19. November 2009

Geld für Boulevard statt für die Schule

2009-11-19T11:10:00+01:0019.11.09, 11:10 |Kategorien: Bildung|

Zu Schuljahresbeginn häuften sich merkwürdig positive Berichte über die Ministerin in den Wiener Boulevardmedien. Ich habe auf Verdacht hin eine Anfrage an die Ministerin gestellt. Die Antwort hat es in sich: Es handelte sich um bezahlte, meist aber nicht gekennzeichnete Werbung. Die Gesamtkosten für die Einschaltungen betrugen im Zeitraum von 1. September bis 15. September – also in nur zwei Wochen – 458.443,23 Euro. Inhaltlich handelt es sich Eigenlob zu bereits erfolgten Verbesserungen und Lobhudelei zum Etikettenschwindel der Neuen Mittelschule sowie hehre Pläne für die Zukunft, deren Umsetzbarkeit noch in den Sternen steht. Außer den Boulevardmedien haben praktisch alle anderen ausführlich berichtet: „Schmied leistete sich einen teuren Schulbeginn“

Zu den Begünstigten gehören vor allem Kronenzeitung, „heute“, „Österreich“ und Kurier. Besonders ärgerlich ist, dass die Anzeigen großteils als solche schwer erkennbar sind, weil sie in Form redaktioneller Artikel und Interviews abgedruckt wurden. Wenn Ministerin Schmied politische Bildung ernst nimmt, sollte gerade sie konsequent auf einer Trennung von Werbung und redaktionellen Beiträgen bestehen.

Auffallend ist übrigens, dass kritischen Stellungnahmen zur ministeriellen Bildungspolitik genau in diesen Medien kaum oder gar nicht zur Kenntnis genommen worden sein. Ein Schelm, wer Böses denkt!

18. November 2009

Wir brauchen Visionen: „Schule der Zukunft!“

2009-11-18T15:06:00+01:0018.11.09, 15:06 |Kategorien: Bildung|

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit unseren Vorarlberg Landtagsabgeordneten Katharina Wiesflecker und Vahide Aydin habe ich unser auf drei Säulen beruhendes Modell einer „Schule der Zukunft“ vorgestellt.

Wir haben enorme gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu bewältigen:

  • vollkommen veränderte Familienkonstellationen
  • Demographie mit Tendenz zur Überalterung der Gesellschaft
  • unser Schulsystem produziert eine viel zu große Gruppe von bildungsfernen Jugendlichen
  • die höchste Arbeitslosigkeit seit der Nachkriegszeit
  • nach jahrelangem Versäumnis: hohe Anforderungen an Integration

Eine Vision „Schule der Zukunft für Vorarlberg“ ist im Sinne des Nichtverlierens vieler junger begabter Menschen dringend notwendig, ist aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen notwendig und ist für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg notwendig.

Die Schule der Zukunft in Vorarlberg basiert auf 3 Säulen: Ausbau der Frühpädagogik, der gemeinsamen Schule der 6- bis 14-Jährigen und der Ganztagsschule. Dafür braucht es Geld, keine Frage.

Aber: Geld in die Bildung heißt nicht Kosten, sondern bedeutet Investition im zentralsten Bereich unserer Gesellschaft, Geld für die Bildung ist Investition in die Zukunft!

11. November 2009

„Zockerkunde“ als Unterrichtsfach?

2009-11-11T18:11:00+01:0011.11.09, 18:11 |Kategorien: Bildung|

Zum merkwürdigen Vorschlag von Finanzminister Pröll beim Forum Alpach auf Einführung eines eigenen Unterrichtsfaches „Financial Education“ also „Finanz- und Wirtschaftserziehung“, hinter dem Markus Weigl, Vorstandsmitglied und Manager der Anlagefirma Superfund, steht, habe ich heute einen Anfrage an Pröll (< file name="ANFRAGE-Zockerkunde-bmf" >) und eine Anfrage an die Unterrichtsministerin (< file name="ANFRAGE-Zockerkunde-bmukk" >) eingebracht.

Pröll macht mit seinem Vorschlag nämlich den Bock zum Gärtner. Er behauptet: „Das fehlende Finanzwissen ist ein wichtiger Faktor der derzeitigen Krise und vor allem für die schnelle Ausweitung dieser mitverantwortlich. Nur wenn das Vertrauen in die Finanzmärkte wieder steigt, wird auch wieder investiert werden.“ Superfund in Person von Herrn Weigl hat in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Forums Alpbach Erhard Busek folgende Ziele: „Gesteigertes Bewusstsein und Vertrauen in Finanzprodukte und Finanzunternehmen durch Vermittlung von Finanzwissen.“ Weigl hat sich auch gleich als externer Anbieter für Wissensvermittlung im Bereich Anlage-, Aktien und Wertpapiere angeboten.

Das aber war die Ursache (!) der gegenwärtigen Krise. Man hat den Zockern in den Fondsgesellschaften und an den Börsen vertraut. Von Pröll und Schmied möchte ich daher unter anderem wissen, ob es sinnvoll sein kann, das Unterrichtsfach „Finanz- und Wirtschaftserziehung “ durch Finanzdienstleistungsunternehmen anstatt durch LehrerInnen für Wirtschaftkunde abhalten zu lassen. Außerdem scheint mir interessant zu sein, ob sie die Überzeugung vertreten, „dass Angestellte oder ManagerInnen von Finanzdienstleistungsunternehmen die notwendigen pädagogischen Kenntnisse und die Objektivität zur Vermittlung von „Finanz- und Wirtschaftserziehung“ mitbringen“.

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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