2. Juli 2010

„Warum tun wir das unseren Kindern an?“

2010-07-02T10:28:00+02:0002.07.10, 10:28 |Kategorien: Bildung|

Schulschluss in einigen Bundesländern, nächste Woche folgen die restlichen. Zeit für einige grundsätzliche Gedanken. Dazu habe ich heute im „Standard“ einen „Kommentar der anderen“ verfasst, der – nachdem die Schule ja eigentlich für die Kinder da sein sollte – auf die wesentlichste aller Fragen eingeht: „Warum tun wir das unseren Kindern an?“

Unser Schulsystem produziert zwei völlig überflüssige Stressfaktoren für die Kinder, ihre Eltern und ihre Familien: die Selektion mit zehn Jahren, die über den Aufstieg ins Gymnasium entscheidet, und die Selektion durch Sitzenbleiben. Näheres im Artikel selbst. Hier soll nur ein Aspekt besonders hervorgehoben werden: Das System ist auch volkswirtschaftlich unsinnig, kostet doch allein das Wiederholen der Schulstufe – also das Sitzenbleiben – den Staat Jahr für Jahr etwa 300 Millionen Euro, Folgekosten durch einen verspäteten Berufseintritt nicht mitgerechnet. Andere Staaten vermeiden diesen Unsinn und haben trotzdem bessere Ergebnisse: Finnland liegt bei allen internationalen Tests im Spitzenbereich und bringt die größte Zahl an Spitzenschülern hervor. In Finnland müssen nur 0,4 Prozent eine Klasse wiederholen – immer auf freiwilliger Basis und meist aus gesundheitlichen Gründen. Österreich hingegen setzt die Kinder schon in der 3. und 4. Volksschulklasse unter den immensen Stress der bevorstehenden Selektion und produziert außerdem zehnmal mehr Repetenten: „Warum tun wir das unseren Kindern an?“

29. Juni 2010

Ganztagsschule stärkt SchülerInnen!

2010-06-29T11:05:00+02:0029.06.10, 11:05 |Kategorien: Bildung|

Schülerinnen und Schüler bringen nach einem Besuch einer Tagesschule bereits nach zwei Schuljahren deutlich bessere Leistungen. Vor allem ihre Sprachkompetenzen werden gefestigt, das Sozialverhalten ist signifikant positiver und auch die Alltagsfertigkeiten sind besser als bei anderen Kindern in der Halbtagsschule. Das ist das Ergebnis einer breit angelegten Schweizer Studie, die vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt wurde. Die logische Konsequenz: Die Autoren der Studie fordern, die Schweiz solle Ganztagsschulen von hoher pädagogischer Qualität einrichten. Näheres dazu auf dem Blog von Liesi Märk „Schweizer Studie belegt eindrücklich die Vorteile der Ganztagesschule“ beziehungsweise im Buch der Autorin Marianne Schüpbach. Sie hat gemeinsam mit Walter Herzog, beide arbeiten als ErziehungswissenschaftlerIn an der Universität Bern, die Studie erstellt. Die beiden haben untersucht, wie sich die verschiedenen Schulformen auf die schulischen Leistungen und die sozio-emotionale Entwicklung der Kinder auswirken. Marianne Schüpbach: „Ganztägige Bildung und Betreuung im Primarschulalter: Qualität und Wirksamkeit verschiedener Schulformen im Vergleich“.

Die Studie ist natürlich repräsentativ, verglichen werden Kinder, die mindestens dreimal pro Woche während 7,5 Stunden in einer Ganztagsschule verbringen und in unserer traditionellen Halbtagsschule. Die Längsschnittstudie bezieht 521 am Anfang ihrer Schulzeit stehende Primarschulkinder aus elf Deutschschweizer Kantonen mit ein. Die Kinder verteilten sich auf 70 Klassen und 56 Schulen aus mehrheitlich städtischen Gebieten und Agglomerationen; die Tagesschulkinder stammten aus zehn Klassen.

25. Juni 2010

„Neun Gebote für eine moderne Schule“!

2010-06-25T13:31:00+02:0025.06.10, 13:31 |Kategorien: Bildung|

Das ist natürlich kein Zufall. Wer aus dem kirchlichen Bereich kommt, weiß um die Bedeutung der „Zehn Gebote“. Nun gibt es allerding etwas Neues: Die „Neun Gebote für eine Schule der 10- bis 14/15-Jährigen“.

Sie stammen vom langjährigen Rektor der Pädagogischen Akademie der Diözese Linz Rupert Vierlinger. Er ist ein beeindruckender Mann, mit dem ich in Villach auch schon einmal öffentlich diskutiert habe. Inhaltlich sehen wir die Situation sehr ähnlich, daher möchte ich seine „Neun Gebote“ hier auch gerne zur Diskussion stellen. Entstanden sind sie meines Wissens in Oberöstereich auf der Werkstatt für Frieden und Solidarität. Seinen Neun Geboten für eine menschenfreundliche Schule der 10- bis 14/15-Jährigen schließe ich mich ebenso wie die parteiunabhängigen AHS-LehrerInnen von der ÖLI an:

1. Du sollst nicht Ungerechtigkeit treiben!

2. Du sollst keinem Schüler und keiner Schülerin das Gefühl geben, dass er/sie unerwünscht ist!

3. Du sollst dem Lernenden nicht das Vorbild rauben!

4. Du sollst dem Lehrer und der Lehrerin kein Alibi für uniformierenden Unterricht geben!

5. Du sollst die LehrerInnen keinen unpädagogischen Systemzwängen aussetzen!

6. Du sollst die LehrerInnen vor Verhältnissen schützen, die ihr pädagogisches Taktgefühl schädigen!

7. Du sollst nicht zur Hoffart verführen! (Das ständische Denken! Mein Kind nicht neben …)

8. Du sollst deinen SchülerInnen und ihren Eltern nicht erlauben, sich auf Kosten anderer Vorteile zu verschaffen!

9. Du sollst dich dafür einsetzen, dass per Gesetz allen SchülerInnen die Chancengerechtigkeit garantiert wird!

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr…

Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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