29. November 2009

MInarettverbot in der Schweiz: offen über Integrationsprobleme sprecher!

2009-11-29T20:09:00+01:0029.11.09, 20:09 |Kategorien: Integration|

Die SchweizerInnen haben entschieden: 57 Prozent wollen, dass in Zukunft keine Minarette mehr gebaut werden dürfen. Lassen wir einmal die Tatsache beiseite, dass sich das mit dem Recht auf Religionsfreiheit nicht verträgt, vor dem Gerichtshof für Menschenrechte wohl keinen Bestand hat und alle integrierten MuslimInnen vor den Kopf stößt. Das Signal ist deutlich: Der Ausgang der Volksabstimmung drückt die in weiten Teilen Europas vorhandene tiefe Verunsicherung und Angst vieler Menschen aus. Diese hat viele Ursachen – von der drohenden Arbeitslosigkeit bis zur teilweise nicht gelungenen Integration vieler ZuwandererInnen. Integrationsbemühungen werden jetzt noch schwieriger werden, denn „viele Muslime in der Schweiz sind betroffen und wütend“, wie es Hisham Maizar, der Präsident der Föderation Islamischer Dachverbände in der Schweiz, schon im Zuge der ausländerfeindlichen Propaganda für diese Initiative ausgedrückt hat.

Dem Problem „Integration“ müssen wir uns auch in Österreich stellen. Ein User hat gestern auf einen erschreckenden Beitrag einer türkischstämmigen Reporterin hingewiesen: „Türken mobben und schlagen Deutsche an deutschen Schulen“

So drastisch ist es bei uns noch nicht. In vielen Schulen aber bestehen Probleme. Sie sind Ergebnis jahrzehntelanger Versäumnisse der Politik, die beides versäumt hat: Integrationsangebote in Schulen etc. zu machen und Fehlentwicklungen gegenzusteuern. Natürlich muss Integrationswilligkeit eingefordert werden. Die Einschränkung der Religionsfreiheit aber vertieft den Graben zwischen den Bevölkerungsgruppen und gibt den Radikalen Auftrieb. Allheilmittel in Sachen Integration gibt es nicht. Ich kann nur auf den Schlusssatz der Reporterin verweisen: Über die Probleme offen zu sprechen, wäre ein Anfang!

30. September 2009

Gewaltprävention muss ausgebaut werden

2009-09-30T14:04:00+02:0030.09.09, 14:04 |Kategorien: Integration|

Das gibt Anlass zum Nachdenken: Die Attacke auf eine 15-jährige muslimische Schülerin in der Fachschule für wirtschaftliche Berufe der Caritas der Diözese Graz-Seckau sorgt für Diskussionen. Zwei Mitschülerinnen hatten ihr in der Vorwoche bei einem Ausflug das Kopftuch angezündet. Bis heute gab es kaum nennenswerte Reaktionen darauf. Die Verantwortlichen beruhigten: Hinter dem Vorfall stünden keine religiösen Motive. Sind andere Motive – etwa ausländerfeindliche, rassistische etc. – weniger schlimm?

Der Übergriff auf eine muslimische Schülerin in Graz zeigt, wie notwendig der massive Ausbau der Schulsozialarbeit ist. Gewaltprävention muss im Schulalltag verankert werden, LehrerInnen brauchen dabei professionelle Unterstützung. Es ist bekannt, welche Schulen soziale Brennpunkte sind und wo es vermehrt zu Gewalt unter SchülerInnen, aber auch gegen LehrerInnen kommt. Gewaltprävention lässt sich von den LehrerInnen jedoch nicht während der Pausenaufsicht durchführen und im Unterricht soll den SchülerInnen schließlich Wissen vermittelt werden. Daher brauchen wir ein Netz an SchulsozialarbeiterInnen, die an gefährdeten Schulen ständig anwesend und in den Alltag integriert sind.

Wir brauchen aber auch eine Diskussion über die gesellschaftlichen und politischen Ursachen für solche Vorfälle. Die Schule allein wird diese Ursachen nicht aus der Welt schaffen können. Das vor allem von den Freiheitlichen aufgeheizte ausländerfeindliche und antisemitische Klima wird – das muss befürchtet werden – gerade bei Jugendlichen die Bereitschaft zu Übergriffen erhöhen. Der gesellschaftliche Aufschrei dagegen ist leider (noch) nicht zu hören!

2. April 2009

Das verdient unsere Unterstützung!

2009-04-02T00:24:00+02:0002.04.09, 0:24 |Kategorien: Integration|

Es ist ruhig geworden um Aly El Ghoubashy. Umso erfreulicher ist eine gestern bekannt gewordene Initiative liberaler Muslime in Österreich („ILMÖ“), die leider zuwenig Resonanz in den Medien gefunden hat.

Die ILMÖ fordert in einem Offenen Brief alle verantwortlichen Stellen und politischen Parteien in Österreich auf, „den suspendierten Islamlehrer Aly El Ghoubashy zu unterstützen“ und so die Demokratisierung und Reform der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) zu fördern: „Die Suspendierung von Aly El Ghoubashy muss aufgehoben werden.“

Die Entlassung eines sachlichen Kritikers sei ein Skandal, der die undemokratische Denk- und Handlungsweise der jetzigen islamischen Vertretung offenlege. Besonders stört die ILMÖ, dass ausgerechnet der Wiener Landtagsabgeordnete Omar al Rawi (SPÖ), der auch Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) ist, kein Wort über den Vorfall gefunden habe und El Ghoubashy nicht verteidige.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen: Ohne Kritikfähigkeit und die Achtung der Meinungsfreiheit innerhalb der Muslime werden wir nicht jenen Dialog erreichen, der notwendig ist, um mehr gegenseitiges Verständnis zu erreichen.

Aly ist diebezüglich ein Vorbild. Das einzige, was ihm vorgeworfen werden kann, ist öffentliche Kritik an problematischen Zuständen in seiner Glaubensgemeinschaft. Als islamischer Religionslehrer hat er im „Standard“ seine Kritik öffentlich gemacht – und ist gemaßregelt worden. Das ist nicht akzeptabel. Viele seiner LehrerkollegInnen und SchülerInnen haben öffentlich dagegen protestiert – bislang leider erfolglos. Wer zurecht undemokratische und vorgestrige Aussagen in der katholischen Kirche anprangert, sollte jetzt auch für Aly El Ghoubashy einstehen!

Kontaktadresse der ILMÖ: initiative.liberaler.muslime@gmail.com

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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