GedenkstÀtte Mauthausen: kein Ende des rot-schwarzen Proporzes in Sicht!
Auf den Umgang mit der GedenkstĂ€tte Mauthausen bin ich auf diesem Blog schon mehrfach eingegangen, zuletzt auf eine unbefriedigende Beantwortung meiner Anfrage durch die Innenministerin: âMauthausen ist eine internationale GedenkstĂ€tte!â.
Nun liegt mir ein Gesetzesentwurf vor, der belegt, dass die Auslagerung der GedenkstÀtte aus dem ZustÀndigkeitsbereich des Innenministeriums unmittelbar bevorsteht. Im Mittagsjournal (GedenkstÀtte Mauthausen vor Auslagerung?) konnte ich heute zur derzeitigen Situation Stellung beziehen.
Im Prinzip kann man ĂŒber eine Auslagerung durchaus diskutieren.
Was mich am Vorschlag aber stört, ist die Tatsache, dass er das groĂkoalitionĂ€re Strickmuster fortschreibt – schwarzes BM.I und rotes Mauthausen-Komitee. Aus meiner Sicht muss Folgendes gewĂ€hrleistet sein:
âą In der GedenkstĂ€tte Mauthausen darf kĂŒnftig der rot-schwarze Proporz keine Rolle mehr spielen.
⹠Die MuseumspÀdagogik muss als zentrale Aufgabe erkannt, entsprechend organisiert und dotiert werden.
⹠Die Finanzierung muss lÀngerfristig gesichert sein (eventuell in Form einer Stiftung).
⹠Die parlamentarische Kontrolle muss gewÀhrleistet bleiben.
Eines muss festgehalten werden: In Ăsterreich fehlt die Einbettung solcher Diskussionen in einen internationalen Zusammenhang, man hĂ€tte ja eventuell auch auf best practice-Modelle in Deutschland, den USA oder Israel zurĂŒckgreifen können.
Eines kenne ich aus dortigen GedenkstĂ€tten im Gegensatz zu jener in Mauthausen nĂ€mlich nicht: Noch immer ist es in der GedenkstĂ€tte Mauthausen so, dass BesucherInnen des zugĂ€nglichen AuĂengelĂ€ndes an den – leider immer noch existierenden – SchlieĂtagen des Besucherzentrums nicht einmal eine Toilette zur VerfĂŒgung steht, was zu unhaltbaren Situationen fĂŒhrt. Es gibt nach wie vor groĂen Handlungsbedarf!
Es gibt sie noch, die erfreulichen Nachrichten! Hier ist eine davon: Maximilian Tonsern, ein junger Journalismus-Student aus der Steiermark, recherchiert im Zuge einer Arbeit fĂŒr seine Ausbildung penibel ein StĂŒck Geschichte aus seinem Heimatort Gratkorn bei Graz:
In Goldegg im Salzburger Pongau wurde am 2. Juli 1944 eine Gruppe von Wehrmachtsdeserteuren in einer beispiellosen GroĂaktion von Gestapo und SS ausgehoben: 