16. Mai 2025

Budget: in Zahlen gegossene Politik!

2025-05-15T14:50:47+02:0016.05.25, 8:43 |Kategorien: Allgemein|Tags: , |

Von Finanzminister Markus Marterbauer habe ich mir viel erwartet. Das diese Woche vorgestellte Budget erfüllt die Erwartungen leider (noch?) nicht. Unter dem Titel „Verpasste Chance!“ dazu mein Kommentar in den Vorarlberger Nachrichten:

Markus Marterbauer hat am Dienstag sein erstes Budget präsentiert. Er muss einerseits sparen, andererseits aber auch Antworten finden auf drängende Probleme: Hilfe für die sozial Schwachen und Maßnahmen gegen die Klimakrise. Diese Antworten gab es nicht: Künftig gibt es weniger Solidarität für Menschen, die Unterstützung benötigen, und weniger Klimaschutz.

Die Klimakrise beschert uns – speziell in Europa und hier wieder in den Alpen – eine rasante Erwärmung mit unerträglichen Hitzephasen. Dafür verantwortlich sind vor allem die Superreichen mit ihrem Lebenswandel, den Yachten und Privatjets. Das enthüllte eine internationale Studie, über die „Der Standard“ berichtet hat.

Demnach sind die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung für zwei Drittel aller klimaschädlichen Emissionen verantwortlich, die einkommensschwächsten 50 Prozent der Bevölkerung hingegen praktisch gar nicht. Betroffen von der Klimakrise hingegen – von Dürre, unerträglicher Hitze, gleichzeitig Überschwemmungen und im Alpenraum von Felsstürzen usw. – sind vor allem die sozial Schwachen. Womit die Klimakrise zusätzlich auch ein gesellschaftliches Problem verschärft.

Hier ausgleichend zu wirken, ist Aufgabe des Staates. Es passiert allerdings genau das Gegenteil – auf gesamtstaatlicher Ebene genauso wie in Vorarlberg: Man spart bei denen, die am wenigsten haben und Unterstützung am dringendsten benötigen: Kinder, Familien, Menschen mit Behinderung. Und beim Klimaschutz.

Nicht gespart hingegen wird bei klimaschädlichen Förderungen – schon bisher bis zu knapp sechs Milliarden im Jahr. Hingegen wird statt des Umstiegs auf klimafreundlichere Verkehrsträger weiterhin der fossile Treibstoff massiv subventioniert – für Flugzeuge, Schiffe und vor allem das Auto. Die Liste ließe sich leider fortsetzen, wie ein Blick auf die Homepage des zuständigen Ministers Norbert Totschnig von der ÖVP bestätigt.

Aber nicht nur das: Das Kilometergeld für Pendlerinnen und Pendler wird künftig sogar verdreifacht. Im Ernst, geschätzte Regierung? Mitten in der Klimakrise soll das Auto statt der öffentlichen Verkehrsmittel massiv und zusätzlich gefördert werden? Daher – so lautet wohl die „Logik“ der Verantwortlichen – braucht es weiterhin auch Milliardeninvestitionen in den Bau neuer Straßen und Tunnels.

Gespart wird anderswo. „Klimabonus“ und „Anti-Teuerungsbonus“ von bis zu 500 Euro waren als Ausgleich zur CO2-Bepreisung gedacht und kamen speziell den Geringverdienerinnen – die weibliche Form bewusst gewählt – zugute. Er wird ersatzlos gestrichen. Auch die Nichtanpassung von Sozialleistungen an die Inflation ist de facto eine Kürzung. Das bedeutet weniger Familienbeihilfe, weniger Mehrkindzuschlag, weniger Kinderbetreuungsgeld usw.

Und wie schaut es aus mit den von Fachleuten geforderten großen Strukturreformen etwa bei Föderalismus oder Pensionssystem? Fehlanzeige! Gerade von Finanzminister Markus Marterbauer haben sich viele Menschen andere Signale erhofft!

21. März 2025

Aufrüsten für den Frieden?

2025-03-21T10:00:44+01:0021.03.25, 10:00 |Kategorien: Allgemein|Tags: , , |

Die Losung „Frieden schaffen ohne Waffen“ war in den 70er- und 80er-Jahren omnipräsent. Sie mag realitätsfern gewesen sein, aber auch die derzeit in Gang gesetzte und von früher kritischen Geistern geradezu euphorisch begrüßte Aufrüstungsspirale wird die Welt nicht sicherer machen. Dazu einige kritische Anmerkungen von mir in einem Kommentar für die Vorarlberger Nachrichten unter dem Titel „Allheilmittel Aufrüstung?“:

„Wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor“, lautet ein lateinisches Sprichwort. Lässt sich das bei einem Blick in die Geschichte bestätigen? Meist hat verstärkte militärische Aufrüstung die Spannungen zwischen den Staaten verstärkt. Der jeweilige Nachbarn hat sich bedroht gefühlt und ebenfalls aufgerüstet. Gegenseitiges Misstrauen aber ist Gift für staatliche Beziehungen. Aufrüstung ist – um eine passende Metapher zu verwenden – ein zweischneidiges Schwert.

Die Statistik über die Militärausgaben für das Jahr 2023 sieht die USA mit insgesamt 916 Milliarden weit vorne, gefolgt mit riesigem Abstand von China (296 Milliarden) und Russland (109 Milliarden). Russlands Ausgaben sind im Jahr 2024 auf 126 Milliarden hochgeschnellt – liegen aber noch immer meilenweit hinter jenen von China oder gar den USA.

Amerikas aufgeblähte Rüstungsindustrie braucht kaufwillige Kundschaft. „Dealmaker“ Donald Trump fordert daher von seinen europäischen Bündnispartnern in der NATO gewaltige Rüstungsanstrengungen. Die meisten Mitgliedsstaaten in Europa sind bereit dazu. Die EU hat auf einem Sondergipfel Mehrausgaben von 800 Milliarden angekündigt. Das ist eine deutliche Botschaft, aber noch kein sicherheitspolitisches Konzept. In den meisten Medien wurde allein schon die Ankündigung trotzdem als Überwindung der „militärischen Ohnmacht“ Europas gefeiert. 

Doch ist diese Ohnmacht wirklich auf zu geringe Militärausgaben der EU-Mitglieder zurückzuführen? Immerhin liegen sie zusammengerechnet ja annährend in der Größenordnung Chinas und sind mehr als doppelt so hoch wie jene Russlands. Nach „Ohnmacht“ schaut das nicht aus. Eher nach zu wenig Koordination wegen unterschiedlicher nationaler Interessen.

Eines sollten die Verantwortlich zudem immer im Auge behalten: Ein nachhaltiger Frieden erfordert neben militärischer Stärke auch gegenseitiges Vertrauen. Das kann nur durch Dialog und Diplomatie geschaffen werden. Wer beispielsweise das Töten in der Ukraine beenden will, muss bereit sein zu verhandeln. Ob das zu einem für alle Seiten akzeptablen Ergebnis führen kann, ist offen. Verantwortungsvolle Politik aber muss es zumindest versuchen. 

Das derzeitige konzeptlose Drehen an der Rüstungsspirale wird von besonnenen Stimmen aus Wissenschaft und Politik kritisch gesehen. Momentan gibt es nämlich mehr Fragen als Antworten: Wie will die EU künftig ihre Sicherheit – auch die Cybersicherheit – gewährleisten? Wie will sie sich aus der sicherheitspolitischen Abhängigkeit von den USA lösen? Wie sollen die Beziehungen mit Russland ausschauen? 

Auch uns in Österreich sollte klar sein: Wir brauchen mehr und nicht weniger EU. Die europäische Staatengemeinschaft muss künftig zudem nicht nur politisch, sondern auch militärisch deutlicher mit einer Stimme sprechen (können). Aufrüsten allein ist zu wenig.

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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