9. Juni 2009

Erfahrungsbericht: Schule in Finnland

2009-06-09T00:25:00+02:0009.06.09, 0:25 |Kategorien: Bildung|

Im April organisierte die Unabhängige Bildungsgewerkschaft eine Bildungsreise nach Finnland, an der ca. 30 LehrerInnen aus der APS, der BHS und der AHS teilgenommen haben. Einen Erfahrungsbericht dazu gibt es heute im Rahmen der „Veranstaltungsreihe ‚Schule bewegen’“ ab 19.00 im „Hofsteiger“ in Schwarzach.

Einige Fakten aus der Einladung: Finnische Kinder werden im Alter von 7 Jahren eingeschult. Die gemeinsame Schule dauert 9 Jahre. Im Anschluss daran besucht ca. die Hälfte der SchülerInnen das Gymnasium, die andere Hälfte beginnt eine Berufsausbildung.

Was dem Neuankömmling schnell auffällt: Finnische Schule ist weniger autoritär als in Österreich. Die Lehrer werden mit Vornamen angesprochen. Es geht generell lockerer zu. Die anderswo bekannte Hektik vor Ende der großen Ferien, wo die Eltern krampfhaft versuchen, die langen Listen mit Schulbedarf, den ihre Sprösslinge benötigen abzuarbeiten, kennt man hier nicht.

Die Kinder erhalten alle notwendigen Materialien und Bücher von und in der Schule. Kostenfrei. In allen Schulen und Kindereinrichtungen gibt es Mittags eine kostenlose Mahlzeit.

Finnland hat weit weniger SchülerInnen mit migrantischem Hintergrund, doch um jene ausländischen Schüler, die da sind, bemüht man sich sehr. Sie erhalten in der Regel qualifizierten Sonder-Sprachunterricht, mehrere Stunden in der Woche. Auf Fremdsprachen wird ebenso wie auf Unterricht am Computer sehr viel Wert gelegt. Gruppenunterricht ist in vielen Fächern gängige Praxis. Frontalunterricht ist nicht verpönt. Zensuren

von 1- 5 wie in Österreich gibt es nicht. Wer einen Test sehr erfolgreich absolviert hat, erhält 10 Punkte. 4 Punkte ist das Schlechtestmögliche und bedeutet, dass man nicht durchgekommen ist. In den ersten 6 Schuljahren bleibt man in der Regel nicht sitzen. Die Gymnasiale Oberstufe ist als Kurssystem organisiert, wer einen Kurs nicht besteht, muss diesen wiederholen, jedoch nie ein ganzes Jahr.

5. Juni 2009

Streitgespräch mit Werner Amon in der Furche

2009-06-05T08:31:00+02:0005.06.09, 8:31 |Kategorien: Bildung|

In einem Streitgespräch mit Werner Amon, dem Bildungssprecher der ÖVP, ging es diese Woche hauptsächlich um den Sinn eines neuen AHS-Aufnahmeverfahrens und das Dauer-Reizthema Gesamtschule (< file name="FUCH_WIEN_0604_12_X" >).

Erstaunlich: Unter anderem meint Amon wörtlich, dass „Entwicklungspsychologen sagen, dass Prognosen umso schwieriger sind, je jünger ein Kind ist“ und bestätigt somit die Tatsache, dass die Trennung der Kinder mit zehn Jahren viel zu früh kommt.

Auf meinen Einwand („Herr Kollege, das ist ja das Kernproblem. Sie geben es also zu …“) antwortet er nur lapidar: „Das ist eine zynische Freude, die Sie da haben.“ er kann aber keinen Entwicklungspsychologen nennen, der die Trennung in diesem Alter für sinnvoll hält.

Was bleibt ist die Warnung vor einer „undifferenzierten Gesamtschule“, die kein vernünftiger Mensch fordert und die Wiedergabe altbekannter ideologischer Kampfbegriffe. Wann endlich orientiert sich die ÖVP-Bildungspolitik an den vernünftigen Kräften in der eigenen Partei beziehungsweise im eigenen Umfeld (Industriellenvereinigung, Katholische Aktion etc.)?

29. Mai 2009

Entschließungsantrag zur Kleinkindpädagogik

2009-05-29T15:15:00+02:0029.05.09, 15:15 |Kategorien: Bildung|

Heute lassen wir im Parlament über folgenden „Entschließungsantrag des Abgeordneten Walser, Freundinnen und Freunde betreffend Ausbildung von KindergartenpädagogInnen – Einrichtung von Bachelor-Studiengängen für Kindergartenpädagogik an den Pädagogischen Hochschulen“ abstimmen.

Wir begründen diesen Antrag folgendemaßen:

„Im Regierungsprogramm für die Jahre 2008 bis 2013 findet sich auf Seite 193 folgender Satz: „Die Ausbildung der KindergartenpädagogInnen soll aufbauend oder ergänzend zu den Bundesbildungsanstalten für Kindergartenpädagogik an den Pädagogischen Hochschulen bis hin zur Einrichtung von Bachelor-Studiengängen weiterentwickelt werden.“ Dieses Vorhaben wurde von den Regierungsparteien SPÖ und ÖVP unter Budgetvorbehalt gemeinsam beschlossen.

Im vorliegenden Budget für die Jahre 2009 und 2010 sind nun keine Mittel für die Einrichtung der geplanten Hochschulausbildung für KindergartenpädagogInnen vorgesehen.

Eine Ausbildung von KindergartenpädagogInnen an den Pädagogischen Hochschulen ist jedoch dringend notwendig, da spätestens durch die Einführung des verpflichtenden Kindergartenjahres die Anforderungen an die KindergartenpädagogInnen stark steigen. Zusätzliches Betreuungspersonal wird benötigt, FörderpädagogInnen müssen helfen, Defizite der Kinder vor Schuleintritt zu diagnostiziert und zu beheben. Praxisforschung an den Kindergärten muss zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Früh- und

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG:

Der Nationalrat wolle beschließen:

Die Bundesregierung, insbesondere die Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, wird aufgefordert, dem Nationalrat bis zum Herbst 2009 eine Regierungsvorlage zur Einrichtung von Bachelor-Studiengängen für KindergartenpädagogInnen an den Pädagogischen Hochschulen beginnend mit dem Wintersemester 2010 zur Beschlussfassung vorzulegen.“

Damit ich es nicht vergesse:

Hier bitte unterzeichnen: Martin Graf muss gehen!

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr…

Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


Zur Seite des Parlaments…

Downloads