1. April 2009

Frühförderung im Kindergarten!

2009-04-01T08:29:00+02:0001.04.09, 8:29 |Kategorien: Bildung|

Alle wissen es seit Jahren. Jetzt ist es durch eine Studie („frühkindliche Sprachstandsfeststellung“) wieder einmal bewiesen worden: Die Sprachdefizite vieler Kinder – auch solcher mit Deutsch als Erstsprache – sind bereits im Vorschulalter eindeutig feststellbar. 60 Prozent der Kindergartenkinder mit Migrationshintergrund haben Sprachförderbedarf, bei Kindern ohne Migrationshintergrund sind es zehn Prozent.

Es gibt spezielle Problemgruppen: Wer beispielsweise keinen Kindergarten besucht, bei dem ist die Sprachkompetenz und somit der Sprachwerwerb signifikant schlechter.

Das ist logisch, denn der Wortschatz entwickelt sich ab dem 3. Lebensjahr rasant und die Aussprache verbessert sich. Im 5. Lebensjahr sollten die Grundlagen des Spracherwerbes eigentlich schon abgeschlossen sein: Die Sprache wird auch für Kinder zum entscheidenden Kommunikationsmittel. Das alles wissen wir.

Und was tut die Regierung? Sie hat ja das verbindliche letzte Kindergartenjahr beschlossen. Immerhin. Nur hat sie die Voraussetzungen dafür nicht geschaffen: Sprechen lernt man bekanntlich durch Sprechen. Die Gruppen müssen daher möglichst klein sein. Und die Realität? Es gibt in allen Regionen zuwenig Plätze. Und die PädagogInnen sollen die Reformen auch noch selbst finanzieren. Das wird sich nicht ausgehen, zumal die ÖVP das vorhersehbare Scheitern der Unterrichtsministerin schon jetzt hämisch kommentiert und sich den Showdown erste Reihe fußfrei anschaut!

31. März 2009

MigrantInnen und unsere Schulen

2009-03-31T00:44:00+02:0031.03.09, 0:44 |Kategorien: Bildung|

Das ist so richtig nach dem Geschmack der Rechten: Wir werden wieder einmal „überschwemmt“, von einer „Ausländerflut“ ist die Rede etc.! Gemeint sind die vom Ministerium veröffentlichten Zahlen über den Anteil von SchülerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache.

Bei all der rechten Hetze: Man sollte sich das Problem wirklich genau anschauen und ohne Vorurteile nach Lösungen suchen: Ja, es gibt sehr viele Schulen, in denen sich Kinder mit mangelhaften Sprachkenntnissen befinden. In vier Wiener Bezirken stellen Menschen mit Migrationshintergrund sogar schon mehr als 50 Prozent der Gesamtbevölkerung. Beim sogenannten Migrationshintergrund werden die Kinder dieser Menschen dazugezählt. Man muss sich die Statistik aber genau anschauen. Etwas mehr als ein Drittel dieser Menschen stammt aus anderen EU-Ländern, vor allem Deutschland und Polen, ein weiteres Drittel aus den Ländern Ex-Jugoslawiens, etwa ein Achtel aus der Türkei. Und anders als es die blauen-orangen Herrschaften gerne hätten, sind viele MigrantInnen gut ausgebildet. Die Hälfte und somit deutlich mehr als der österreichische Durchschnitt hat mindestens Matura oder gar einen Universitätsabschluss. Allerdings hat mehr als ein Drittel nur einen Pflichtschulabschluss (ebenfalls deutlich mehr als der österreichische Durchschnitt).

Migration kann also auch eine Erfolgsgeschichte sein, wie das der Integrationsexperte der Universität Wien, Heinz Fassmann, angesichts dieser Fakten formuliert hat. Und: Die heute veröffentlichten Migrationszahlen belegen eindrucksvoll, dass Österreich seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland ist – egal ob schwarz-blau oder schwarz-orange oder auch rot-schwarz regierte. Darauf hat gestern unsere Integrationssprecherin Alev Korun hingewiesen.

Mich interessiert natürlich vor allem der Bildungsbereich: In der Schule braucht es mehr zielgerichtete Angebote, vor allem für

Kinder mit Sprachdefiziten. Etwa ein Drittel dieser Kinder kommt

inzwischen aus Familien ohne migrantischen Hintergrund. In unserem Bildungsprogramm fordern wir 10 FörderlehrerInnen, die an den Schulen den lokalen Bedürfnissen entsprechend eingesetzt werden können (für die Sprachförderung, Förderkurse etc.) Dazu braucht es zwei kostenlose Kindergartenjahre. Wo Eltern das nicht in Anspruch nehmen, soll zumindest eine Feststellung des Sprachstandes erfolgen, damit die Eltern beraten werden können.

25. März 2009

„Kosten und Leistung stimmen nicht überein.“

2009-03-25T00:36:00+01:0025.03.09, 0:36 |Kategorien: Bildung|

Der Rechnungshof, das Wirtschaftsforschungsinstitut und das Institut für Höhere Studien haben heute eine vernichtende Analyse über die ineffiziente österreichische Schulverwaltung abgegeben. Wenn Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka in der Folge Vorschläge für Reformen in der Schulverwaltung ankündigt, dann ist Gefahr in Verzug: Solche Ankündigungen kennen wir nämlich zur Genüge. Seit Jahren kommen die gleichen Vorschläge, seit Jahren die gleichen Versprechungen, seit Jahren herrscht Stillstand. Lopatkas Versprechungen, Parallelstrukturen zwischen Landesschulräten und Landesregierungen zu beseitigen, bessere Personalsteuerung und mehr Controlling einzurichten sind wenig überzeugend, weil sich die ÖVP seit Jahren nicht traut, in den Machtbereich ihrer Landesfürsten einzudringen. Die Landeshauptleute sind nämlich die in Beton gegossene Reformverweigerung, Lopatkas Äußerungen daher abzuhaken.

Derzeit wird zudem alles nur unter dem – sicherlich wichtigen – Aspekt der Einsparungsmöglichkeiten diskutiert. Eine wirkliche Verwaltungsreform muss aber auch inhaltlich begründbar sein. Wir brauchen dezentrale Strukturen und die Entscheidungskompetenz dort, wo Probleme und Reformschritte genau erkannt werden: an den Schulen. Das bedeutet mehr Verantwortung für SchulleiterInnen.

Besonders wichtig: Die dienstrechtlichen Rahmenbedingungen wirken sich auch negativ auf die Unterrichtsqualität aus, was die Experten mit dem Abschneiden Österreichs bei den diversen internationalen Bildungsvergleichsstudien belegen. Der Rechnungshof geht davon aus, dass „die unzureichende Governance-Struktur das Leistungsniveau der Schüler im Durchschnitt um den möglichen Lernfortschritt mehrerer Schuljahre vermindert“.

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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