18. Dezember 2009

Bericht aus Kopenhagen

2009-12-18T00:33:00+01:0018.12.09, 0:33 |Kategorien: Unkategorisiert|

Unsere Umweltsprecherin Christiane Brunner hat folgenden Bericht aus Kopenhagen geschickt. Hier eine gekĂŒrzte Fassung, wer mehr erfahren möchte, kann das auf ihrem Blog nachlesen:

„Es sieht nicht gut aus! Und die Stimmung ist entsprechend. Die jetzt auf dem Tisch liegenden Emissionsminderungen werden nicht ausreichen, um die ErderwĂ€rmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen. Selbst wenn man die Maximalpositionen aller möglichen Angebote der Staaten zugrunde legt, fehlen immer noch 2 Gigatonnen, um die vom Weltklimarat als nötig erachtete Reduktion zu erreichen. Dies hat das UNO-Klimasekretariat letzte Nacht errechnet.

Die immer noch bestehenden Schlupflöcher im Kyoto-Protokoll wĂŒrden diese, ohnehin schon zu niedrigen Reduktionsziele, zur völligen Bedeutungslosigkeit reduzieren. 
 In diesen beiden Punkten hat sich Österreich ja schon in den Vorverhandlungen als Blockierer einen Namen gemacht und dafĂŒr auch zum Auftakt der Konferenz den NGO-Negativ-Preis erhalten. Die Wahrscheinlichkeit eines detaillierten Abkommens wird immer geringer. 
 Es erscheint im Moment wahrscheinlich, dass es eine kollektive Minderungsverpflichtung fĂŒr Industriestaaten im Abkommen selbst und eine Liste der Individualziele in einem Annex geben wird. Aber eine Entscheidung ĂŒber die rechtliche Verankerung dieser Minderungsziele ist mehr als fraglich. …

Die Frage nach der langfristigen Finanzierung von Klimaschutz in EntwicklungslĂ€ndern ist weiterhin ungeklĂ€rt. Es gibt zwar seit einem US-Vorstoß von heute Mittag wieder eine Diskussion ĂŒber eine möglicher jĂ€hrliche Gesamtsumme – $100 Milliarden – aber das ist viel zu wenig. Selbst die EU hatte den Bedarf der EntwicklungslĂ€ndern vor wenigen Monaten konservativ auf mindestens 150 Milliarden Doller beziffert. DarĂŒber hinaus ist im Moment zu befĂŒrchten, dass diese Geld einfach aus schon bestehenden Entwicklungshilfebudgets umgeschichtet ist und es sich also nicht um zusĂ€tzliches Geld fĂŒr Klimaschutz handelt. Auch in der Frage, wie diese Gelder verwaltet werden sollen (die EntwicklungslĂ€nder fordern die Einrichtung eines mehrheitlich selbst-verwalteten Fonds innerhalb der UN-Struktur) ist keine Einigung in Sicht.“

11. Dezember 2009

„Geisterschulen“ in Österreich

2009-12-11T11:36:00+01:0011.12.09, 11:36 |Kategorien: Unkategorisiert|

Aufmerksam wurde ich durch eine Nebenbemerkung von Rechnungshof-PrĂ€sident Josef Moser im Unterausschuss des Verfassungsausschusses. Moser hat auf den fall von zwei Pflichtschullehrern hingewiesen, die an einer Schule ohne Kinder beschĂ€ftigt sind – mit anderen Worten: Die Schule wurde mangels SchĂŒlerInnen aufgelöst, die Lehrer aber blieben.

Der Hintergrund: Die Lehrer werden – wie viele andere – zwar vom Bund fĂŒrÂŽs Unterrichten bezahlt, von der zustĂ€ndigen Landesschulbehörde aber anders eingesetzt – als MuseumspĂ€dagogInnen, fĂŒr SportverbĂ€nde, fĂŒr „Sonderaufgaben“.

Ich habe deshalb an die Unterrichtsministerin eine Anfrage (< file name="Anfrage-Geisterschulen" >) gerichtet, in der ich u.a. wissen wollte, wie viele Landeslehrer durch den Bund finanziert werden, obwohl sie nicht im Schulbereich tĂ€tig sind bzw. wie viele Lehrer bis zur Pensionierung weiter an Kleinstschulen beschĂ€ftigt werden, obwohl diese bereits geschlossen sind. Die Antwort (< file name="Beantwortung-Geisterschulen" >) fiel wie erwartet aus: Sie kann nichts Genaues ĂŒber den Einsatz von LandeslehrerInnen sagen. Also: Der Bund bezahlt zwar die LehrerInnen, erfĂ€hrt aber von den LandesschulrĂ€ten nicht, wo diese unterrichten bzw. ob sie ĂŒberhaupt unterrichten. Braucht es noch eines Beweises, dass eine Reform ĂŒberfĂ€llig und alle LehrerInnen vom Bund ĂŒbernommen werden mĂŒssen?

26. November 2009

U-Ausschuss: Was wollen sie verbergen?

2009-11-26T10:44:00+01:0026.11.09, 10:44 |Kategorien: Unkategorisiert|

Die ÖVP hat die SPÖ wieder einmal erfolgreich fĂŒr ihre Zwecke eingesetzt: Im Untersuchungsausschuss zur sogenannten „SpitzelaffĂ€re“ gab es ein striktes „Nein“ zur Ladung von hauptsĂ€chlich ÖVP-MinisterInnen. Das ist nicht nachvollziehbar, wie auch SPÖ-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer GĂŒnther KrĂ€uter bestĂ€tigt: „Kein Mensch versteht, dass ein Minister nicht vor einem U-Ausschuss aussagen muss.“ Warum stimmt die SPÖ dann der schwarzen Blockade zu?

Da muss offensichtlich blockiert und vertuscht werden auf Teufel komm raus. Ich möchte gar keine Vermutungen aufstellen, sondern nur die heutige „Presse“ zitieren, in der unter anderem auf folgende aufklĂ€rungsbedĂŒrftige Aspekte hingewiesen wird, die man jetzt allerdings „wohl nicht mehr aufklĂ€ren“ könne. Zitiert wird ein polizeiinternes Telefonprotokoll: „Von einem Koffer mit zwei Millionen Euro, die bei einer Parteizentrale abgeliefert wurden, ist da die Rede. Von einem Anwalt, der weiß, wie man Schwarzgeld wĂ€scht. Von einem hochrangigen Polizisten, der bei der ÖVP `wegschautÂŽ.“ Auch die zuerst in Wien abgelehnte, dann aber im tiefschwarzen Niederösterreich genehmigte Erteilung von Visa fĂŒr zwielichtige Gestalten aus Kasachstan bleibt im Dunkeln.

Wir werden unsere AnkĂŒndigung nun wahr machen und zumindest bis Ende MĂ€rz Gesetze blockieren, die eine Zweidrittel-Mehrheit brĂ€uchten. Regierungsmitglieder werden zudem verstĂ€rkt zu Sondersitzungen in den Nationalrat zitiert werden – allen voran Chefblockierer Josef Pröll. Der möchte jetzt nach Mauritius fliegen.

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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