20. August 2012

Spindelegger redet „einen Haufen dummes Zeug!“

2012-08-20T08:01:00+02:0020.08.12, 8:01 |Kategorien: Nationalrat|

„Unter uns gesagt: Die ÖVP und ihr Chef Spindelegger haben auch schon bessere Zeiten erlebt.“ Wer will Manfred Deix da widersprechen? Die Karikatur aus „News“ könnte ĂŒbrigens ein Longseller werden, ist sie doch schon ein halbes Jahr alt und könnte seither locker jede Woche wieder veröffentlicht werden.

Aber warum sind die „besseren Zeiten“ dahin? Schwarze Korruptionsskandale? Ja, sicher. Reformblockaden wie im Bildungsbereich? No, na! UnfĂ€higkeit der politischen FĂŒhrung? Leider ganz, ganz sicher auch.

Nach den vielen Fekter-Peinlichkeiten der letzten Monate und ihren vielen Ausrutschern auf dem europĂ€ischen Parkett wollte wohl auch Vizekanzler und Außenminister (!) Michael Spindelegger nicht nachstehen. Spindelegger spielt nĂ€mlich in unverantwortlicher Weise mit dem Feuer. Seine Forderung, dass jene LĂ€nder, die sich nicht an die Regeln der GemeinschaftswĂ€hrung halten, notfalls aus dem Euro ausgeschlossen werden sollten, hat deftige Reaktionen hervorgerufen.

Schauen wir uns einige Reaktionen an – sĂ€mtliche von Parteifreunden des ÖVP-Chefs:

‱ Der deutsche EU-Kommissar GĂŒnther Oettinger warnt vor „unabsehbaren Folgen“ von Spindeleggers Aussagen.

‱ Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker warf ihm eine „martialische Rhetorik“ vor, ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone sei zwar „technisch machbar, aber politisch nicht gestaltbar“.

‱ Der deutsche Finanzminister Wolfgang SchĂ€uble wird noch deutlicher: „Die, die einen Haufen dummes Zeug reden, die wissen nicht, wovon sie reden. Wenn der Euro nicht zusammenbleibt, zahlen wir den höchsten Preis.“

Einen „Haufen dummes Zeug“? Und das vom Parteifreund SchĂ€uble? Da bleiben der heimischen Opposition kaum mehr Steigerungsmöglichkeiten, wenn man seriös bleiben möchte.

Nur eines muss festgehalten werden, wenn man die Frage stellt, ob die ÖVP noch regierungsfĂ€hig ist, lautet die Antwort glasklar: Derzeit sicher nicht!

17. August 2012

Frank kauft die Politik!

2012-08-17T10:21:00+02:0017.08.12, 10:21 |Kategorien: Nationalrat|

Sind das zwei Heilsbringer? Der eine hatte kein Problem damit, als rechtskrĂ€ftig verurteilter Abgeordneter gleichzeitig „Sicherheitssprecher“ seiner Partei zu sein. Der andere gibt sich als Wirtschaftsfachmann – er will raus aus dem Euro und zurĂŒck zum Schilling. Frank Stronach, Spitzenkandidat seiner in GrĂŒndung befindlichen Partei, meint: „Nur durch eigene WĂ€hrung in den einzelnen LĂ€ndern können wir Wohlstand schaffen“. Das ist zwar wirtschaftspolitischer Unsinn, immerhin aber eine klare Position.

Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria, hat fĂŒr den „Standard“ errechnet, was das kosten wĂŒrde („Mit Frank Stronach zurĂŒck zum Schilling?“): „Die rein technischen Kosten der Umstellung könnten rund zwei bis drei Milliarden Euro betragen.“ Das wirklich Problematische aber wĂ€ren die wirtschaftlichen Folgen, denn – so der Volkswirt – „in Wirklichkeit ging es Österreich noch selten so gut wie heute“.

Stronachs wirtschaftspolitische Idee sind also – vorsichtig formuliert – verworren. Und sonst?

Die Liste seiner Berater und Mitarbeiter liest sich wie das Who is who der österreichischen Chronique scandaleuse: Peter Westenthaler (FPÖ und BZÖ), Karlheinz Grasser (ÖVP und FPÖ), Mathias Reichhold (FPÖ und sonst noch was?) …

Im Sommer war ich ĂŒbrigens auf einer Tagung in der Schweiz. Ganz in der NĂ€he lag das StĂ€dtchen Zug, wo der Magna-MilliardĂ€r Frank Stronach seinen steuersparenden Wohnsitz hat. Stimmig? Aber natĂŒrlich, denn Stronachs goldene Maxime ist noch in guter Erinnerung: „Wer das Gold hat, macht die Regeln!“

Glaubt man das alles? Ein MilliardĂ€r, der Politiker einkauft wie andere Wurstsemmel? Sich als Heilsbringer offeriert, Wahrheit und Ehrlichkeit allen Ernstes als „Programm“ verkauft und sich gleichzeitig mit Ă€ußerst dubiosen Figuren umgibt? Der Gerechtigkeit predigt und sein Geld steuerschonend ins Ausland verschiebt?

Frankie ins Parlament? Lieber nicht. IchhÀtte einen anderen Vorschlag: Frankie goes to Hollywood!

7. Juli 2012

Alexander Van der Bellen: Abschied mit Wehmut!

2012-07-07T10:40:00+02:0007.07.12, 10:40 |Kategorien: Nationalrat|

Am Donnerstagabend hat sich mit Alexander „Sascha“ Van der Bellen ein Großer von der politischen BĂŒhne des Nationalrats Verabschiedet. Sascha wechselt in eine Regierungsfraktion – ins Rathaus! Die Abschiedsrede aus der österreichischen Innenpolitik war geprĂ€gt von seinem typischen Stil: humorvoll und selbstironisch, aber dennoch mit prĂ€zisen Botschaften!

Schmerzlich allerdings ist – und PrĂ€sident Fritz Neugebauer hat in seiner Abschiedsrede zurecht darauf hingewiesen -, dass Wikipedia in seinem Eintrag ( „Alexander Van der Bellen“) nicht auf der Höhe der Zeit ist und zentrale Fakten noch immer nicht korrigiert hat: der ehemalige Kettenraucher wird als „starker Raucher“ bezeichnet, Sascha ist aber seit zwei Wochen Nichtraucher! Gratulation!

Viel GlĂŒck am neuen „Arbeitsplatz“ im Wiener Rathaus!

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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