubt Walser aber sogar an Einsparungen, da etwa allein Klassenwiederholungen Mehrkosten von 300 Mio. Euro pro Jahr erzeugen würden.

Die Grünen pochen außerdem auf einen „sanften Übergang“ vom Kindergarten in die Volksschule, wie er im Regierungsprogramm angekündigt wird. Dieser soll sich nicht nur architektonisch ausdrücken, indem im Idealfall Kindergartenkinder bis Maturanten gemeinsam einen Campus besuchen. Musiol wünscht sich pädagogisch mehr Durchlässigkeit: Derzeit gebe es keine standardisierten Verfahren, wie Kindergartenpädagogen die Informationen über den Entwicklungsstand der Kinder an die Volksschulen weitergeben. Rechtlich sei dieser Austausch wegen der unterschiedlichen Kompetenzen (Kindergärten sind Gemeinde-, Volksschulen Länderkompetenz) sogar untersagt, die Schulen müssten beim Einschulungstest daher bei Null beginnen. „Aber nur der Austausch ermöglicht einen guten Übergang“, so Musiol. Vorstellbar wäre dieser etwa in Form eines Portfolios, in dem steht, wie es um die sozialen Kompetenzen und motorische Entwicklung des Kindes bestellt ist, wo es Begabungen oder Defizite hat und wie es in Konfliktsituationen reagiert.

Verpflichtendes zweites Kindergartenjahr gefordert

In einem Entschließungsantrag fordern die Grünen außerdem für alle Kinder – und nicht wie im Regierungsprogramm vorgesehen nur jene mit Förderbedarf – ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr. Die Kosten: Wie beim schon verpflichtenden Kindergartenjahr für Fünfjährige 70 Mio. Euro pro Jahr. Im Antrag verweisen die Grünen darauf, dass schon jetzt 94 Prozent der Vierjährigen den Kindergarten besuchen. Da davon auszugehen sei, dass die fehlenden sechs Prozent aus sozioökonomisch benachteiligten Familien kommen, erhoffen sie sich von dieser Maßnahme „positive Auswirkungen auf ihren weiteren Bildungsweg“. Auch bei diesem Antrag müsste zumindest die SPÖ zustimmen, „wenn sie ihr Abstimmungsverhalten an das anpasst, was sie immer sagt“, meinte Musiol.

Weitere Forderung: Eine gemeinsame Ausbildung für Kindergarten-und andere Pädagogen, die ja bei der Reform der Lehrerausbildung nur bedingt umgesetzt wird. Durch einen Abbau der Statusunterschiede und mehr Kontakt zwischen den Gruppen könnte die Kooperation verbessert werden.

Und abschließend zum APA-Bericht: Für die „Grüne Schule“ gilt „Kein Kind zurücklassen!“

27. Januar 2014

Gemeinsame Schule für ÖVP „kein Werk des Teufels“?

2014-01-27T08:12:00+01:0027.01.14, 8:12 |Kategorien: Bildung|

Ist die Gemeinsame Schule inzwischen für die ÖVP „kein Werk des Teufels“ mehr? Zumindest für größere Teile der ÖVP dürfte das inzwischen so sein. In einem längeren Interview mit dem „Standard“ hatte ich Gelegenheit, zu dieser und zu anderen bildungspolitisch relevanten Fragen Stellung zu beziehen: „Aus der ÖVP mutigere Bekenntnisse als aus der SPÖ

Für viele mag die „Standard“-Überschrift irritierend sein, aber in der ÖVP wird inzwischen wenigstens diskutiert: Aus Vorarlberg, Tirol, Steiermark, Salzburg, ja sogar aus Wien gibt es positive Stellungnahmen – vom Wirtschaftsbund und der ÖVP-nahen Industriellenvereinigung gar nicht zu reden. Was aber passiert eigentlich bei den Sozialdemokraten? Hat jemand in Sachen Modellregion Gemeinsame Schule Konkretes aus der SPÖ gehört?

Ich halte daher fest: „Es gibt aus der ÖVP mutigere Bekenntnisse zu einer Bildungsreform als aus der SPÖ. In der SPÖ zieht man sich immer wieder zurück auf Parteiprogramme, aber es folgt kein einziger konkreter Schritt. In keinem SPÖ-Bundesland gibt es Bewegung.“

Es bleibt uns noch eine Menge Arbeit, bis wir unsere Idee einer modernen, gerechten und kinderorientierten Schule umgesetzt haben. Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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