28. Januar 2010

Schule geht auch ohne Noten!

2010-01-28T15:20:00+01:0028.01.10, 15:20 |Kategorien: Bildung|

Derzeit produziert unser Bildungssystem wieder unnötigen und kontraproduktiven Stress: Für die Kinder der 4. Klasse Volksschule geht es um die künftige Bildungslaufbahn: Hauptschule oder Gymnasium, Neue Mittelschule oder gar „Sonderschule“? Ausschlaggebend sind die Noten. Doch die alles entscheidende Frage lautet: Sind Ziffernnoten aussagekräftig? Basiert die Entscheidung somit auf einer nachvollziehbaren und objektiven Grundlage? Die Antwort lautet leider eindeutig Nein.

Gemeinsam mit dem „PISA-Papst“ Günter Haider habe ich gestern in einem Pressegespräch dazu Stellung genommen. Umfangreich berichtet heute Helmut Schliesselberger in den „Salzburger Nachrichten“ darüber: „Schule geht auch ohne Noten“.

Nur ein Beispiel: Haider verwies auf PISA-Detailauswertungen, aus denen hervorgeht, dass Schüler aus der mittleren Leistungsstufe Noten von Sehr gut bis Nicht genügend haben. 15 Prozent der heimischen Schüler, die die schlechte Note Vier in Mathematik erhalten, gehören zur internationalen PISA-Spitzengruppe in Mathematik.

Schüler aus bildungsfernen Schichten haben bei gleicher Leistung nur die halb so große Chance auf ein Sehr gut, wenn sie das Sehr gut dennoch schaffen, werden sie von ihren Eltern dennoch deutlich häufiger in die Hauptschule statt in die AHS geschickt.

Und die AHS? Vergleicht man die Mathematikleistung der SchülerInnen der beste und die schlechtesten AHS miteinander, wird ein Leistungsunterschied von 160 Punkten, das entspricht dem Abstand der PISA-Leistungen von Finnland zu Mexiko, gemessen. Die Notenverteilung in den Schulen spiegelt die Leistungsunterschiede (sie entsprechen 2 bis 3 ganzen Lernjahren) jedoch nicht wieder. Die Notenverteilung in Schulen mit einer Durchschnittsleistung von über 600 Punkten entspricht jener von Schulen mit unter 500 Punkten Klassendurchschnittsleistung.

Der Reformbedarf ist auch hier offensichtlich!

18. Januar 2010

Rot-schwarzer Postenschacher in Wien!

2010-01-18T23:10:00+01:0018.01.10, 23:10 |Kategorien: Bildung|

„Zum Kosten“ sei der Postenschacher im Schulbereich, meinte einst der ehemalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk. Recht hat er gehabt. Im Schulzentrum Ungargasse in Wien möchte nun die rote Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl eine schwarze Leiterin einsetzen, damit deren jetziger Job für ihre rote Wunschkandidatin frei wird.

Es geht um die Leitungsfunktion für das Schulzentrum Ungargasse in Wien. Dort ist man auf die Integration körper- und sinnesbehinderter SchülerInnen spezialisiert und bietet am Standort neben den beiden Zweigen einer technischen und einer kaufmännischen Ausbildung auch ein SchülerInnenheim an. Daher werden an eine zukünftige Schulleitung auch entsprechende Anforderungen gestellt.

In der Wiener Zeitung vom 12. September 2009 wurde aber lediglich die „Stelle eines Direktors/einer Direktorin an der Höheren technischen Bundeslehranstalt 1030 Wien, Ungargasse 69“ ausgeschrieben. Warum wohl? Zufällig hat die gewünschte Leiterin nur Erfahrung an einer HTL. Es liegt allerdings bereits ein Votum der Dienststellenausschüsse und des Schulgemeinschaftsausschusses vor, das eindeutig für eine sehr qualifizierte Bewerberin ausgegangen ist.

Nun ist Feuer am Dach: Zusätzlich gibt es einen Appell von LehrerInnen, SozialpädagogInnen und weiteren MitarbeiterInnen (medizinischer und therapeutischer Bereich und Verwaltung) des Schulzentrums Ungargasse, die „spezielle Aufgabe der Behindertenintegration zu berücksichtigen“.

Ich habe daher heute eine entsprechende Anfrage an Bundesministerin Schmied (< file name="Anfrage-Ungargasse" >) eingebracht. Ich will von ihr wissen, wieso es zu einer derart eingeschränkten Ausschreibung kommen konnte und wie sie mit dem Votum der Betroffenen umgehen wird. Man darf gespannt sein!

13. Januar 2010

Grüne orten Einsparungspotenzial im Bildungsbereich

2010-01-13T12:04:00+01:0013.01.10, 12:04 |Kategorien: Bildung|

Gebi Mair lässt aufhorchen. Der Bildungssprecher der Grünen im Tiroler Landtag verweist auf ein sinnvolles Einsparungspotenzial.

Die Oppositionsparteien im Tiroler Landtag haben am Freitag dazu Gelegenheit – indem sie keinen Landesschulratspräsidenten wählen. Sie brauchen dazu nur eine Stimme von ÖVP und SPÖ. Mair: „Wer den amtsführenden Landesschulratspräsidenten einspart, spart dem Land Tirol auf einen Schlag 200.000 Euro. Und dem Bund wahrscheinlich noch einmal die gleiche Summe. Das ist viel Geld, das besser in die Bildung investiert wird als in die Verwaltung derselben.“

Möglich ist es: Durch die Zusammenlegung mit dem Amt des Schullandesrats war es nämlich – wie in Vorarlberg – schon einmal so. Erst als für Landesrat Koler ein Versorgungsposten gebraucht wurde, hat man das Amt wiederbelebt. Auch ein weiterer wichtiger Einsparungseffekt spricht laut Gebi Mair gegen die Wahl eines neuen Präsidentin bzw. einer neuen Präsidentin – der zusätzliche Dienstwagen, mit dem der aktuelle Präsident in einem Jahr auf Kosten der SteuerzahlerInnen ein Mal um die ganze Welt gefahren ist. Diese Verschwendung hat Gebi bereits im November aufgedeckt:

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr…

Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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