14. Juli 2011

Leben Sie am Mond?

2011-07-14T16:12:00+02:0014.07.11, 16:12 |Kategorien: Nationalrat|

Hier ein kurzes „Best of Reaktionen“ zur Tito-Diskussion (zum Schutz der – meist nicht anonymen – Schreiberlinge, mache ich das ohne Namensnennung, bin aber auf Nachfrage gerne bereit, die Herren zu nennen), die meist sehr originelle Rechtschreibung wurde unverändert übernommen:

• „Wie können Sie die Verbrechen vom Massenmörder Tito gutheissen? Bitte um Stellungnahme?“

• „Ich bin weder Faschist noch Neonazi oder Neoliberal!“

• „was in österreich gleich nach 1945 an geschichtskleisterung getätigt wurde fällt sehr wohl unter MÄRCHEN … diese „fakten“ muss man nicht mehr weiterschleppen.“

• „Ich liebe Stalin, Tito und die Rote Fahne!“

• „Wie kommt Die Presse dazu, solchen Schmarrn abzudrucken?“

• „Partisanen stellen sich selbst außerhalb jeglicher Normen des Kriegsrechts und zwingen angegriffene reguläre Soldaten zu besonderen Maßnahmen.“

• „die aberkennung von titos orden lässt sich auch ohne junktim mit anderen suspekten ordensträgern durchführen. ein solchen (unnötiges) junktim erweckt den eindruck, dass sie sich schützend vor tito stellen..auch wenn das nicht so ist. die schiefe optik bleibt“

• „Sie Haben in Ihrem Artikel in heutigen Presse vergessen zu Erwähnen, daß es nur den Engländern zu verdanken ist, daß Südkärnten nicht Tito – yugoslawisch wurde.“

• „Sie scheinen wie viele der linken Nachkriegsgeneration der Meinung zu sein, daß bereits alle kurz vor oder Anfangs des 2. Weltkriegs Geborenen schon gestorben sind bzw. an Demenz leiden.“

• Und mein persönlicher Hit: „Leben Sie am Mond?“

9. Juli 2011

„ÖVP begrüßt nationalen Selbstmordplan!“

2011-07-09T08:51:00+02:0009.07.11, 8:51 |Kategorien: Nationalrat|

Peinliches Ende der gestrigen Sitzung im Nationalrat. Die erst am Mittwoch angelobt ÖVP-Abgeordnete Maria Rauch-Kallat hatte gestern auch schon wieder ihren letzten Tag im Hohen Haus. Zum Abschied wollte sie mit Vertreterinnen ihrer Fraktion, der SPÖ und meinen Grünen Kolleginnen noch einmal zeigen, was „Frauen-Power“ ist. In einer Geheimaktion brachten die Frauen der drei Fraktionen gemeinsam einen Antrag auf Änderung des Textes der Bundeshymne ein. Statt „Heimat bist du großer Söhne“ soll es künftig „Heimat großer Töchter, Söhne“ heißen.

Die Ex-Frauenministerin wollte ihre Abschiedsrede im Nationalrat nutzen, um den Text vorzutragen und zu begründen – was die ÖVP-Männer jedoch zu verhindern wussten. Der Klub schickte einen männlichen Mandatar nach dem anderen ans Rednerpult, um unter höhnischem Gelächter der Kollegen in Endlosschleifen über Süßstoffe oder Mastschweine zu reden. Dann war die Redezeit der ÖVP aufgebraucht und Rauch-Kallat hatte 28 Jahre nach ihrer Parlaments-Premiere nicht einmal eine Minute Redezeit. Dabei hatten übrigens nicht mehr alle schwarzen Mandatare die notwendige geistige Frische. Erwin Rasinger etwa verstieg sich als letzter ÖVP-Redner zum Satz „Die ÖVP begrüßt den nationalen Selbstmordplan!“ Gemeint war natürlich, dass die ÖVP den „nationalen Suizid-Präventionsplan“ begrüßt.

Allen schwarzen Macho-Intrigen zum Trotz: Der Antrag wird im Herbst im Verfassungsausschuss behandelt.

8. Juli 2011

„Unerträgliches österreichisches Krankheitsbild“!

2011-07-08T11:38:00+02:0008.07.11, 11:38 |Kategorien: Nationalrat|

Unter diesem Titel hat heute die Historikerin Lisa Rettl in der „Presse“ einen bemerkenswerten Kommentar veröffentlicht („Unerträgliches österreichisches Krankheitsbild“), der auf die von mir im Parlament ausgelöste und dann in den Medien (Oliver Pink: „Spasibo, Stalin!“) fortgesetzte Diskussion um die Rolle der Partisanen und der Armee Marschall Titos bei der Befreiung Österreichs spielten.

Rettls Aussage in Kurzform: Sie plädiert mit Verweis auf die Geschichte für einen respektvollen Dank Österreichs an die einstigen Partisanen: ein konsensuales „hvala partisanke“ für den im Widerstand gegen das NS-Terrorregime geleisteten hohen Blutzoll!

Weitere Informationen über die Diskussion sind hier nachlesbar: „Übernimmt die ÖVP das freiheitliche Geschichtsbild?“)

Wer sich übrigens fragt, was ein Bild von Andreas Hofer bei diesem Beitrag soll: Hofers Kampf gegen die Bayern und Franzosen war natürlich ein Partisanenkampf, nicht zufällig nannte sich in Polen 1944 eine kommunistische Aufklärergruppe der dortigen Partisanen „Andreas Hofer“ .

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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