3. Dezember 2009

OECD bestätigt zu 100 Grüne Kritik an der Bildungspolitik!

2009-12-03T14:58:00+01:0003.12.09, 14:58 |Kategorien: Bildung|

Die grünen Kritikipunkte zur Bildungspolitik wurden heute von der OECD hundertprozentig bestätigt. Ich zitiere die APA (leicht gekürzt):

„Mehr Ganztagsschulen, die Einführung einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen, die tertiäre Ausbildung von Kindergartenpädagogen sowie die vermehrte Einstellung und Aufwertung von Lehrern mit Migrationshintergrund empfiehlt die OECD in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Österreich-Länderbericht zur „Bildung von Migranten“. … Im Vergleich zu österreichischstämmigen Mitschülern verzeichnen Migranten auf allen Ebenen schwächere Bildungserfolge. Dies zeigten etwa die internationalen Vergleichsstudien PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) und PISA (Programme for International Student Assessment).

Als problematisch sieht es die OECD an, dass aufgrund der in Österreich vorherrschenden Halbtagsschule die Kinder vergleichsweise wenig Zeit in der Schule verbringen, was wiederum die Rolle der Eltern beim Bildungserfolg verstärkt – und dies zulasten von Migrantenkindern. Nach Ansicht der OECD könnte die Situation durch den geplanten Ausbau der Ganztags-Angebote und eine stärkere Einbeziehung der Eltern verbessert werden.

Auch die frühe Trennung der Kinder in Hauptschule und AHS-Unterstufe wirkt sich laut OECD negativ aus. Einerseits könnte das System dazu führen, dass Lehrer schwächere Schüler in „niedrigere“ Schultypen abschieben anstatt die Verantwortung für eine Verbesserung ihrer Leistung zu übernehmen. Andererseits hätten Migrantenkinder zu wenig Zeit, um ihre sprachlichen, kulturellen und sozialen Kompetenzen ausreichend zu entwickeln, um an AHS zu wechseln.

Die Sozial- und Familienpolitik Österreichs wiederum setzt laut OECD Anreize für Eltern, daheim bei ihren Kindern zu bleiben, anstatt sie in eine frühkindliche Bildungseinrichtung zu schicken. Konsequenz sei die niedrige Kindergarten- bzw. Krippenbesuchsquote von Kindern zwischen ein und drei Jahren bzw. von Kindern aus niedrigeren sozialen Schichten. … Die Ausbildung der Kindergartenpädagogen in Österreich hält die OECD für „nicht ausreichend“. Sie erfolgt derzeit an den Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (BAKIP) auf Maturaniveau – Österreich solle eine Aufwertung auf akademisches Niveau erwägen, meint die OECD.

Aufgewertet werden soll laut OECD die Rolle von Lehrern mit Migrationshintergrund – etwa durch die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen und berufsbegleitende Qualifikationen. Derzeit spiegle sich die wachsende kulturelle Heterogenität bei den Schülern nicht im Lehrkörper wider: So betrage der Anteil von Schülern mit nicht-deutscher Muttersprache über alle Schulen gerechnet 16 Prozent, umgekehrt hätten aber nur weniger als drei Prozent aller Lehramtsstudenten eine andere Muttersprache als Deutsch. Die OECD rät daher dazu, mehr Migranten in den Lehrberuf zu bringen und auch verstärkt Direktoren mit Migrationshintergrund zu bestellen.

Die OECD fordert außerdem einen „positiven Zugang zu sprachlicher und kultureller Vielfalt“ und bemängelt, dass Migrantenkinder keinen Rechtsanspruch auf Sprachkurse haben.“

28. November 2009

Aushungern der Schule kommt uns teuer zu stehen!

2009-11-28T11:13:00+01:0028.11.09, 11:13 |Kategorien: Bildung|

Es sind vor allem die Konservativen, die Ausgaben in den Bildungsbereich mit dem Argument abwehren: Kein Geld!

Man kann die Sache aber auch anders angehen. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung, durchgeführt vom ifo Institut in München, rechnet nämlich in ganz anderen Kategorien: Das schlechte Bildungssystem kostet Deutschland in den nächsten 80 Jahren – also der Lebensspanne der heute geborenen Kinder – 2,8 Billionen (!) Euro. Die Lösung: Chancengleichheit.

Die Summe kommt zustande, wenn man die Folgekosten unzureichender Bildung durch entgangenes Wirtschaftswachstum für die nächsten 80 Jahre summiert. Der Münchner Bildungsökonom Ludger Wößmann berechnete dabei die abgezinsten Erträge einer Bildungsreform, welche die Zahl der so genannten „RisikoschülerInnen“ – in Österreich ist ihre Zahl in etwa gleich hoch – deutlich reduziert. Auf diese Weise können erstmals langfristige volkswirtschaftliche Effekte von Bildung beziffert werden.

Ausgaben für die Bildung sind als Investitionen in die Zukunft zu sehen. Das hat übrigens schon John F. Kennedy erkannt: „Es gibt nur eine Sache auf der Welt, die teurer ist als Bildung: keine Bildung!“

27. November 2009

ÖAAB ist im Siegestaumel blind!

2009-11-27T10:37:00+01:0027.11.09, 10:37 |Kategorien: Bildung|

Wie es ausschaut, haben die schwarzen Personalvertreter die PV-Wahlen im Öffentlichen Dienst gewonnen. Im Siegestaumel ist ihnen allerdings – bewusst oder unbewusst – einiges durcheinander geraten. So wurden gestern Abend der Presse massive Verluste der Unabhängigen GewerkschafterInnen von etwa sechs Prozent übermittelt: „Die größten Verluste mit einem Minus von 6,73 Prozentpunkten mussten überraschend die Unabhängigen Gewerkschafter (UG), bei denen auch Grüne und Linke vertreten sind, einstecken. Die UG hat damit nur noch 2,79 Prozent.“

Ein Unsinn, wie sich jetzt herausstellt: Man hat schlicht die gesamten Stimmen im LehrerInnen-Bereich falsch zugeordnet. Peinlich und nicht ganz untypisch für die Öffentlichkeitsarbeit in der GÖD!

Übrigens: Es gibt einige sensationelle Ergebnisse, die Mut machen und zeigen, dass die Reformbereitschaft unter den LehrerInnen und Lehrern wesentlich größer ist als bei den mutlosen PolitikerInnen von SPÖ und ÖVP. Etwa das Ergebnis aus Vorarlberg. Hier hat die Vorarlberger LehrerInnen-Initiative (VLI) nämlich bei den GymnasiallehrerInnen(!) mit 51,6 Prozent die absolute Mehrheit gewonnen. Und das mit einem Programm, in dessen Mittelpunkt die gemeinsame Schule aller Zehn- bis Vierzehnjährigen und der Ausbau des Ganztagsschulen stand. Im BHS-Bereich war der Erfolg mit 70,53 sogar noch deutlicher. Das zeigt, dass bei entsprechender Information sehr wohl die LehrerInnen für eine grundlegende Reform des Bildungswesens zu gewinnen sind: herzliche Gratulation an die unabhängigen VLI!

Es ist beschämend, wie sich die FSG nun an Ministerin Schmied abputzt und ihr den schwarzen Peter zuschieben will. Im Wahlkampf war man gerade in der AHS zu feig, Reformpositionen (etwa zur gemeinsamen Schule) zu beziehen, jetzt schiebt man die Schuld weit von sich.

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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