Bericht aus Kopenhagen
Unsere Umweltsprecherin Christiane Brunner hat folgenden Bericht aus Kopenhagen geschickt. Hier eine gekĂŒrzte Fassung, wer mehr erfahren möchte, kann das auf ihrem Blog nachlesen:
âEs sieht nicht gut aus! Und die Stimmung ist entsprechend. Die jetzt auf dem Tisch liegenden Emissionsminderungen werden nicht ausreichen, um die ErderwĂ€rmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen. Selbst wenn man die Maximalpositionen aller möglichen Angebote der Staaten zugrunde legt, fehlen immer noch 2 Gigatonnen, um die vom Weltklimarat als nötig erachtete Reduktion zu erreichen. Dies hat das UNO-Klimasekretariat letzte Nacht errechnet.
Die immer noch bestehenden Schlupflöcher im Kyoto-Protokoll wĂŒrden diese, ohnehin schon zu niedrigen Reduktionsziele, zur völligen Bedeutungslosigkeit reduzieren. ⊠In diesen beiden Punkten hat sich Ăsterreich ja schon in den Vorverhandlungen als Blockierer einen Namen gemacht und dafĂŒr auch zum Auftakt der Konferenz den NGO-Negativ-Preis erhalten. Die Wahrscheinlichkeit eines detaillierten Abkommens wird immer geringer. ⊠Es erscheint im Moment wahrscheinlich, dass es eine kollektive Minderungsverpflichtung fĂŒr Industriestaaten im Abkommen selbst und eine Liste der Individualziele in einem Annex geben wird. Aber eine Entscheidung ĂŒber die rechtliche Verankerung dieser Minderungsziele ist mehr als fraglich. …
Die Frage nach der langfristigen Finanzierung von Klimaschutz in EntwicklungslĂ€ndern ist weiterhin ungeklĂ€rt. Es gibt zwar seit einem US-VorstoĂ von heute Mittag wieder eine Diskussion ĂŒber eine möglicher jĂ€hrliche Gesamtsumme â $100 Milliarden â aber das ist viel zu wenig. Selbst die EU hatte den Bedarf der EntwicklungslĂ€ndern vor wenigen Monaten konservativ auf mindestens 150 Milliarden Doller beziffert. DarĂŒber hinaus ist im Moment zu befĂŒrchten, dass diese Geld einfach aus schon bestehenden Entwicklungshilfebudgets umgeschichtet ist und es sich also nicht um zusĂ€tzliches Geld fĂŒr Klimaschutz handelt. Auch in der Frage, wie diese Gelder verwaltet werden sollen (die EntwicklungslĂ€nder fordern die Einrichtung eines mehrheitlich selbst-verwalteten Fonds innerhalb der UN-Struktur) ist keine Einigung in Sicht.â
