Wasser ist ein Menschenrecht!
Im Rahmen einer Pressekonferenz habe ich heute in Vorarlberg zur drohenden Privatisierung der Wasserversorgung Stellung bezogen. London, Paris und Berlin haben diesen Weg beschritten und rudern jetzt zurĂŒck. Die Gefahr ist real und droht von zwei Seiten:
âą KrisenlĂ€nder brauchen Geld, deshalb zwingt die Troika in BrĂŒssel sie jetzt klammheimlich, ihre Wasserversorger zu verkaufen. Das ARD-Magazin MONITOR berichtet ĂŒber den ihm vorliegenden Anhang der Troika-VertrĂ€ge: In Griechenland sollen die Wasserwerke von Athen und Thessaloniki verkauft werden. Zu Portugal heiĂt es: Die Privatisierung der nationalen Wasserbetriebe âAguas de Portugalâ soll vorangetrieben werden.
âą Die geplante EU-Richtlinie hĂ€tte katastrophale Auswirkungen, weil damit die Vergabe an öffentliche Unternehmen, wie sie heute gĂ€ngige Praxis ist, so nicht mehr möglich wĂ€re, es mĂŒsste europaweit ausgeschrieben werden. Die Gemeinden hĂ€tten laut der EU-Richtlinie zwar das Recht, die Wasserversorgung selbst zu ĂŒbernehmen. Doch sind viele finanziell ĂŒberfordert und ĂŒbertragen diese Aufgabe hĂ€ufig an nicht gewinnorientierte WasserverbĂ€nde oder Wassergenossenschaften.
FĂŒr uns GrĂŒne ist klar: Wir wollen von der EuropĂ€ischen Kommission einen Gesetzesvorschlag, der das Menschenrecht auf Wasser und sanitĂ€re Grundversorgung entsprechend der Resolution der Vereinten Nationen durchsetzt und eine funktionierende Wasser- und Abwasserwirtschaft als existenzsichernde öffentliche Dienstleistung fĂŒr alle Menschen fördert. Immerhin hat ja schon der Petitionsausschuss des EuropĂ€ischen Parlaments klargestellt, dass Wasser âkeine Profitquelle sein sollteâ.
Unsere deutsche Kollegin Heide RĂŒhle hat schon lĂ€nger vor einer âWasserprivatisierung durch die HintertĂŒrâ gewarnt. Die EU-Kommission verschafft den GroĂkonzernen Suez, Violia und RWE durch eine HintertĂŒre, die sich Konzessionsrichtlinie nennt, einen Zugang zum Trinkwasser.
Allerdings sei darauf hingewiesen, dass bei uns in Ăsterreich schon jetzt munter privatisiert wird. Die Stadt Hohenems beispielsweise musste die gegen den Widerstand der GrĂŒnen beschlossene Auslagerung der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Ende 2011 erst nach einem vernichtenden Rechnungshofbericht um teures Geld wieder zurĂŒcknehmen. Wenn Landeshauptmann Markus Wallner meint, ein Privatisierungsverbot sei âdenkbarâ, ist das zu wenig: ein Verbot muss in die Verfassung!
Wir GrĂŒne rufen alle ĂsterreicherInnen dazu auf, die Petition der EuropĂ€ischen BĂŒrgerinitiative zu unterschreiben: âWasser ist ein Menschenrechtâ
Es muss endlich Schluss sein mit der Verteufelung der öffentlichen Hand. Der Privatisierungswahn aus der Ăra SchĂŒssel-Haider muss ein Ende haben!
Nein, das sagen jetzt nicht die GrĂŒnen oder andere AKW-GegnerInnen: âFukushima – Desaster von Menschenhand!â
â. . . dass Kernkraftwerke im störungsfreien Normalbetrieb zusammen mit den Wasserkraftwerken zu den umweltfreundlichsten Kraftwerken zĂ€hlen.â