26. Januar 2009

BM Schmied in der LehrerInnenausbildung auf den Spuren der Grünen?

2009-01-26T07:47:00+01:0026.01.09, 7:47 |Kategorien: Bildung|

Seit Jahren habe wir es gefordert, Gehrer & Co haben nur müde gelächelt und Jahr für Jahr schlechtere Ergebnisse bei den diversen internationalen Testungen in Kauf genommen. Nun hat BM Schmied – interessanterweise über das Massenblatt „Österreich“ – eine Reform angekündigt, die unseren Vorstellungen in der LehrerInenausbildung sehr nahe kommt:

Eine Arbeitsgruppe soll innerhalb eines Jahres die Ausbildung aller PädagogInnen von der Kindergärtnerin bis zur/zum HochschulprofessorIn auf Uni-Niveau vorbereiten. Ausgangspunkt ist ein dreistufiges System von Bachelor, Master und Doktorat – mit einer einsemestrigen Eingangsphase. VolksschullehrerInnen müssen einen Bachelor machen, GymnasiallehrerInnen einen Master. Vorsicht ist geboten, denn wir hatten vor zwei Jahren schon einmal so einen Versuch: Die Kommission von Ex-Landesschulratspräsident Bernd Schilcher hat ja in ihren beiden Zwischenberichten genau diese Richtung vorgeschlagen – und ist sang- und klanglos gescheitert. Der angekündigte Reformschritt allerdings muss gemacht werden: Eine Verbesserung unseres Bildungssystems muss von einer Verbesserung der Ausbildung der PädagogInnen ausgehen – da wird eine Verlagerung an die Universität allein zuwenig sein: Die Ausbildung muss auch praxisnäher werden. Die Universität Innsbruck hat diesebzüglich übrigens durchaus nachahmenswerte Initiativen gesetzt.

Zu hoffen ist, dass es endlich mutige Schritte in die richtige Richtung gibt – unsere Unterstützung für so ein Vorhaben ist sicher!

24. Januar 2009

Kindern eine Chance geben!

2009-01-24T00:57:00+01:0024.01.09, 0:57 |Kategorien: Bildung|

Kinder sind der schwächste Teil der Gesellschaft. Ihnen muss unser Schutz gelten. Das gilt speziell für die Kindern, die (aus welchen Gründen auch immer) benachteiligt sind. Beispielsweise für die Kinder von Flüchtlingen: Bei einer Abendveranstaltung in Wien hat mir eine Betreuerin die Situation dieser Kinder geschildert. Weitere Recherchen haben ihre Angaben bestätigt.

Demnach gibt es in den Erstaufnahmestellen in Traiskirchen und Thalham ständig zahlreiche Familien mit schulpflichtigen Kindern. Zumeist beläuft sich der Aufenthalt dort nur auf einige Tage oder Wochen, manche warten aber auch einige Monate auf Unterbringung in einem Flüchtlingsheim im Bundesgebiet.

Es wäre wichtig, den Kindern sofort nach ihrer Ankunft in Österreich Schulunterricht zuteil werden zu lassen (die regulären Pflichtschulen in den Orten würde das überfordern). Schulunterricht würde helfen, den Alltag in der Erstaufnahmestelle zu strukturieren, er fördert das Zusammenleben unterschiedlichster Kulturen in der Erstaufnahmestelle und vermittelt erste Deutschkenntnisse.

Für Flüchtlingskinder ist es auch überaus wichtig, die Gepflogenheiten des Schulunterrichts in Österreich kennen zu lernen. LehrerInnen an Pflichtschulen, die Flüchtlingskinder in ihre Klassen integrieren, beklagen, dass diese Kinder bzw. deren Eltern mit Koedukation, Mitteilungsheften, Hausaufgaben und Vormittagsunterricht häufig nichts anfangen können. Neben diesen Voraussetzungen können an einer Schule in der Erstaufnahmestelle auch die Bildungsstände erhoben werden. Etwa wann der letzte reguläre Schulbesuch und auf welcher Schulstufe er stattgefunden hat, welche Sprachen das Kind spricht, in welcher Schriftsprache es alphabetisiert wurde.

Vorbild für die Pflichtschulen in den Erstaufnahmestellen sollen die Heilstättenschulen in Krankenhäusern sein. Diese sind organisatorisch darauf ausgelegt mit Kindern auch nur wenige Tage oder Wochen zu arbeiten, mit unterschiedlichen Leistungsniveaus und in Kleingruppen zu unterrichten. Ein dauerhafter Schulbesuch ist in dieser Schulform nicht vorgesehen, die Erstbeschulung von Flüchtlingskindern wäre aber in dieser Organisationsform bestens möglich.

Gestern habe ich einen entsprechenden Entschließungsantrag (ganzer Text hier abrufbar) eingebracht. Mal sehen, wie die KollegInnen im Unterrichtsausschuss darauf reagieren.

20. Januar 2009

Kein „Change“ in der Bildungspolitik!

2009-01-20T13:08:00+01:0020.01.09, 13:08 |Kategorien: Bildung|

Während heute Barack Obama in den USA seinen großangelegten gesellschaftlichen Reformprozess einleitet und Hoffnung in die Zukunft weckt, bejubeln Ministerin Schmied und der Vorarlberger Schullandesrat Stemer ihren bildungspolitischen Pakt der Mutlosen. Gerade in Vorarlberg wären die Voraussetzungen für einen Schulversuch zur gemeinsamen Schule ideal, weil es nach der Reform-Eiszeit unter Elisabeth Gehrer viele engagierte LehrerInnen und eine reformbereite Elternschaft gibt.

Das Vorarlberger Modell ist hauptsächlich eine Aufwertung der Hauptschulen: Das ist prinzipiell zu begrüßen, aber kein Schulversuch in Richtung gemeinsame Schule. Immer noch fällt die Schullaufbahnentscheidung, entgegen den gesetzlichen Vorgaben des Schulversuchs, mit neuneinhalb Jahren und somit viel zu früh. Statt auf die im Schulversuch vorgesehene individuelle Förderung zu bauen, setzt das Vorarlberger Modell weiterhin auf die gescheiterten Leistungsgruppen, obwohl es laut Gesetz (§ 7a Abs 3 SchOG) maximal „temporär“ eine „äußere Differenzierung“ (also Leistungsgruppen) geben dürfte. Im Vorarlberger Modell hingegen ist die Abschaffung der Leistungsgruppen nicht einmal gefordert und somit auch an kaum einem Standort umgesetzt.

Eine der Ursachen dafür: Während in anderen Bundesländern bis zu 12 zusätzliche Stunden pro Klasse zur Verfügung stehen und somit wirkliche Reformmöglichkeiten eröffnet werden, sind es in Vorarlberg gerade einmal zwei (!) Stunden. Das führt zurecht zu großem Unmut unter den LehrerInnen und Eltern.

Nutzen wir doch die überdurchschnittlich große Reformbereitschaft der LehrerInnen und Eltern in Vorarlberg und schaffen wir eine richtige Modellregion Vorarlberg, in der alle 10- bis 14-Jährigen gemeinsam unterrichtet werden, in der es keine Leistungsgruppen, aber innere Differenzierung gibt, in der die Schwachen gefördert und die Starken gefordert werden: „Yes, we can!“

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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