„Die Desertion aus der Wehrmacht war eine Friedenstat!“

2014-10-24T21:45:00+02:0024.10.14, 21:45 |Kategorien: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: , , |

Das war ein großer Tag heute am Ballhausplatz: die EnthĂŒllung des Deserteursdenkmals in Anwesenheit des 92-jĂ€hrigen Richard Wadani, des BundesprĂ€sidenten und vieler weiterer hochrangiger ReprĂ€sentanten von Staat und Gesellschaft.

Nach eineinhalb Jahrzehnten Überzeugungsarbeit – ich habe auf diesem Blog mehrmals darĂŒber berichtet („Ein Denkmal fĂŒr Deserteure“) – konnten die Protagonisten des „Personenkomitees Gerechtigkeit fĂŒr die Opfer der Wehrmachtsjustiz“ – vor allem Hannes Metzler und Thomas Geldmacher – nach der politischen und juristischen Rehabilitierung nun einen weiteren Erfolg feiern: An einem der (wenn nicht dem) prominentesten PlĂ€tze der Republik wurde ein eindrucksvolles Mahnmal der Öffentlichkeit ĂŒbergeben.

Nun gibt es endlich einen zentralen Erinnerungsort fĂŒr jene, die sich der Verfolgung durch die Wehrmachtsjustiz widersetzten und das nicht selten mit dem Tod bezahlten. Es wird an uns liegen, dass dieses Denk- und Mahnmal kĂŒnftig seine Funktion als Ort der Begegnung und des Dialogs erfĂŒllen kann.

BundesprĂ€sident Heinz Fischer betonte zu Recht, es sei „traurig“, dass Wehrmachtsdeserteure viele Jahrzehnte als VerrĂ€ter angesehen wurden: „Das ist etwas, wofĂŒr man sich entschuldigen und schĂ€men muss.“ Unser Wiener Klubobmann David Ellensohn betonte: „Die Desertion aus der Wehrmacht ist immer eine Friedenstat, dafĂŒr gebĂŒhrt allen, die desertiert sind, unser Dank!“

Wenn dieses Denkmal fĂŒr die Freiheitlichen heute noch immer als „Zivilisationsschande“ fĂŒr „Kameradenmörder“ gilt, wissen wir, wie hart der Kampf um ein demokratisches Geschichtsbild und eine offene Gesellschaft auch in Zukunft sein wird. Ein Etappensieg war der heutige Tag allemal!