9. Januar 2017

Politische Bildung und/oder Digitale Kompetenzen?

2017-01-09T11:46:53+01:0009.01.17, 11:46 |Kategorien: Bildung, Medien|Tags: |

Politische-Bildung_jetztKinder und Jugendliche mĂŒssen umgehen lernen mit Hassposting und unseriösen Internetquellen. Dieses Anliegen von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (Hammerschmid will „digitale Kompetenzen“ an Schulen) ist prinzipiell zu begrĂŒĂŸen. Deshalb mĂŒssten „digitale Kompetenzen“ mehr als bisher schon in der Volksschule und den Schulen der Sekundarstufe I unterrichtet werden – angedacht ist sogar ein eigenes Unterrichtsfach.

NatĂŒrlich gibt es Handlungsbedarf beim Umgang mit dem Internet, insofern liegt die Bildungsministerin auch richtig, wenn sie aktiv wird. Nur die „digitalen Kompetenzen“ zu stĂ€rken, anstatt zuerst „Politische Bildung“ massiv zu forcieren, halte ich fĂŒr den verkehrten Ansatz: Wir brauchen im Schulwesen endlich eine Gesamtreform statt stĂ€ndig nur Reförmchen.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf die bereits seit langer Zeit bestehenden Unterrichtsprinzipien „Medienerziehung“ und „Politische Bildung“, die ganz offensichtlich nicht zum gewĂŒnschten Ergebnis gefĂŒhrt haben und daher eine Neuausrichtung notwendig machen. Ministerin Hammerschmid betreibt hier nun eine Politik, die am einen oder anderen SchrĂ€ubchen dreht, aber nicht darauf reagiert, dass der ganze Motor nicht funktioniert.

Es bestehe seit Jahren ein weitgehender Konsens darĂŒber, dass die EinfĂŒhrung eines Pflichtfaches „Politische Bildung“ notwendig ist. Die Umsetzung ist aber von Seiten der Regierung immer wieder mit dem Hinweis gescheitert, dass es dafĂŒr nicht ausreichende Mittel gĂ€be. Es ist unumgĂ€nglich, in einem Gesamtkonzept auf die gesellschaftlichen Herausforderungen zu reagieren und in Schulen, aber auch in der Erwachsenenbildung entsprechende Schritte zu setzen: Wenn wir „Digitale Kompetenzen“ vor allem außerhalb der technischen und anwendungsbezogenen Komponenten in Richtung eines demokratischen und ethischen Bewusstseins stĂ€rken wollen, wie die Ministerin heute betont hat, mĂŒssen Bildungseinrichtungen zuallererst den Auf- und Ausbau von politischen Kompetenzen fördern. Das ist nĂ€mlich die zentrale gesellschaftliche Herausforderung, der wir uns umgehend stellen mĂŒssen, bevor die Demokratie den Bach hinunter geht.

21. Dezember 2016

Mein Newsletter zu Bildung und Politik erschienen

2016-12-21T13:20:17+01:0021.12.16, 13:13 |Kategorien: Bildung|Tags: |

newsletterDiese Woche war es wieder einmal soweit.

Ich habe meinen in periodischen AbstĂ€nden erscheinenden „Newsletter“ verschickt. Die Themen reichen diesmal nach dem alles dominierenden Wahlkampf von den wenig erfreulichen PISA-Ergebnisse ĂŒber den geplanten Ausbau ganztĂ€giger Schulen, den Stillstand in Sachen Schulautonomie bis zum Heeresminister Hans Peter Doskozil, der ein Denkmal errichten will, das „militĂ€risch“ aussehen soll.

Es wĂŒrde mich freuen, wenn ich weitere AbonnentInnen erreichen wĂŒrde. Wer den Newsletter abonnieren möchte, kann dies hier tun.

Im Übrigen sage ich mit Karl Valentin die tröstenden Worte: „Wenn die besinnliche Zeit vorbei ist, dann wirdÂŽs auch endlich wieder ruhiger.“

In diesem Sinne: Schöne Feiertage und alles Gute im Neuen Jahr 2017!

16. Dezember 2016

Inklusion jetzt!

2016-12-16T18:09:30+01:0016.12.16, 12:10 |Kategorien: Bildung, Gesellschaft, Integration, Nationalrat|Tags: |

jarmer_pk_16-12-2016Vor fast auf den Tag genau zehn Jahren, am 13. Dezember 2006, hat in New York die UN-Generalversammlung die „Behindertenrechtskonvention“ verabschiedet. Inzwischen sind 167 Staaten und die EU in Form eines völkerrechtlichen Vertrags beigetreten. Seither werden Menschen mit besonderen BedĂŒrfnissen nicht mehr als Kranke betrachtet, sondern als gleichberechtigte Menschen. Besser: Es sollte so sein.

Dazu habe ich heute gemeinsam mit unserer Behindertensprecherin Helene Jarmer in einer Pressekonferenz Stellung bezogen. Einige Fakten:

  • Im Schuljahr 2015/16 lag der Anteil an SchĂŒlerInnen mit SPF (sonderpĂ€dagogischer Förderbedarf) zwischen 4,1 (Tirol)  und 6,8% (Vorarlberg).
  • In ganz Österreich sind 30.700 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 14 Jahren (Pflichtschule) betroffen.
  • In Sonderschulklassen sind zwischen 17,1 % (KĂ€rnten) und 48,9% (Tirol) der SchĂŒlerInnen mit SPF. Im Durchschnitt sind es ca. 35%

Im zuletzt beschlossenen Budget beziehungsweise im sogenannten „Finanzausgleich“ zwischen Bund und LĂ€ndern wird unverĂ€ndert ein Wert von 2,7% angenommen. Abgelehnt wurde meine mehrfach eingebrachte Forderung, die Quote zu verdoppeln. Meilenweit entfernt sind wir vom Ziel eines bedarfsgerechten individuellen Anspruchs.

Kleiner Fortschritt: Die Regierung schafft „Inklusive Modellregionen“ in KĂ€rnten, der Steiermark und in Tirol. DafĂŒr gibt es ingesamt ganze 180.000 € „Projektförderung“. Fortschritt? Eigentlich eine Provokation.

Im Parlament wurde vorgestern der weitere Ausbau ganztĂ€giger Schulen beschlossen. SchĂŒlerInnen mit SPF sind dabei nicht berĂŒcksichtigt. Die im Gesetz verankerte Pro-Kopf-Förderung wird zur Falle, da bei der Schaffung von PlĂ€tzen fĂŒr Kinder und Jugendliche mit SPF höhere Kosten anfallen (z.B. Adaptierung Infrastruktur, zusĂ€tzliches Personal nötig 
). Unser AbĂ€nderungsantrag, der zumindest eine doppelte Förderung fĂŒr SchĂŒlerInnen mit SPF garantieren sollte, wurde abgelehnt. Dies, obwohl keine zusĂ€tzlichen Mittel nötig gewesen wĂ€ren, sondern nur deren gerechtere Verteilung nach Bedarf und nicht nach dem „Gießkannenprinzip“, das den unterschiedlichen BedĂŒrfnissen nicht gerecht wird. Es hĂ€tte schon gereicht, von den beschlossenen 750 Mio. Euro rund 20 Mio. Euro umzuschichten.

Inklusion_2Von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid haben wir daher heute gefordert, dass sie bis Ende 2017 eine Strategie fĂŒr die Gleichberechtigung von behinderten und nicht-behinderten Kindern vorlegt.

Es bleibt viel zu tun. Vor allem in den Köpfen der Verantwortlichen!

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr


Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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