16. Juni 2009

Parlament: Aktuelle Stunde zum Thema Bildung!

2009-06-16T11:19:00+02:0016.06.09, 11:19 |Kategorien: Bildung|

Im Parlament haben wir heute früh auf Antrag der SPÖ in der sogenannten „Aktuellen Stunde“ zum Thema Bildung diskutiert. Selbstbeweihräucherung der Regierungsparteien war angesagt – alles Bestens, alles auf dem richtigen Weg. Die Kritik der FPÖ: Raus mit der Pop-Musik aus der Schule. Man glaubt es nicht. Wirklich ein zentrales Problem! Ursula Haubner (BZÖ) hingegen verwies zurecht auf die halbherzigen Reformen, die den Kern des Problems nicht berühren. Eva Glawischnig und ich haben auf ein paar Fakten hingewiesen:

• Geschätzte 8.000 SchülerInnen pro Jahr ohne formalen Abschluss

• Fast 50.000 SchülerInnen erreichen Jahr für Jahr das Klassenziel nicht (etwa 4,5)

• Fast 42.000 sind nicht aufstiegsberechtigt und müssen ein Jahr wiederholen – pädagogisch meist völlig sinnlos und

• Teuer: Die Kosten betragen beispielsweise an den Hauptschulen pro SchülerIn fast 6.900 Euro

• Das finnische System ist unserem in vielem überlegen. Dort müsen nur 0,4 ein Jahr wiederholen

• Die Zahl der Lehrabbrüche steigt deutlich an, Hauptursache sind vielfach mangelnde Fähigkeiten, die Jugendliche von den Pflichtschulen mitbringen

Unser System ist teuer und ineffizient. Wann ist die ÖVP endlich zu grundlegenden Reformen bereit?

Die SPÖ jedenfalls bringt nichts weiter. Das Schlusswort zu den Reformbemühungen der letzten Monate überlasse ich einem unverdächtigen Zeugen, dem ehemaligen Wiener Stadtschulratspräsidenten Kurt Scholz: „Dieses Schuljahr ist ein Annus horribilis der Bildungspolitik gewesen. Ministerin Schmied hat mit geradezu suizidalem Mut versucht, Strukturen zu ändern. Das Ergebnis war ein Scheitern.“

15. Juni 2009

Wer verhindert die Schulreform?

2009-06-15T00:42:00+02:0015.06.09, 0:42 |Kategorien: Bildung|

In reißerischer Spiegel-Manier wird ein Thema angegangen, über das zu diskutieren sich lohnt – möglichst ohne Polemik: „Wie Eltern gute Schulen verhindern“

Das Thema ist in Österreich genauso aktuell wie in Deutschland. Wenn wir die Geschichte ein bisschen entspannter angehen als der „Spiegel“, bleiben einige spannende Aspekte. Über folgende Passagen aus dem Artikel sollten wir als Gesellschaft nachdenken:

„Sie wollen gute Schulen und eine gerechte Gesellschaft – aber nur, wenn’s dem eigenen Kind nützt. Eltern sind die größten Bremser im Schulsystem. Sie bekämpfen erbittert Reformen und grenzen sich nach unten hin ab: bloß keinen Kontakt zur Unterschicht.“

„Eltern sind die nervöseste Spezies, die mit Schule zu tun hat. Und die ungeduldigste Spezies. Sie wollen alles für ihr Kind – aber sie wissen oft kaum, wie Schule heute funktioniert. Ihre Devise lautet: Mein Kind first.“

„Nirgendwo ist die Dichte der Fernseher im Kinderzimmer so hoch wie in Hartz-IV-Haushalten.“

„Das Motto heißt Abgrenzung. Eltern achten genau darauf, auf welche Schule die Kinder gehen – und auf welche sie auf keinen Fall gehen sollen. „Nicht mehr nur Akademikerfamilien, sondern bereits die breite Mittelschicht grenzt sich massiv nach unten ab. Man könnte hier beinahe schon von einer Art ‚Kontaktsperre‘ sprechen“, heißt es in der Studie.“

Und damit wir auch das nicht vergessen:

11. Juni 2009

Kein Kind darf verloren gehen!

2009-06-11T09:03:00+02:0011.06.09, 9:03 |Kategorien: Bildung|

Ein erfolgreicher und durchaus sozial denkender Kleinunternehmer hat mir gestern sein Leid geklagt: Er würde ja gerne Lehrlinge einstellen, aber deren Ausbildung und Kenntnisse sind so schlecht, dass es für sein kleines Unternehmen kaum möglich ist.

Anders ausgedrückt: Nach neun Jahren Schulpflicht verlassen viele JUgendliche unser Bildungssystem ohne ausreichende Kenntnisse. Diverse Studien bestätigen das: Österreich ist ein Land der RisikoschülerInnen. Unter den 15- bis 16-Jährigen hat jeder Dritte Probleme mit Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Bildungsexperten halten die persönliche und schulische Entwicklung dieser SchülerInnen durch diese Defizite für„ernsthaft gefährdet“.

Das Hauptproblem ist unser verkrustetes Bildungssystem, mit zuwenig Fördermöglichkeiten, mit der zu frühen Trennung der Kinder im Alter von zehn Jahren.

Das erhält zwar die Bildungsprivilegien der Oberschicht, ist aber weder sozial zu rechtfertigen noch volkswirtschaftlich: Der schulische Erfolg hängt in Österreich zu einem großen Teil an der Unterstützung durch das Elternhaus. Laut einer Studie der Arbeiterkammer müssen täglich 56 Prozent der Eltern ihren Kindern bei den Hausübungen helfen, bereits jede/r fünfte SchülerIn unter 14 Jahren benötigt private Nachhilfe. Das kostet jährlich rund 140 Millionen Euro.

Was die österreichische Schule braucht, ist ein Masterplan zur Überführung des bestehenden Systems, das auf Selektion setzt, in eine Schule, die auf Förderung setzt. Motto: Kein Kind darf verloren gehen. Ein Masterplan besteht aus kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Maßnahmen. Das reicht somit von individueller Förderung bis zur gänzlichen Erneuerung des Schulsystems.

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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