Die Reichen ins Töpfchen, die Armen ins Kröpfchen!
âDie Umsetzung der Erfolgsfaktoren legt die EinfĂŒhrung einer in sich differenzierten gemeinsamen Schule vom Schulbeginn bis zum Ăbergang in die Sekundarstufe II nahe, da diese am besten in der Lage ist, talentfördernd und potenzialorientiert zugleich zu arbeiten.â Nein, dieser Satz stammt nicht aus dem Bildungsprogramm der GrĂŒnen, sondern aus dem heute prĂ€sentierten Konzept der Industriellenvereinigung âBildung neu denken. Schule besser leben.â Inzwischen pfeifen es die Spatzen von den DĂ€chern, wohin die Bildungspolitik in Ăsterreich gehen muss, nur die ĂVP und ihre Fraktion in der Beamtengewerkschaft verbleiben in der elitĂ€ren Denkweise des 19. Jahrhunderts und beharren auf die Trennung der Kinder mit zehn Jahren. Wovor fĂŒrchtet sich die ĂVP? Dass auch die österreichische Schule endlich im 21. Jahrhundert ankommt und einen demokratischen und sozial gerechten Zugang zu Bildung bietet? Dass alle Kinder nach bestem Wissen gefördert werden und nicht nur jene der Jurackas, Kimbergers, Quins, Mitterlehners, Spindeleggers & Co?
Tatsache ist, dass ein Staat, der nicht oder zu wenig in Bildung investiert oder, so wie Ăsterreich ein veraltetes Bildungssystem krampfhaft aufrecht erhĂ€lt, ĂŒber kurz oder lang auch als Wirtschaftsstandort Probleme bekommt. Dazu benötigt es nicht PISA oder andere Leistungserhebungen, denn darauf weisen schon alleine die rasant zunehmenden Arbeitslosenzahlen in Ăsterreich hin. Das hat auch die Industriellenvereinigung (und nicht nur sie) erkannt.
Tatsache ist ebenfalls, dass in Ăsterreich Bildung vererbt wird und eine Selektion weitgehend vom Kontostand und der Bildung der Eltern abhĂ€ngig ist. Um es ĂŒberspitzt auszudrĂŒcken: Die Reichen ins Töpfchen â sprich ins Gymnasium und auf die Uni â, die Armen ins Kröpfchen â sprich in die Lehre oder gleich in die Arbeitslosigkeit. Auch der von der Bundesregierung eingerichtete Rat fĂŒr Forschung und Technologieentwicklung vermerkt zur Vererbung der Bildung in Ăsterreich im aktuellen Bericht zur wissenschaftlichen und technologischen LeistungsfĂ€higkeit Ăsterreichs: âDaher bleibt die Empfehlung des Rates betreffend Bekenntnis zu einer gemeinsamen und ganztĂ€gigen Schule im Sekundarbereich aufrecht.â
Der Sozialexperte Martin Schenk konstatiert dazu: âNach SchĂ€tzungen der Bildungswissenschafter Hanushek und WöĂmann wĂŒrde sich das jĂ€hrliche Wachstum des Bruttosozialprodukts in Ăsterreich um einen halben Prozentpunkt erhöhen, könnte der Anteil der SchulabgĂ€nger mit geringen Lesekompetenzen auf Null reduziert werden.â Dem ist wohl nichts hinzuzufĂŒgen!
Das war die Botschaft, die am Ende des österreichweiten Treffens der GrĂŒnen BildungssprecherInnen am Freitag in Linz stand, denn aus allen BundeslĂ€ndern wurde von den fatalen Auswirkungen der Sparpolitik im Bildungsbereich berichtet. Ăberall mangelt es an UnterstĂŒtzungspersonal in den Schulen. Der oberösterreichische Landtag hat daher auf Antrag des GrĂŒnen Klubobmanns Gottfried Hirz eine Resolution an den Bund beschlossen, in der mehr Geld fĂŒr UnterstĂŒtzungspersonal eingefordert wird. Proteste seitens der Eltern gibt es aufgrund der KĂŒrzungen von kreativen FĂ€chern wie beispielsweise Musikerziehung oder Theaterspiel, erzĂ€hlten Regina Petrik (Burgenland), Martina Wurzer (Wien) und Emmerich Weiderbauer (Niederösterreich). Aus KĂ€rnten berichtete Zalka Kuchling ĂŒber das Aushungern von alternativpĂ€dagogischen Privatschulen. Dort kĂ€mpfen alternative Bildungseinrichtungen ums Ăberleben, wĂ€hrend in Wien gleichzeitig
Im Rahmen einer Pressekonferenz habe ich heute meine VorschlĂ€ge fĂŒr eine – sanfte – Neuordnung der Schulferien vorgestellt. Zentraler Punkt: fixe Herbstferien vom Nationalfeiertag bis Allerheiligen.