10. Oktober 2010

18 Jahre unschuldig in der Todeszelle

2010-10-10T17:22:00+02:0010.10.10, 17:22 |Kategorien: Menschenrechte|

Zu diesem Thema gibt es am Dienstagabend in Feldkirch einen spannenden Vortrag von Amnesty International in Vorarlberg:

Dienstag, 12. Oktober um 20 Uhr

Schwurgerichtssaal im Landesgericht Feldkirch

Zu Gast ist Juan Melendez. Er wurde 1984 in Pennsylvania fĂŒr den Mord an Delbert Baker verhaftet und zum Tode verurteilt – fĂŒr einen Mord, mit dem er nichts zu tun hatte. Basis des Urteils waren falsche Zeugenaussagen. Melendez verbrachte fast 18 Jahre in der Todeszelle, bis er seine Unschuld nachweisen konnte und freigelassen wurde. Ende 2000 tauchte ein Tonband mit dem GestĂ€ndnis des wahren Mörders auf. Am 3. Januar 2002 wurde Juan Melendez aus dem GefĂ€ngnis entlassen. Er ist der 99. als unschuldig freigelassene Todesstrafenkandidat der USA seit 1973.

Amnesty International Österreich hat ihn eingeladen, im Rahmen der aktuellen Kampagne zur Todesstrafe in öffentlichen VortrĂ€gen und Schuldiskussionen ĂŒber seine Geschichte zu sprechen.

„Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, dass vier Personen wegen Mordes Ersten Grades zum Tode verurteilt worden sind, die spĂ€ter fĂŒr unschuldig befunden wurden… lange, nachdem das Berufungsverfahren abgeschlossen worden war.“

Das sagte Richter Harry Fogle, der vorsitzende Richter des 6. Kreisgerichtes in Florida.

8. Oktober 2010

Schande fĂŒr Österreich: Abschiebung von Kindern!

2010-10-08T00:09:00+02:0008.10.10, 0:09 |Kategorien: Menschenrechte|

Nun schieben wir in Österreich also zwei achtjĂ€hrige MĂ€dchen ab, die drei Viertel ihrer Lebenszeit in Österreich verbracht haben (wo ist wohl deren „Heimat“?) und deren Mutter wegen Suizid-Gefahr in psychiatrischer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus liegt. Die Zwillinge stammen aus dem Kosovo und sind „zur Sicherung der Abschiebung“ zuvor gemeinsam mit ihrem Vater in einem GefĂ€ngnis in Schubhaft gesessen.

Auch diese Familie war/ist bestens integriert, humanitĂ€res Bleiberecht erhielt sie aus formalen GrĂŒnden nicht. Sie hĂ€tte statt im September 2004 schon im Mai 2004 einreisen mĂŒssen. So einfach ist das fĂŒr Maria „ohne Gnade“ Fekter. Das Vorgehen der Behörde sei – so Fekter wörtlich – „familiengerecht“, sie gehe „rechtsstaatlich und korrekt vor“. Nicht nur fĂŒr Menschen- und Kinderrechtsorganisationen widerspricht eine Schubhaft fĂŒr Kinder der UN-Kinderrechtskonvention, sondern auch fĂŒr jeden human empfindenden Menschen.

Rot (man denke an die peinliche Rolle Michael HĂ€upls in dieser Sache) und Schwarz ĂŒbernehmen zunehmend die Politik der Strache-FPÖ. Die „christliche Familienpartei“ ÖVP reißt also schon wieder eine intakte Familie auseinander. Eines der reichsten LĂ€nder der Welt gibt der hetzerischen Propaganda von Rechtsaußen nach, gibt jenen recht, die seit Jahren so tun, als sei „AsylwerberIn“ ein Synonym fĂŒr „VerbrecherIn“. So schĂŒrt man Fremdenfeindlichkeit. Ich schĂ€me mich fĂŒr unsere Regierung! Und ich kann sie nicht mehr hören, jene „fortschrittlichen“ Kritiker der GrĂŒnen und „intellektuellen“ Besserwisser, die immer genau wissen, warum man „diesmal“ SPÖVP wĂ€hlen mĂŒsse. Sie unterstĂŒtzen in Wahrheit die Fektersche InhumanitĂ€t und in letztlich die FPÖ-Politik. Und ich bin stolz auf uns GrĂŒne: Wir sind in Sachen Menschenrechte die einzige stabile und kompromisslose politische Kraft in diesem Land!

1. Oktober 2010

Erwin KrĂ€utler: „Jogger nach dem Rosenkranz“

2010-10-01T17:56:00+02:0001.10.10, 17:56 |Kategorien: Menschenrechte|

Selten habe ich jemandem lieber gratuliert: Bischof Erwin KrĂ€utler hat bekanntlich am Donnerstag den Alternativen Nobelpreis erhalten. Er hat himmelschreiendes Unrecht immer konsequent angeprangert und sein ganzes Leben dem unerschrockenen Kampf fĂŒr die Rechte von benachteiligten Menschen gewidmet. Kaum einer verdient diese Anerkennung so wie er. Und was mich persönlich freut: Als Direktor des Gymnasiums Feldkirch bin ich besonders stolz darauf, dass ein ehemaliger SchĂŒler meiner Schule eine derartige Auszeichnung erhĂ€lt. KrĂ€utler saß ĂŒbrigens mit einem anderen heutigen Bischof in der gleichen Klasse: Klaus KĂŒng.

KrĂ€utler ist es als Bischof gelungen, sowohl die Probleme der indigenen Bevölkerung ĂŒber die Grenzen Brasiliens hinaus bekannt zu machen als auch die katastrophalen Auswirkungen der skrupellosen Ausbeutung der Natur. Sein Kampf fĂŒr Rechte der Xingu und gegen Wahnsinnsprojekte wie das Mega-Wasserkraftwerk in Belo Monte haben weltweite Aufmerksamkeit erreicht. Bischof KrĂ€utler wurde deshalb schon mehrfach mit dem Tod bedroht und hat 1987 ein Attentat schwer verletzt ĂŒberlebt. Eine seiner Mitarbeiterinnen wurde 2005 sogar erschossen. Es brĂ€uchte mehr unerschrockene und unbequeme Propheten wie Erwin KrĂ€utler.

Im „Standard“ war er heute der „Kopf des Tages“ („Ein Jogger nach dem Rosenkranz am Rio Xingu“).

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr


Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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