30. September 2014

Den Kindergarten stÀrken!

2014-09-30T10:48:00+02:0030.09.14, 10:48 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

Es ist relativ einfach: Eine StÀrkung des Kindergartens bedeutet zuerst einmal eine StÀrkung der Kindergarten-PÀdagogInnen, bedeutet bessere Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen, kleinere Gruppen, bessere Ausbildung.

Vieles konnte ich letzte Woche in meiner Rede im Nationalrat aus ZeitgrĂŒnden nicht mehr unterbringen, etwa die BegrĂŒndung fĂŒr unsere Forderung nach einem Rechtsanspruch fĂŒr Eltern auf einen Kinderbetreuungsplatz oder die Notwendigkeit eines Bundesrahmengesetzes.

Übrigens: Der damalige Familienminister Mitterlehner hat 2010 eine „Kehrtwende“ in der Familienpolitik angekĂŒndigt – weg von Geldleistungen und hin zu mehr Sachleistungen, also KinderbetreuungsplĂ€tzen. „Die Kosten des Systems stehen in keiner Relation zu den Ergebnissen. Unsere vornehmlich auf Geldleistungen ausgerichtete Familienpolitik hat uns eine sehr niedrige Geburtenrate gebracht“, so Mitterlehner im „profil“. Wir warten noch darauf.

FĂŒr die „GrĂŒne Schule“ (und den „GrĂŒnen Kindergarten“) gilt: „Kein Kind zurĂŒcklassen!“

28. September 2014

Bildung: Copy-and-Paste statt Reformen

2015-05-03T10:05:29+02:0028.09.14, 14:37 |Kategorien: Bildung|Tags: |

Großer Bahnhof in Schladming, aber der Zug kommt nicht: Es ist wirklich zum Weinen!

Das bei der Regierungsklausur beschlossene 6-Punkte-Programm zur Bildung war nur eine AbschreibĂŒbung. „Eigenplagiat“ nennt man das wohl, denn die Eckpunkte des neuen Papers kennen wir schon lĂ€ngst. Sie sind im Wesentlichen bereits im RegierungsĂŒbereinkommen festgehalten.

Auch da war die Rede von der StĂ€rkung der ElementarpĂ€dagogik, einem Übergangsmanagement zwischen Kindergarten und Volksschule, der intensivierten Sprachförderung, der alternativen Leistungsbeschreibung bis zur 3. Schulstufe, mehr Schulautonomie, dem Ausbau der ganztĂ€gigen Schulformen usw. – also: Copy and Paste! Es kommt noch schlimmer: Die Regierung verkĂŒndet allen Ernstes, sie werde eine „Arbeitsgruppe“ (!) einrichten, mit VertreterInnen der LĂ€nder und des Bundes.

„Mit ganz klaren Bildungszielen“ sollen das letzte Kindergartenjahr mit den ersten zwei Volksschulklassen kombiniert werden. Die Schuleingangsphase 2014/15 soll an 35 Standorten erprobt und die „Erfolgsindikatoren wissenschaftlich“ evaluieren werden. Nicht nur Fachleute wissen: Die Schuleingangsphase 2014/15 lĂ€uft bereits! Schon jetzt lĂ€uft an 35 Standorten ein solcher Versuch. Bis 2016/17 soll das Modell flĂ€chendeckend umgesetzt sein.

Verkauft uns die Regierung fĂŒr dumm – oder ist sie es? Um es mit der „Presse“ zu sagen: „Die Frau Bildungsministerin zum „Schulstart neu“ (den es ĂŒbrigens so schon seit vielen Jahren in Österreich gibt) in der ZiB: „Wir wollen bei der nĂ€chsten PISA-Testung besser abschneiden, daher mĂŒssen wir bei den Kleinsten beginnen!“NĂ€chste PISA-Testung ist 2015, spĂ€testens 2016, dabei werden die 16-jĂ€hrigen getestet, unsere Regierung beginnt 2015 bei den SechsjĂ€hrigen, damit die 16-jĂ€hrigen 2016 besser abschneiden ….

Das Beispiel zeigt wohl deutlich, fĂŒr wie dumm wir von unseren Politikern verkauft werden oder – noch schlimmer – wie dumm diese sind!“

Auch „Sprach- und Leseförderung“ will man vorantreiben – „von Anfang an“. Das erinnert nicht nur fatal an Kurz’ Formel „Integration von Anfang an“, sondern wird in der konkreten Ausformung StĂŒckwerk bleiben. 45 Millionen soll in Sprachförderung investiert werden, dies vom Kindergarten bis in die Schule. Zum Vergleich: Das bevölkerungsmĂ€ĂŸig etwa doppelt so große deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen investiert nur in KindertagesstĂ€tten (!) zusĂ€tzlich 100 Mio Euro fĂŒr die Sprachförderung, wobei das Ausgangsniveau bereits höher ist als in Österreich. Wovon die Regierung nicht spricht, ist, dass es fĂŒr erfolgreiche Sprachfördermaßnahmen bestausgebildete PĂ€dagogInnen braucht. Davon sind wir in Österreich noch meilenweit entfernt.

Was wirklich neu sein könnte, ist die Entkrampfung. Immerhin hat sich die SPÖ von ihrem vormals als Koalitionsbedingung formulierten Ziel der Gemeinsamen Schule verabschiedet. Der Burgfrieden ist ausgerufen. Wem hilft’s? Sicherlich der ÖVP und ihren Blockierern.

9. September 2014

Schulverwaltung entpolitisieren!

2014-09-09T09:04:00+02:0009.09.14, 9:04 |Kategorien: Bildung|Tags: , , |

Auf die Gefahren fĂŒr die Schule durch Parteiproporz und politischen Postenschacher habe ich schon mehrfach hingewiesen („Blockwarte an die Schulen?“). Die Postenschacher-Partei FPÖ wollte mit Maximilian Krauss einen einschlĂ€gig aufgefallenen 21-jĂ€hrigen Burschenschafter zum Vize-StadtschulratsprĂ€sidenten machen. Ich habe umgehend reagiert, denn rassistische und hetzerische Botschaften haben in der Schule nichts zu suchen.

Krauss ist in Sachen Rassismus ein WiederholungstÀter, der trotz sachlicher Kritik keine Einsicht gezeigt, sondern seine Ansichten sogar noch bekrÀftigt hat. Wir erleben ohnehin eine Radikalisierung in unserem gesellschaftlichen Klima. Dagegen muss insbesondere die Schule auftreten.

Einige Zitate dieses Herren:

‱ „TĂŒrken-BĂŒrgermeister HĂ€upl macht schon seit einiger Zeit den Eindruck, als wĂŒrde er seine Befehle direkt aus Ankara bekommen.“ 12. August 2013

‱ „ÖVP-Moslem-StaatssekretĂ€r Sebastian Kurz’ KniefĂ€lle vor den Moslems sind nur noch peinlich!“ Kurz hatte zuvor Muslimen schöne Ramadan-Feiertage gewĂŒnscht. 10. August 2013

‱ „IntegrationsstaatssekretĂ€r Kurz soll Zuwanderer mit ‚tĂŒrkischem Blut‘ in ihre Heimat zurĂŒckschicken!“ 26. Juni 2013

‱ „AuslĂ€nder-Terror auf Wiener Straßen abstellen! Es gibt Gebiete in unserer Stadt, die darf man als InlĂ€nder praktisch nicht mehr betreten. Dort ist man als Wiener Freiwild.“ 5. November 2012

‱ „Seit seinem Amtsantritt hat Kurz die peinlichen, mit Steuermillionen finanzierten Anbiederungsversuche besonders an muslimische Zuwanderer systematisch und bis zum Exzess gesteigert.“ Krauss ĂŒber den damaligen Integrations­staatssekretĂ€r, 4. August 2013

Gestern hat BĂŒrgermeister Michael HĂ€upl eine Ernennung von Maximilian Krauss abgelehnt. Das ist gut so. Aber zu wenig.

Wir brauchen eine völlige Entpolitisierung der Schulverwaltung.

Der Fall Krauss zeigt, dass es nun an der Zeit ist, noch einen Schritt weiterzugehen: Ich fordere die völlige Entpolitisierung der Schulverwaltung und die Abschaffung des Proporzes. Letzte Woche habe ich im Nationalrat zwei EntschließungsantrĂ€ge eingebracht, in denen wir die Abschaffung der VizeprĂ€sidentInnen in den Landes- und StadtschulrĂ€ten und eine grundlegende Entpolitisierung der LandesschulrĂ€te beantragt haben. Ich hoffe auf Einsicht bei den Regierungsparteien und auf den lĂ€ngst fĂ€lligen Schritt, dass mit dem Proporz in der Schule endlich Schluss gemacht wird.

FĂŒr die „GrĂŒne Schule“ gilt: „Kein Kind zurĂŒcklassen!“

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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