18. Februar 2015

Hyperkompliziert: Beurteilungsraster bei der Zentralmatura

2015-05-01T07:36:44+02:0018.02.15, 12:00 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

ZentralmaturaDie Spannung wÀchst und die mediale Berichterstattung (Zentralmatura: Nervös, aber nicht panisch) nimmt zu.
Selten habe ich so viele Informationen und Protestmails bekommen wie in den letzten Tagen: Das Thema Zentralmatura regt auf!
Heute habe ich ein Mail eines Mathematik-Lehrers mit Kritik am Beurteilungsraster mit 36 (!) Deskriptoren fĂŒr die Vorwissenschaftliche Abeit (VWA) erhalten.
Zum Grundprinzip, das fĂŒr die Beurteilung der VWA und fĂŒr die Arbeiten der Zentralmatura gilt:
Es gibt fĂŒnf Oberkategorien, die dem bisherigen Notensystem entsprechen, aber verbalisiert beschrieben werden. Dazu gibt es die Unterkategorien mit wieder fĂŒnf sogenannten Deskriptoren.
In der Unterkategorie „Selbstkompetenz“ bei der VWA heißt es: „Der Kandidat/die Kandidatin nimmt angebotene Hilfestellungen und KorrekturvorschlĂ€ge des Betreuers/der Betreuerin an.“ Das kann man jetzt in der Oberkategorie mit „zur GĂ€nze“ (entspricht „Befriedigend“) bewerten, aber wie kann man das â€žĂŒber das geforderte Maß hinaus“ und somit „Gut“ oder gar „weit ĂŒber das geforderte Maß hinaus“ und somit „Sehr gut“ bewerten? Der Mathematiklehrer fragt und ich mich als Germanist mit ihm: „Gibt es Geheimnisse, die bisher verschwiegen, jedenfalls nicht gelehrt wurden?“
Ähnliches gilt fĂŒr die Zentralmatura: LehrerInnen mĂŒssen bei der Deutsch-Matura in der Oberkategorie â€žĂŒber das Wesentliche hinausgehend erfĂŒllt“ beurteilen, ob – so die Unterkategorie – ein „Inputtext vollstĂ€ndig erfasst“ ist. Dann gibt es die Note „Gut“. Ein „Sehr gut“ gibt es fĂŒr die wortidente Unterkategorie („Inputtext vollstĂ€ndig erfasst“), wenn das erforderliche HĂ€kchen bei der Oberkategorie â€žĂŒber das Wesentliche weit hinausgehend erfĂŒllt“ gemacht wird.
Eine weitere Herausforderung: Wenn in der Kategorie „hinausgehend erfĂŒllt“ „alle AuftrĂ€ge vollstĂ€ndig erfasst sind“ gibt’s ein „Gut“. Da aber vollstĂ€ndiger als vollstĂ€ndig nicht geht, ist den Ministerialbeamten die Phantasie ausgegangen und sie haben nochmals fĂŒr die Oberkategorie „weit hinausgehend erfĂŒllt“ den Deskriptor „vollstĂ€ndig erfasst“ verwendet. Oder: Wo der Unterschied zwischen â€žĂŒberwiegend sachlich richtig“ und „weitgehend sachlich“ richtig ist, ist wohl auch GermanistInnen etwas rĂ€tselhaft.
Und, liebe LeserInnen, sollten Sie nun etwas verwirrt sein, so kann ich Ihnen garantieren: Es liegt nicht an Ihnen!

14. Februar 2015

Herr Mahrer, wie steht jetzt die ÖVP zur Gesamtschule?

2015-05-01T07:38:09+02:0014.02.15, 12:00 |Kategorien: Bildung, Parteien|Tags: , , |

SN-Streitgespraech_Walser_MahrerDie „Salzburger Nachrichten“ haben ÖVP-StaatssekretĂ€r Harald Mahrer und mich zu einem StreitgesprĂ€ch ĂŒber Integration und Bildung geladen und es heute auf der Seite 3 veröffentlicht: „Mit Anreizen statt Strafe zu mehr Integration“. Moderiert wurde das GesprĂ€ck von Alexander Purger.
Leider funktioniert bislang der Link nicht, fĂŒr Interessierte habe ich die Seite daher hier (SN-Streitgespraech_Walser_Mahrer (pdf, 348 KB)) als Download gespeichert.
Den extrem teuren Murks um die Neue Mittelschule beispielsweise hat die ÖVP bei der Beschlussfassung als „Jahrhundertreform“ gepriesen, Mahrer & Co tun jetzt so, als ob dafĂŒr nur die SPÖ verantwortlich zu machen ist.
Und Integration? Leider gehen die Bundes(!)-ÖVP – in den LĂ€ndern sind teilweise wesentlich fortschrittlichere Schwarze anzutreffen – ebenso wie große Teile der SPÖ zunehmend den populistisch aggressiven Weg der FPÖ. Ich habe das im GesprĂ€ch bedauert und darauf hingewiesen, dass es fĂŒr beide Parteien keinen Sinn macht, „im Teich der FPÖ fischen“ zu wollen: „Sie bedenken nicht, dass man dann gleich zum Schmied und nicht zum Schmiedl geht.“
Mahrer hat es mir nicht einfach gemacht: Genauso wie viele andere ÖVP-VertreterInnen gelingt es auch hier , möglichst wenig Konkretes zu sagen und sich auf keine Position festnageln zu lassen.

11. Februar 2015

„Notfallplan“ fĂŒr die schriftliche Zentralmatura!

2015-05-01T07:38:56+02:0011.02.15, 12:00 |Kategorien: Bildung|Tags: |

ZentralmaturaIn Rahmen einer Pressekonferenz habe ich heute gemeinsam mit Eva Glawischnig einen GrĂŒnen „Notfallplan“ fĂŒr die schriftliche Zentralmatura prĂ€sentiert, denn die MaturantInnen dĂŒrfen nicht fĂŒr VersĂ€umnisse des Ministeriums, des BIFIE oder einzelner Schulen bĂŒĂŸen!
Die wesentliche Ursache fĂŒr die Probleme sind aus meiner Sicht
‱ eine unglaubliche Regulierungs- und Kontrollwut (da ist BrĂŒssel ein Waisen“knabe“ dagegen), der zu hochkomplexen „Bewertungsrastern“ fĂŒr die Arbeiten gefĂŒhrt hat, sowie
‱ eine inkompetente Informationspolitik mit völlig widersprĂŒchlichen Aussagen – etwa auf offiziellen Informationswebsites des BMBF (hier NĂ€heres dazu).
Das derzeitige Problem: Wegen der erschreckenden Ergebnisse – insbesondere bei den Mathematik-Probeklausuren fĂŒr die Zentralmatura (28% negativ beurteilt) – und der großen Verunsicherung muss etwas getan werden.
Mein Vorschlag in KĂŒrze: Bei negativer Beurteilung der schriftlichen ReifeprĂŒfung soll in die Gesamtnote die Note der letzten Schulstufe einbezogen werden, um eine Verbesserung auf „GenĂŒgend“ zu ermöglichen. Die GrundsĂ€tze der Leistungsbeurteilungsverordnung (etwa die stĂ€rkere BerĂŒcksichtigung der zuletzt erbrachten Leistungen) mĂŒssen dabei natĂŒrlich Beachtung finden.
Die Vorteile:
‱ Der Sinn der Zentralmatura bleibt erhalten: die RĂŒckmeldung ĂŒber den tatsĂ€chlichen Leistungsstand der MaturantInnen. Gleichzeitig können die Schulen bei schlechten Ergebnisse in den kommenden Jahren darauf reagieren.
‱ Die Reform ist gerecht, weil sie fĂŒr alle MaturantInnen gilt und keine Einzellösung fĂŒr bestimmte Schulen darstellt, wie es Werner Peschek, Mathematikdidaktiker an der UniversitĂ€t Klagenfurt, vorschlĂ€gt (Experte fordert „Notfallaktion“ fĂŒr Zentralmatura).
‱ Die betroffenen MaturantInnen mĂŒssen allfĂ€llige Defizite in der Vorbereitung der Zentralmatura durch BIFIE und BMBF sowie einzelner Schulen nicht ausbaden.
Es braucht auch eine zusĂ€tzliche Sofortmaßnahme: die von mir seit langem geforderte Einrichtung einer Krisenhotline! Das hat Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek allerdings in einem GesprĂ€ch mit mir rĂŒde zurĂŒckgewiesen. Obwohl das bisherige Ergebnis der derzeitigen Krisenkommunikation des BIFIE wohl mit „Nicht GenĂŒgend“ zu beurteilen ist. So hat eine SchĂŒlerin an die BIFIE-Verantwortliche wegen ihrer Ängste in Bezug auf die Mathematik-Matura und die VWA geschrieben und Fiolgendes zur Antwort erhalten: „Wenn Sie durch das Fach Mathematik und die VWA Ihren Schulabschluss gefĂ€hrdet sehen, frage ich mich, ob sie wirklich studierfĂ€hig sind?!“
Das kannÂŽs nun wirklich nicht sein!

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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