Spindelegger redet âeinen Haufen dummes Zeug!â
âUnter uns gesagt: Die ĂVP und ihr Chef Spindelegger haben auch schon bessere Zeiten erlebt.â Wer will Manfred Deix da widersprechen? Die Karikatur aus âNewsâ könnte ĂŒbrigens ein Longseller werden, ist sie doch schon ein halbes Jahr alt und könnte seither locker jede Woche wieder veröffentlicht werden.
Aber warum sind die âbesseren Zeitenâ dahin? Schwarze Korruptionsskandale? Ja, sicher. Reformblockaden wie im Bildungsbereich? No, na! UnfĂ€higkeit der politischen FĂŒhrung? Leider ganz, ganz sicher auch.
Nach den vielen Fekter-Peinlichkeiten der letzten Monate und ihren vielen Ausrutschern auf dem europĂ€ischen Parkett wollte wohl auch Vizekanzler und AuĂenminister (!) Michael Spindelegger nicht nachstehen. Spindelegger spielt nĂ€mlich in unverantwortlicher Weise mit dem Feuer. Seine Forderung, dass jene LĂ€nder, die sich nicht an die Regeln der GemeinschaftswĂ€hrung halten, notfalls aus dem Euro ausgeschlossen werden sollten, hat deftige Reaktionen hervorgerufen.
Schauen wir uns einige Reaktionen an – sĂ€mtliche von Parteifreunden des ĂVP-Chefs:
âą Der deutsche EU-Kommissar GĂŒnther Oettinger warnt vor âunabsehbaren Folgenâ von Spindeleggers Aussagen.
âą Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker warf ihm eine âmartialische Rhetorikâ vor, ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone sei zwar âtechnisch machbar, aber politisch nicht gestaltbarâ.
âą Der deutsche Finanzminister Wolfgang SchĂ€uble wird noch deutlicher: âDie, die einen Haufen dummes Zeug reden, die wissen nicht, wovon sie reden. Wenn der Euro nicht zusammenbleibt, zahlen wir den höchsten Preis.â
Einen âHaufen dummes Zeugâ? Und das vom Parteifreund SchĂ€uble? Da bleiben der heimischen Opposition kaum mehr Steigerungsmöglichkeiten, wenn man seriös bleiben möchte.
Nur eines muss festgehalten werden, wenn man die Frage stellt, ob die ĂVP noch regierungsfĂ€hig ist, lautet die Antwort glasklar: Derzeit sicher nicht!
Sind das zwei Heilsbringer? Der eine hatte kein Problem damit, als rechtskrĂ€ftig verurteilter Abgeordneter gleichzeitig âSicherheitssprecherâ seiner Partei zu sein. Der andere gibt sich als Wirtschaftsfachmann – er will raus aus dem Euro und zurĂŒck zum Schilling. Frank Stronach, Spitzenkandidat seiner in GrĂŒndung befindlichen Partei, meint: âNur durch eigene WĂ€hrung in den einzelnen LĂ€ndern können wir Wohlstand schaffenâ. Das ist zwar wirtschaftspolitischer Unsinn, immerhin aber eine klare Position.