26. Mai 2009

Konzepte für die Ganztagsschule!

2009-05-26T10:45:00+02:0026.05.09, 10:45 |Kategorien: Bildung|

Eines vorneweg: Ich bin es seit meinem Einstieg in die Politik gewohnt, mit Beschimpfungen zu leben. Dass einige Rechte – teilweise muss es sich um dieselbe Person handeln, ansonsten verwenden diese Personen zumindest denselben Computer (!) – diesen Blog dazu benützen, habe ich ebenfalls akzeptiert. Dass man nun dazu übergeht meine Familie (inkl. Schwager) zu beleidigen, hat mit einer harten Diskussionskultur aber nichts mehr zu tun.

Auf eine Frage möchte ich aber noch eingehen, obwohl Arno Brändle in seiner Stellungsnahme schon viel Wesentliche erwähnt hat.

Eines vorneweg: Ganztagsschule bedeutet nicht, dass es im herkömmlichen Sinn ganztägig Unterricht gibt, sondern dass sich im Sinn einer kinder- und jugendgerechten Schulen Unterrichts-, Lern- und Freizeitphasen abwechseln. Das soll Schluss machen mit dem Hausaufgabenstress und neue Lernformen ermöglichen.

Besonders wichtig erscheint mir die Unterscheidung zwischen der Kernzeit mit Pflichtanwesenheit und einem darüber hinausgehenden Betreuungsangebot: also zum Beispiel eine Kernzeit zwischen 9.00 und 15.00 Uhr und ein Betreuungsangebot von 7.00 bis 18.00 Uhr.

Das Mittagessen würde bei diesem Modell natürlich in der Schule eingenommen. Freizeitangebote (Musik, Sport, Theater) sind ebenso selbstverständlich wie Lernhilfe. „Hausaufgaben“ sind in so einem Modell als Übung in (!) der Schule zu machen, das Elternhaus soll möglichst entlastet werden, nach der Schule hat auch das Kind frei. Das würde – liebe „Familienpartei“ ÖVP – viele Konflikte in den Familien vermeiden helfen.

Ein Wort zu den LehrerInnen: Sie brauchen Arbeitsplätze an den Schulen. Das Ganztagsmodell bedeutet keine höhere Unterrichtsverpflichtung, aber längere Anwesenheit, bringt aber die Chance zu gemeinsamer Vorbereitung und Absprache.

25. Mai 2009

Nachhilfeunwesen verlangt grundlegende Schulreform

2009-05-25T12:28:00+02:0025.05.09, 12:28 |Kategorien: Bildung|

Derzeit überfordern wir in unserem Schulsystem die Kinder am Vormittag und verzichten wir auf ihre Aufmerksamkeitsschwerpunkte am Nachmittag – das zeigt einmal mehr eine Studie der Arbeiterkammer über das Nachhilfeunwesen.

Demnach müssen täglich 56 Prozent der Eltern ihren Kindern bei den Hausübungen helfen, bereits jede/r fünfte SchülerIn unter 14 Jahren benötigt private Nachhilfe. Durchschnittlich 22 Euro kostet eine Stunde privat Lernen. Das heißt für Eltern, dass sie heuer um fast ein Fünftel mehr drauflegen als noch im Vorjahr. Private Nachhilfe geht ins Geld – Eltern geben dafür rund 140 Millionen Euro im Jahr aus. Das zeigt ein AK Test bei 77 privaten Anbietern und 27 Lerninstituten in Wien.

Das überfordert Elter, LehrerInnen und vor allem die SchülerInnen: Es ist die Aufgabe der Schule, dafür zu sorgen, dass die Kinder den Unterrichtsstoff verstehen.

Die Ursachen für das Problem liegen im Schulsystem: Solange sich die ÖVP mit Händen und Füßen gegen den Ausbau ganztägiger Schulformen wehrt, lässt sich dieser Missstand nicht abstellen. Es braucht den Wechsel zwischen Unterricht und Freizeit, aber auch Hausübungen und Lernphasen müssen in der Schule stattfinden: Alle internationalen Studien belegen, dass nur noch in Deutschland Bildung ähnlich stark vererbt wird wie in Österreich.

Es darf doch nicht sein, dass nur Kinder aus privilegierten Familien die Chance bekommen, den Lehrstoff von Eltern oder teuren NachhilfelehrerInnen so präsentiert zu bekommen, dass sie ihn auch verstehen. Der Kern des Problems ist unser veraltetes Schulsystem. Wir brauchen ein System, das außerschulischen Nachhilfeunterricht unnötig macht.

24. Mai 2009

Eliteschule sind der falsche Weg!

2009-05-24T08:29:00+02:0024.05.09, 8:29 |Kategorien: Bildung|

Ja, ja – wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen! Heute verkündet die Bildungsministerin allen Ernstes, sie wolle in Österreich Eliteschulen einführen: „Schmied will Eliteschulen in den Ländern“. Die plötzliche Begeisterung von Claudia Schmied für Eliteschulen für die Sekundarstufe II stammt von einem Besuch in einer Elite-Highschool bei New York.

Angesichts der schlechten Ergebnisse des österreichischen Schulwesens, gibt es bei uns aber wahrlich andere Probleme. Es braucht eine Reform des gesamten Bildungsbereichs: Was wir benötigen, sind mehr Gestaltungsmöglichkeiten für alle Schulen und nicht nur für die schmale Gruppe künftiger Eliteschulen für eine dünne Oberschicht! Alles, was Schmied für ihre „Eliteschulen“ fordert, braucht es im Regelschulwesen: Personalhoheit für LeiterInnen, modernste Ausstattung, Ausbildungsschwerpunkte in den Bereichen Umwelt, Gesundheit, Sprachen, Tourismus oder Sport.

Natürlich müssen Hochbegabungen auch die Möglichkeit zur Entfaltung haben, Länder mit einem modernen Schulsystem zeigen auch vor, wie das geht. Diese Länder haben am wenigsten ProblemschülerInnen und die meisten Spitzenleistungen. Eliteschule sind jedenfalls der falsche Weg!“

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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