2. Juni 2011

Landau-Kommentar zu Bildung in „News“!

2011-06-02T11:04:00+02:0002.06.11, 11:04 |Kategorien: Bildung|

In einem sehr bemerkenswerten Kommentar plädiert Michael Landau, Direktor der Caritas Wien, für Gesamt- und Ganztagsschule: „Jedes Kind ist gleich wichtig – außer derzeit in unseren Schulen“.

Zurecht will Landau nicht akzeptieren, dass jedes Jahr 10.000 junge Menschen maximal einen Pflichtschulabschluss erreichen, dass es in Österreich etwa 300.000 funktionelle Analphabeten gibt, dass nur ein Drittel der 15- bis 34-Jährigen einen Bildungsabschluss hat, der über dem der Eltern liegt etc.

Seine Schlussfolgerung ist ebenso klar wie eindeutig – wir brauchen „eine echte Bildungsreform“: „Die frühe Aufteilung der Kinder auf unterschiedliche Schulformen erweist sich als nachteilig. Kinder haben individuelle Stärken und Defizite. Kinder defizitorientiert in einer Schulform zusammenzufassen, heißt, sie in der Entfaltung ihrer Stärken zu behindern.“

Und noch eine Passage gefällt mir besonders gut: „Schule muss mehr als ein Ort sein, wo sich Kinder gern und angstfrei aufhalten. Zum wichtigen Erhalt der Neugier braucht es etwa die Etablierung einer positiven Fehlerkultur.“

Ich kann mich Landau nur vollinhaltlich anschließen. Für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

1. Juni 2011

SchülerInnen stark machen!

2011-06-01T10:43:00+02:0001.06.11, 10:43 |Kategorien: Bildung|

Mit der Forderung „Sitzenbleiben abschaffen“ hat Ministerin Claudia Schmied viel Hoffnung geweckt. Am Ende des Schuljahres bleibt wohl nur Enttäuschung.

Es geht – sogar innerhalb des bestehenden Systems – auch anders. In Sachsen hat man beispielsweise mit dem Projekt „Camp Plus“ sehr positive Erfahrungen gemacht. Das Zauberwort lautet auch hier „Individualisierung“ („Lieber individuell fördern“).

Seit 2008 bietet die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung Sachsen in den Winterferien diese Kurse in Form eines fast zweiwöchigen Camps an, wo versetzungsgefährdete Jugendliche von einer Lehrkraft ihrer Schule und sozialpädagogisch betreut werden. Das Ergebnis ist verblüffend: mehr als 80 Prozent der Camp-Teilnehmer schaffen das Klassenziel.

Ein Riesenerfolg, vor allem wenn man bedenkt, dass – zuletzt erneut festgestellt durch eine Bertelsmann-Studie aus dem Jahr 2009 – das Wiederholen für den Steuerzahler extrem teuer ist und die meisten SchülerInnen dadurch nicht besser werden. Statt Geld in unnötige Klassenwiederholungen zu stecken, sollten SchülerInnen individuell gefördert werden. Noch ist das Sitzenbleiben bei uns allerdings leider eine beliebte pädagogische Maßnahme. Betroffen sind jeweils über 40.000 SchülerInnen pro Jahr.

Statt Sitzenbleiben sind Maßnahmen wie „Camp Plus“ deutlich sinnvoller. Wichtig allerdings: Auch nach dem Camp werden die SchülerInnen nicht allein gelassen, sondern individuell betreut.

Für uns gilt daher: „Kein Kind zurücklassen!“

25. Mai 2011

Schmied hat in Sachen Schulreform resigniert!

2011-05-25T11:18:00+02:0025.05.11, 11:18 |Kategorien: Bildung|

Viel deutlicher als gestern Abend in der Sendung „Report“ kann man es eigentlich nicht mehr sagen: Grundlegende Reformen seien „mit dieser ÖVP“ halt nicht möglich. Das mag sein: Aber wenn eine Regierung – mitten in der Legislaturperiode!! – selbst sagt, sie werde nichts weiter bringen, dann bleibt doch eigentlich nur der Rücktritt und Neuwahlen.

Die Bilanz der rot-schwarzen Regierung in Sachen Bildungspolitik kann nur mit „Nicht genügend“ benotet werden. Das war der Tenor des gestrigen Berichts. Dabei waren die Erwartungen bei Regierungsantritt hoch: Zumindest in Sachen „Ankündigungspolitik“ haben Rot und Schwarz also Großes geleistet. Entsprechend groß ist nun allerdings die Enttäuschung: vor allem in Sachen Gemeinsame Schule hat sich praktisch gar nichts getan, aber auch bei der Ganztagsbetreuung hakt es, beim Ethikunterricht, bei der Modularen Oberstufe …

Unterrichtsministerin Claudia Schmied fallen diese Ankündigungen jetzt auf den Kopf. Denn guten Willen muss man ihr fairerweise zugestehen, die ÖVP-Betonfraktion im Bündnis mit Landeshauptleuten und reformresistenten Gewerkschaftern – das sind wahrlich und sprichwörtlich harte Brocken. Das Ergebnis ist bislang nach langwierigen Verhandlungen praktisch gleich Null.

Übrigens: Es war diese Regierung die das heurige Jahr zum „Jahr der Bildung“ ausgerufen hat!

Auf facebook hat sich eine Gruppe gebildet: Wir LehrerInnen für`s Bildungsvolksbegehren

Immer wichtiger wird unser Credo:„Kein Kind zurücklassen!“

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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