18. November 2014

Die Reichen ins Töpfchen, die Armen ins Kröpfchen!

2015-05-01T08:25:38+02:0018.11.14, 13:19 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

„Die Umsetzung der Erfolgsfaktoren legt die EinfĂŒhrung einer in sich differenzierten gemeinsamen Schule vom Schulbeginn bis zum Übergang in die Sekundarstufe II nahe, da diese am besten in der Lage ist, talentfördernd und potenzialorientiert zugleich zu arbeiten.“ Nein, dieser Satz stammt nicht aus dem Bildungsprogramm der GrĂŒnen, sondern aus dem heute prĂ€sentierten Konzept der Industriellenvereinigung „Bildung neu denken. Schule besser leben.“ Inzwischen pfeifen es die Spatzen von den DĂ€chern, wohin die Bildungspolitik in Österreich gehen muss, nur die ÖVP und ihre Fraktion in der Beamtengewerkschaft verbleiben in der elitĂ€ren Denkweise des 19. Jahrhunderts und beharren auf die Trennung der Kinder mit zehn Jahren. Wovor fĂŒrchtet sich die ÖVP? Dass auch die österreichische Schule endlich im 21. Jahrhundert ankommt und einen demokratischen und sozial gerechten Zugang zu Bildung bietet? Dass alle Kinder nach bestem Wissen gefördert werden und nicht nur jene der Jurackas, Kimbergers, Quins, Mitterlehners, Spindeleggers & Co?

Tatsache ist, dass ein Staat, der nicht oder zu wenig in Bildung investiert oder, so wie Österreich ein veraltetes Bildungssystem krampfhaft aufrecht erhĂ€lt, ĂŒber kurz oder lang auch als Wirtschaftsstandort Probleme bekommt. Dazu benötigt es nicht PISA oder andere Leistungserhebungen, denn darauf weisen schon alleine die rasant zunehmenden Arbeitslosenzahlen in Österreich hin. Das hat auch die Industriellenvereinigung (und nicht nur sie) erkannt.

Tatsache ist ebenfalls, dass in Österreich Bildung vererbt wird und eine Selektion weitgehend vom Kontostand und der Bildung der Eltern abhĂ€ngig ist. Um es ĂŒberspitzt auszudrĂŒcken: Die Reichen ins Töpfchen – sprich ins Gymnasium und auf die Uni –, die Armen ins Kröpfchen – sprich in die Lehre oder gleich in die Arbeitslosigkeit. Auch der von der Bundesregierung eingerichtete Rat fĂŒr Forschung und Technologieentwicklung vermerkt zur Vererbung der Bildung in Österreich im aktuellen Bericht zur wissenschaftlichen und technologischen LeistungsfĂ€higkeit Österreichs: „Daher bleibt die Empfehlung des Rates betreffend Bekenntnis zu einer gemeinsamen und ganztĂ€gigen Schule im Sekundarbereich aufrecht.“

Der Sozialexperte Martin Schenk konstatiert dazu: „Nach SchĂ€tzungen der Bildungswissenschafter Hanushek und WĂ¶ĂŸmann wĂŒrde sich das jĂ€hrliche Wachstum des Bruttosozialprodukts in Österreich um einen halben Prozentpunkt erhöhen, könnte der Anteil der SchulabgĂ€nger mit geringen Lesekompetenzen auf Null reduziert werden.“ Dem ist wohl nichts hinzuzufĂŒgen!

9. November 2014

Die wichtigste Bank ist die Schulbank!

2014-11-09T13:50:00+01:0009.11.14, 13:50 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

Das war die Botschaft, die am Ende des österreichweiten Treffens der GrĂŒnen BildungssprecherInnen am Freitag in Linz stand, denn aus allen BundeslĂ€ndern wurde von den fatalen Auswirkungen der Sparpolitik im Bildungsbereich berichtet. Überall mangelt es an UnterstĂŒtzungspersonal in den Schulen. Der oberösterreichische Landtag hat daher auf Antrag des GrĂŒnen Klubobmanns Gottfried Hirz eine Resolution an den Bund beschlossen, in der mehr Geld fĂŒr UnterstĂŒtzungspersonal eingefordert wird. Proteste seitens der Eltern gibt es aufgrund der KĂŒrzungen von kreativen FĂ€chern wie beispielsweise Musikerziehung oder Theaterspiel, erzĂ€hlten Regina Petrik (Burgenland), Martina Wurzer (Wien) und Emmerich Weiderbauer (Niederösterreich). Aus KĂ€rnten berichtete Zalka Kuchling ĂŒber das Aushungern von alternativpĂ€dagogischen Privatschulen. Dort kĂ€mpfen alternative Bildungseinrichtungen ums Überleben, wĂ€hrend in Wien gleichzeitig Millionenförderungen an die Vienna International School gehen. Auch fĂŒr dringend notwendige Inklusionskonzepte seien in Regelschulen nicht die notwendigen Mittel vorhanden, ergĂ€nzte die Steirerin Ingrid Lechner-Sonnek.

Einig waren sich die BildungssprecherInnen darin, dass neben der Erhöhung der Ressourcen nur tiefgreifende Reformen die notwendigen Fortschritte auf der Baustelle Bildung bringen werden. Daniel Zadra aus Vorarlberg berichtet von zunehmender Zustimmung bei Eltern und LehrerInnen zur Gemeinsamen Schule, was auch der Tiroler Ahmet Demir bestÀtigt.

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung schreitet zwar voran, jedoch nicht ĂŒberall reibungslos: Eltern beklagen die oft mangelhafte QualitĂ€t der Nachmittagsbetreuung und das starre Zeitkorsett, weil kaum verschrĂ€nkte Ganztagsformen, also eine Mischung aus Unterricht und Freizeit, angeboten wĂŒrden.

Allen BildungssprecherInnen der GrĂŒnen ist der RĂŒckzug der Parteien aus der Schulverwaltung ein großes Anliegen. Zufrieden ist Simon Hofbauer, dass der völlig ĂŒberflĂŒssige Posten des Landesschulrats-VizeprĂ€sidenten abgeschafft wurde. Ein entsprechender GrĂŒner Antrag in Oberösterreich ist jedoch von SPÖ und ÖVP abgelehnt, von der dortigen FPÖ hingegen befĂŒrwortet worden, wĂ€hrenddessen die FPÖ in Wien dagegen stimmte. Konsequente Schulpolitik sieht anders aus. Überall dort, wo die Parteien die jeweiligen Proporzposten besetzen, stimmen sie gegen die Abschaffung, wo sie nicht am Futternapf mitnaschen, sind sie dafĂŒr“, und das gilt fĂŒr SPÖ, ÖVP und FPÖ gleichermaßen. Der Slogan der oberösterreichischen GrĂŒnen PĂ€dagogInnen und der unabhĂ€ngigen LehrerInneninitiative trifft den Nagel auf den Kopf, denn die Schulbank ist die wertvollste Bank, die wir retten wollen. Ich wĂŒnsche unseren KollegInnen im Namen aller GrĂŒnen BildungssprecherInnen viel Erfolg bei den kommenden Personalvertretungswahlen am 26./27. November!

FĂŒr die „GrĂŒne Schule“ gilt: „Kein Kind zurĂŒcklassen!“

24. Oktober 2014

Neuordnung der Ferien!

2014-10-24T11:43:00+02:0024.10.14, 11:43 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

Im Rahmen einer Pressekonferenz habe ich heute meine VorschlĂ€ge fĂŒr eine – sanfte – Neuordnung der Schulferien vorgestellt. Zentraler Punkt: fixe Herbstferien vom Nationalfeiertag bis Allerheiligen.

DafĂŒr brauchen wir keine zusĂ€tzlichen freien Tage, sondern nur eine bessere Verteilung der bestehenden. Je nachdem reicht beispielsweise schon die Verschiebung der freien Dienstage nach Pfingsten und Ostern sowie des freien Tages (Landespatron). In Jahren wie heuer kĂ€men maximal zwei schulautonome Tage dazu, um eine Woche frei zu bekommen. Meist wĂ€re das aber gar nicht nötig. In Vorarlberg gibt es das seit Jahren.

Die Vorteile liegen aus meiner Sicht auf der Hand:

‱ Ferienregelung wĂ€re stĂ€rker an lernpsychologischen Erkenntnissen orientiert.

‱ SchwĂ€chere SchĂŒlerInnen haben Zeit zum Aufholen.

‱ Es gibt klarere Strukturen durch zwei Herbstblöcke.

‱ Gegen Schuljahresende gibt es mehr Lerntage.

‱ Stressabbau fĂŒr Kinder und LehrkrĂ€fte.

‱ Leichtere Planung der unterrichtsfreien Zeit fĂŒr Eltern.

‱ Und die Erfahrung auch an meiner Schule hat gezeigt: Es gibt weniger Krankheitstage von SchĂŒlerInnen und LehrerInnen.

Einen entsprechenden Antrag „Neue Ferienordnung“ habe ich im Parlament bereits eingebracht. Er wird ĂŒbernĂ€chste Woche im Unterrichtsausschuss behandelt.

Übrigens: FrĂŒher wurden Ferien natĂŒrlich nicht nach pĂ€dagogischen Gesichtspunkten geregelt, sondern nach den BedĂŒrfnissen der bĂ€uerlichen Gesellschaft. Je nach Region gab es Heuferien (um Pfingsten herum), Ernteferien (Getreide), Kartoffelferien (um Allerheiligen), an der Mosel freie Tage fĂŒr die Weinlese und vor 200 Jahren gab es oft ĂŒberhaupt nur die Winterschule, den Rest des Jahres mussten die Kinder arbeiten.

FĂŒr die „GrĂŒne Schule“ gilt: „Kein Kind zurĂŒcklassen!“

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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