Klimakiller sind vor allem die Reichsten
Die Reichen und die Superreichen schĂ€digen unser Klima weit ĂŒberproportional, tragen aber viel zu wenig zur Behebung der Ă€rgsten SchĂ€den bei. Unter dem Titel âDie Klimakillerâ habe ich dazu in den Vorarlberger Nachrichten einen Kommentar verfasst. Hier zum Nachlesen:
Der FuĂballklub PSG Paris beschĂ€ftigte bis zum Sommer Superstars wie Neymar, Messi und Kylian MbappĂ©. Bei einer Pressekonferenz zu Beginn der Saison wurde gefragt, ob der Verein beim AuswĂ€rtsspiel in das mit dem TGV nur zwei Bahnstunden entfernte Nantes nicht mit dem Zug statt mit dem Flugzeug anreisen sollten. Die Reaktionen waren laut Medien âanhaltendes GelĂ€chter und Witzeâ. Frankreichs Sportministerin AmĂ©lie OudĂ©a-CastĂ©ra fand das weniger lustig und reagierte erbost. Die Pariser BĂŒrgermeisterin Anne Hidalgo forderte vom Verein ein âAufwachenâ.
Der Vorfall ist symptomatisch fĂŒr das Problembewusstsein vieler Reicher und Superreicher, obwohl ihr Handeln fĂŒr die weltweite FlĂŒchtlingsbewegung aus kaum mehr bewohnbaren Gebieten ebenso verantwortlich ist wie fĂŒr WaldbrĂ€nde, Ăberschwemmungen und andere massive Unwetterereignisse. âDerâ Mensch in Afrika oder Amazonien hat allerdings deutlich weniger zur Klimakrise beigetragen als jener in den USA oder Europa. Und dann gĂ€be es da auch noch den sozialen Faktor, der zu berĂŒcksichtigen ist.
MĂŒssen daher fĂŒr die immensen Kosten wirklich alle Menschen gleichermaĂen aufkommen?
Was sagt die Wissenschaft?
Auf der Wissenschaftsseite des ORF wird eine neue US-Studie mehrerer Fachleuten aus Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zitiert. Demnach verursachen die Reichen und Superreichen viel mehr CO2 als die Masse der Bevölkerung. Ein interessantes Detail: Vor allem ihre Investitionen in klimaschĂ€dliche Aktien und Anlagen sind das Problem. Weltweit sind demnach die obersten zehn Prozent fĂŒr 40 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die reichsten 0,1 Prozent emittieren im Jahr mehr als 3.000 Tonnen CO2 pro Kopf . In Ăsterreich sind es pro Kopf 8,65 Tonnen.
Oder anders ausgedrĂŒckt: Was die âunterenâ zehn Prozent der Einkommensskala ihrem gesamten Leben ausstoĂen, haben die âSuper-AusstoĂerâ bereits nach zwei Wochen verbraucht. Und laut Studie hat sich die Schere in den letzten 30 Jahren immer weiter geöffnet. Die Ărmeren aber sind von den Auswirkungen der Klimakrise weit stĂ€rker betroffen als die Reichen.
Reiche stÀrker besteuern
Die Forscherinnen und Forscher verweisen auf einen logischen Lösungsansatz: Sie fordern zur Finanzierung der notwendigen Klimaschutzaufgaben eine faire Besteuerung. Das könnte zudem ein Umdenken befördern.
Betroffen davon wĂ€ren natĂŒrlich auch die eingangs zitierten Superstars mit jĂ€hrlichen Einkommen im dreistelligen Millionenbereich. Neymar hat bekanntlich kĂŒrzlich in Saudi-Arabien angeheuert. Sein Verein soll eine Ablöse von 90 Millionen Euro erhalten haben, Neymars Jahresverdienst belĂ€uft sich auf 100 Millionen Euro. Hinzu kommen eine 25-Zimmer-Villa, mehrere Luxusautos und ein Privat-Jet. Und bevor Herr Neymar wie seine Kollegen Messi oder MbappĂ© in âanhaltendes GelĂ€chterâ ausbrechen sollten: Auch ein Verbot von Privatjets ist ein Gebot der Stunde!
