22. Januar 2014

Neue Mittelschule: „Notendruck in den Volksschulen nicht gesunken“

2014-01-22T09:28:00+01:0022.01.14, 9:28 |Kategorien: Bildung|

Das sind bemerkenswert ehrliche Aussagen des zuständigen Koordinators für die Neuen Mittelschulen in Vorarlberg! Christian Kompatscher gibt zu, dass das Ziel des Schulversuchs, den Selektionsruck auf die Volksschulen zu senken, nicht erreicht worden sei: „Der Notendruck in den Volksschulen ist nicht gesunken!

überraschend ist die Ehrlichkeit der Behörden, nicht das Ergebnis. Denn genau auf diese Problematik und die schlechteren Chancen der NMS-AbsolventInnen habe ich bei der Einführung der NMS hingewiesen und letztes Jahr noch einmal eine Anfrage dazu an Ministerin Claudia Schmied geschickt: „Schlechte Chancen für PflichtschulabsolventInnen beim Eintritt in gymnasiale Oberstufen

Damals fasste eine Mutter mir gegenüber ihre Erfahrungen bei der Anmeldung ihres Kindes so zusammen: „Mir fiel auf, dass es ein 2-Klassen Schulsystem gibt, das schon am Ende der Volksschule beginnt.“

Ich füge hinzu: Die „Zweiklassengesellschaft“ ist extrem ungerecht. Die Fachzeitschrift „Erziehung und Unterricht“ berichtet von einer Studie über die Gerechtigkeit von Noten in der Volksschule. Die Ergebnisse sind zum Teil sehr „erstaunlich“: SchülerInnen, die in „Deutsch, Lesen, Schreiben“ ein Sehr gut im Semesterzeugnis hatten, verfügten beim Test über die unterschiedlichsten Kompetenzen: 17 Prozent der „Sehr Gut“-Schüler machten im Rechtschreibtest keinen Fehler, praktisch gleich viele aber gleich sechs Fehler oder mehr. Was in der einen Klasse noch zu einem Sehr gut reicht, kann in einer anderen zu einem Genügend führen.

Das Zeugnis der 4. Klasse Volksschule – bzw. sogar das „Semesterzeugnis“ – entscheidet aber über die Bildungschancen der Betroffenen! Nur mit einer leistungsfähigen und modernen Gemeinsamen Schule bis zum 14. Lebensjahr können wir diese Ungerechtigkeit beseitigen!

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

21. Januar 2014

Steiermark: heute schulpolitischer Lackmustest für SPÖVP!

2014-01-21T09:10:00+01:0021.01.14, 9:10 |Kategorien: Bildung|

Heute ist Lostag in Sachen Modellregion Gemeinsame Schule: Die steirischen Grünen bringen im Landtag eine Dringliche Anfrage ein und zwingen ÖVP – aber auch SPÖ – dazu, Farbe zu bekennen: Meinen sie die positiven Äußerungen für eine Modellregion zur Gemeinsamen Schule ernst oder nicht? Ausreden gelten jetzt nicht mehr: „Modellregionen zu Gesamtschule: Grüne drängen ÖVP zu Zusage“.

Neben Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Wien haben sich in der ÖVP ja vor allem die Steirer weit hinausgelehnt: „Unmut in Steirer-ÖVP: „Gebe Spindelegger noch sechs Monate““.

Die logische Folge ist die Zustimmung! Oder? Unsere steirische Bildungssprecherin Abg. Ingrid Lechner-Sonnek fasst zusammen: „Parteiübergreifender Initiative steht nichts mehr im Wege, es gibt keinen Grund mehr zuzuwarten! In den letzten Tagen hat die steirische ÖVP sich öffentlich für eine Modellregion für die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen in der Steiermark ausgesprochen. Nachdem auch die SPÖ als Partei die Einführung dieser Schulform vertritt, ist im Landtag Steiermark eine große Mehrheit von BefürworterInnen zumindest einer Modellregion gegeben.“ Mehr dazu hier.

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

15. Januar 2014

Gemeinsame Schule: SPÖVP mit Angst vor der eigenen Courage!

2014-01-15T16:42:00+01:0015.01.14, 16:42 |Kategorien: Bildung|

Ist es „nur“ die Angst vor der eigenen Courage? Gehorcht man dem Befehl Michael Spindeleggers? Faktum ist jedenfalls, dass jene VertreterInnen von SPÖVP, die noch vor Wochenfrist für die Einrichtung von Modellregionen zur Gemeinsamen Schule gesprochen haben, jetzt – nach der ÖVP „Nicht-Krisen-Sitzung“ am Sonntag allesamt den Mut verloren haben und Rückzugsgefechte liefern.

Im Mittagsjournal gestern („ÖVP: Gesamtschule bleibt Zündstoff“, hier das Audiofile) und heute in den Vorarlberger Nachrichten („Kaum Hilfe für Walser“) rudern sie zurück: „Gesamtschule: ÖVP-, SPÖ- und FPÖ-Abgeordnete unterstützen Antrag nicht.“

Wen es genauer interessiert, hier sind die zustimmenden Zitate führender ÖVP-PolitikerInnen nachzulesen: „ÖVP auf bildungspolitischer Geisterfahrt!“. Ähnlich argumentierten SPÖ und FPÖ.

Gestern im Mittagsjournal und heute in den Vorarlberger Nachrichten (und somit kurz nach der Nicht-Krisen-Sitzung) klang das leider ganz anders:

• Michael Spindelegger auf Ö1: „Das Gymnasium ist unverzichtbar. Das sagen alle in der Volkspartei.“ Alle?! Jedenfalls gilt das offensichtlich für die Vorarlberger ÖVP. Oder doch nur für die Vorarlberger ÖVP-Abgeordneten im Nationalrat? Gibt es da irgendwann eine Klärung durch Landeshauptmann Markus Wallner?

• Ehrlich argumentiert mein sozialdemokratischer Kollege Elmar Mayer: „Gestern winkte auch der ehemalige SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer ab: Walsers Antrag sei „begründet und richtig“, so der 60-jährige Abgeordnete. Allerdings verbiete ihm eine Koalitionsvereinbarung eine Unterstützung.“

• Auch in der FPÖ gibt es Turbulenzen. Noch im Dezember haben die Freiheitlichen dem Antrag für eine Modellregion im Vorarlberger Landtag zugestimmt, heute ist alles anders: „Keine Freude damit, dass Walser schon jetzt einen Entschließungsantrag vorgelegt hat, hat auch FPÖ-Nationalrat Bernhard Themessl: Beim derzeitigen Zustand der ÖVP sei es „absolut kontraproduktiv, durch überzogene Forderungen eine gute Idee endgültig sterben zu lassen“.“

Doch es kommt weiteres Ungemach auf SPÖVP zu: Die Grünen werden am nächsten Dienstag im steirischen Landtag einen eine Dringliche Anfrage einbringen. Das wird eine auch bundespolitisch spannende Landtagssitzung, denn auch in der Grünen Mark haben sich führende SPÖVP-PolitikerInnen für eine Modellregion ausgesprochen und müssen jetzt Farbe bekennen: Wollen sie das umsetzen, was sie angekündigt haben. Die Frage an die Landesregierung lautet schlicht und einfach: „Werden Sie an die Bundesregierung herantreten, um die Genehmigung für eine Modellregion für eine Gesamtschule der 10- bis 14-Jährigen zu erlangen?“

Wobei es Hoffnung gibt, denn gestern hat ÖVP-Generalsekretär Blümel offiziell das parteiinterne Nachdenken erlaubt. Halt nur – so wörtlich „im Einzelfall intern“, aber immerhin: „Über Schulversuche darf im Einzelfall intern diskutiert werden“.

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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