23. Juni 2016

Die Polytechnischen Schulen aufwerten!

2016-06-20T11:34:29+02:0023.06.16, 11:20 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

Poly_LeibnitzIm Nationalrat bemĂŒhe ich mich seit Jahren darum, die Polytechnischen Schulen aufzuwerten. Nachdem eine Frontalattacke durch die Sozialpartner abgewehrt werden konnte („Polytechnische Schule: reformieren statt abschaffen!“) und wir mit den BildungssprecherInnen der Parteien einen Schulbesuch in der PTS Leibnitz gemacht haben, gab es kleine Fortschritte („Reformschritte fĂŒr Polytechnische Schule!“).

Derzeit gibt es in Österreich 239 Polytechnische Schulen, in denen etwa 16.000 SchĂŒlerInnen unterrichtet werden. Diese Schulen bieten die geeigneten Rahmenbedingungen, um Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren eine Vorbereitung auf den Einstieg in einen Lehrberuf, eine individuelle Berufs- und Bildungsorientierung, das Nachholen eines formalen Pflichtschulabschlusses oder auch den grundlegenden Erwerb der deutschen Sprache zu ermöglichen. Das alles sind Voraussetzungen, um eine weitere (Aus-)Bildung zu ermöglichen und damit ein wirtschaftlich unabhĂ€ngiges und eigenstĂ€ndiges Leben in Österreich zu fĂŒhren.

Umso problematischer ist, dass viele Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren keinen Zugang zu Polytechnischen Schule haben. Das betrifft sowohl SchĂŒlerInnen, die im 9. Schuljahr eine mittlere oder höhere Schule besucht haben und eine Neuausrichtung suchen, als auch neu nach Österreich gekommene Jugendliche, die ĂŒber das Pflichtschulalter hinaus sind, aber keine ausreichende Vorbildung fĂŒr eine Lehre oder den Besuch einer mittleren oder höheren Schule mitbringen.

Das sind neue Herausforderungen und Chancen fĂŒr diesen Schultyp. Besonders der Bildungsstopp fĂŒr junge FlĂŒchtlinge an mehreren – vor allem steirischen – Polytechnischen Schulen wurde von mir mehrfach kritisiert. Eine lange, erfolgreiche Praxis fĂŒr hunderte Jugendliche, die in Österreich eine erste Integration in das Bildungssystem erfahren haben, wurde damit verboten. Um diesen Unsinn zu korriegieren, bin ich im letzte Unterrichtsausschuss erneut aktiv geworden. Mein Antrag zielt darauf ab, Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren den Besuch einer Polytechnischen Schule zu ermöglichen, auch wenn sie ĂŒber keinen Abschluss der Pflichtschule verfĂŒgen (Antrag_Polytechnische Schulen).

Der Antrag wurde von den Regierungsparteien leider vertagt. Ich bleibe aber dran am Thema!

4. Juni 2016

Unterrichtsausschuss erstmals mit Ministerin Hammerschmid

2016-06-03T10:49:48+02:0004.06.16, 16:16 |Kategorien: Bildung, Nationalrat|Tags: , |

hammerschmidAm kommenden Dienstag gibt’s die Premiere fĂŒr die neue Bildungsministerin Sonja Hammerschmid im Unterrichtsausschuss, und es stehen gleich etliche brisante Themen auf der Tagesordnung. Zentral ist wohl die Jahresvorschau auf der Grundlage des Arbeitsprogramms der EuropĂ€ischen Kommission sowie der EU-PrĂ€sidentschaften. Dabei geht es um Themen wie Schulabbruch und AkademikerInnenquote, „Erasmus+“ oder die „Bildungskooperation Donauraum“.

Beim Thema Schulabbruch geht es um den Umgang mit Jugendlichen, die keine ausreichende Vorbildung haben fĂŒr BMHS bzw. eine duale Ausbildung. Und natĂŒrlich geht es um meine alte Forderung, diesen Jugendlichen den Zugang zur Polytechnischen Schule zu ermöglichen – was derzeit leider nicht der Fall ist. Auf dieses Problem habe ich schon in einer Dringlichen Anfrage im Nationalrat hingewiesen.

Ein Problem beschĂ€ftigt mich derzeit sehr: Zunehmend gibt es in Österreich Roma-Kinder, die zum Betteln gezwungen werden und dadurch keine Schule besuchen – weder in ihren HeimatlĂ€ndern noch in Österreich. Dagegen braucht es Konzepte.

Ein zweiter Schwerpunkt ist eine Regierungsvorlage zum Schulorganisationsgesetz. Es geht um die Einrichtung von Sprachstartgruppen und Sprachförderkursen. Und auch hier zeigt sich ein altes Leiden: Die Vorlage ist extrem stark reglementiert, sieht keine Mischformen vor (wie sie in der Praxis oft sinnvoll wĂ€ren), gilt fĂŒr ein Kind maximal zwei Jahre und ist nur bis 2019 vorgesehen. Glaubt wirklich jemand, dass wir in Österreich danach keine Sprachförderkurse mehr brauchen? Und warum machen wir nicht endlich NĂ€gel mit Köpfen und richten eine langfristige Sprachförderung ein, wie ich das anhand des Hamburger Modells „Förmig“ schon letztes Jahr („So lernen alle Kinder Deutsch: unser Modell zur Sprachförderung!“) gefordert habe?
Und wie wĂ€rÂŽs in all diesen FĂ€llen mit mehr von der in Sonntagsreden verkĂŒndeten Schulautonomie? An den Standorten selbst weiß man wohl am besten, was sinnvoll ist und was nicht, wo Schwerpunkte gesetzt werden mĂŒssen usw.

Weitere Themen im Ausschuss sind Mehrstufenklassen, die alternative Leistungsbeurteilung, QualitĂ€tssicherung, die Verschiebung der „Neuen Oberstufe“, der „Schulstart Neu“ und vieles mehr.

Ich selbst bringe mit meinen Klubkolleginnen und –kollegen auch einige AntrĂ€ge ein – etwa fordere ich „Schluss mit pro-TTIP-Propaganda an Schulen“ (1716/A(E), (siehe auch „Brauchen wir TTIP fĂŒr den Export von Torten?“), die Erleichterung des Zugangs zu Polytechnischen Schulen (1635/A), gemeinsam mit meiner Kollegin Helene Jarmer fordere ich GebĂ€rdensprachkurse an den PĂ€dagogischen Hochschulen (1687/A(E) und Kostenersatz fĂŒr GebĂ€rdensprachkurse und einiges mehr.

Ich bin seht gespannt, wie Ministerin Hammerschmid im Ausschuss agieren wird: Wird die bisher ĂŒbliche Taktik, AntrĂ€ge aus der Oppostion automatisch zu kĂŒbeln, fortgesetzt, oder wird hier die von Bundeskanzler Kern angekĂŒndigte neue Politikkultur unter stĂ€rkerer Einbeziehung der Oppostion Einzug halten?

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr


Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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