8. Mai 2026

Wiederkehr(end) keine Bildungsreform

2026-05-07T15:26:29+02:0008.05.26, 8:06 |Kategorien: Bildung|Tags: , , |

Bildungsreform in Österreich? Kaum vorstellbar! Der jetzige Bildungsminister aber tut seit Monaten so, als ob er mitten drin sei im Reformprozess. Doch das tĂ€uscht! Dazu mein Kommentar in den Vorarlberger Nachrichten unter dem Titel „Wiederkehr(end)!“:

Sollte uns Bildungsminister Christoph Wiederkehr angesichts der unverschuldeten Chancenlosigkeit fĂŒr echte Reformen leidtun? Immerhin blockiert die ÖVP ja seit Jahrzehnten alle Anstrengungen in Richtung eines modernen, zukunftstauglichen und effizienten Bildungssystems. Dagegen ist bislang noch kein (Reform)Kraut gewachsen.

Andererseits hat er das Ressort freiwillig, in Kenntnis seiner Koalitionspartner und des Ă€ußerst dĂŒrftigen Regierungsprogramms ĂŒbernommen. Dennoch verspricht er Woche fĂŒr Woche grundlegende VerĂ€nderungen des Schulsystems, von denen nicht nur Insider wissen, dass sie nicht umgesetzt werden. Wiederkehr(ende) AnkĂŒndigungen sind zu wenig.

Heute findet im Parlament eine Enquete der NEOS zur inklusiven Bildung statt. Zurecht, denn in Sachen schulischer Inklusion gibt es seit Jahren nur RĂŒckschritte. Dabei hat sich Österreich im Jahr 2008 dazu verpflichtet, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Das bedeutet de facto den gemeinsamen Unterricht aller Kinder und das Aus fĂŒr Sonderschulen.

Ein Blick in funktionierende inklusive Schulmodelle in den skandinavischen LĂ€ndern oder SĂŒdtirol zeigt: von einem solchen Unterricht profitieren alle. Die Ergebnisse sind um ein Vielfaches besser als bei uns, obwohl wir eines der teuersten Schulsysteme haben. Letzteres liegt nicht zuletzt daran, dass es Parallelstrukturen gibt – bei den Zehn- bis 14-JĂ€hrigen beispielsweise gleich drei Schultypen.

Ein anderes Beispiel: Am Sonntag hat Wiederkehr im ORF die VerlĂ€ngerung der Volksschule auf sechs Jahre in einem Modellprojekt angekĂŒndigt. Die ÖVP ist – natĂŒrlich – dagegen. Ausgerechnet ihr ideologiegetriebener GeneralsekretĂ€r Nico Marchetti sieht darin „ein ideologisches Gesamtschulexperiment mit ungewissem Ausgang“. Allerdings ist bei Wiederkehrs AnkĂŒndigung wirklich zu bemĂ€ngeln, dass es weder ein pĂ€dagogisches noch ein organisatorisches Konzept gibt. Die drei Schultypen bei den Zehn- bis 14-JĂ€hrigen werden ja nicht aufgelöst. Die gymnasiale Unterstufe ist ĂŒberfĂŒllt, können die Kinder nach sechs Jahren Volksschule also nur in die Mittelschule?

Dass unabhĂ€ngige Expertinnen und Experten – auch in Vorarlberg – seit langem auf eine Gemeinsame Schule bis zum 14. Lebensjahr drĂ€ngen, sei hier nur noch am Rande erwĂ€hnt. Zu Ă€rgerlich ist, dass trotz der Zustimmung aller ÖVP- und FPÖ-Abgeordneten im Landtag vor ĂŒber zehn Jahren fĂŒr ein vorarlbergweites Projekt die Umsetzung durch die destruktive Haltung von Landeshauptmann Markus Wallner nicht gelungen ist.

Leider sind in der ÖVP die Zeiten vorbei, als der damalige Obmann Reinhold Mitterlehner sich wörtlich „sehr offen fĂŒr neue Entwicklungen“ in Richtung einer Gemeinsamen Schule gezeigt hatte. Wiederkehr hat es mit konservativen Ideologen zu tun und ist daher nicht zu beneiden. Mehr als nur unerfĂŒllbare AnkĂŒndigungen darf man von ihm aber schon erwarten!

26. Dezember 2019

Braucht es wirklich „Sonderschulen“?

2019-12-26T16:00:50+01:0026.12.19, 16:00 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

In einem Kommentar in den „Vorarlberger Nachrichten“ habe ich ein PlĂ€doyer fĂŒr ein inklusives Bildungssystem gehalten: „Sonderschule?“. Eine angesprochene Schule in Feldkirch hat mich in einem Leserbrief wĂŒst beschimpft und in die Schule „eingeladen“. Ich habe natĂŒrlich sofort zugesagt, aber seither leider nichts mehr gehört.

Eine andere „Sonderschule“ in Lustenau hat mich gleichzeitig weniger spektakulĂ€r und weniger medienwirksam eingeladen. Auch dort habe ich natĂŒrlich sofort zugesagt und auch einen Termin bekommen: Es war ein spannender Vormittag in Lustenau, und ich schĂ€tze die exzellente Arbeit der LehrkrĂ€fte dort sehr. Schön auch, dass wir uns im Ziel – der Inklusion – einig waren und nur den Weg dorthin etwas unterschiedlich sehen. Hier mein Kommentar zum Nachlesen, weil der Link oben eventuell nur einegschrĂ€nkt funktioniert: Sonderschule

24. November 2017

FĂŒr ein inklusives Bildungssystem in Österreich

2018-05-21T10:27:54+02:0024.11.17, 16:27 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

Im September 2015 haben sich alle 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verpflichtet, die sogenannte Nachhaltigkeits-Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals – SDGs) bis zum Jahr 2030 umzusetzen.

Aus dem Ziel 4 der Agenda: „Bis 2030 fĂŒr alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherzustellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen zu fördern.“

Dazu hat sich auch Österreich verpflichtet. Der Satz aus den „Globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen“ harrt auf Verwirklichung: Die Umsetzung dieses Bildungsziels der Agenda muss nĂ€mlich bis zum Jahr 2030 abgeschlossen (!) sein.

Wie es damit weltweit und in Östereich ausschaut, wird derzeit erörtert. Der UNESCO-Weltbildungsbericht 2017/2018 mit dem Titel „Verantwortung fĂŒr Bildung“ ist am 24. Oktober 2017 in Paris prĂ€sentiert worden, am 5. Dezember werden die Eckpunkte dieses brisanten Berichts und die Rolle Österreichs in Wien prĂ€sentiert.

Dienstag, 5. Dezember 2017 | 17:00 – 20:00 Uhr
BMWFW, Festsaal (3. Stock), Freyung 3, 1010 Wien

Podiumsdiskussion
Verantwortung fĂŒr Bildung – Verbindlichkeit in der Umsetzung des SDG4. Herausforderungen fĂŒr Österreich?

  • Mag. Andreas Thaller, GeneralsekretĂ€r BM Bildung
  • Dr. Harald Walser, Bildungsexperte und ehem. Schuldirektor des BG Feldkirch (Vlbg.)
  • Martin Winkler, Rechnungshof
  • Dr.in Claudia Schreiner, BIFIE Salzburg (angefragt)
  • Dr.in Barbara Herzog-Punzenberger, Johannes Kepler  UniversitĂ€t Linz
  • Derai Al Nuaimi, Bundesjugendvertretung, SDG Watch Austria

    Moderation: Dr.in Margarita Langthaler, ÖFSE

Wir haben in Österreich großen Handlungsbedarf. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten bin ich eingeladen, auf dieser Veranstaltung ĂŒber unser Bildungssystem in Hinblick auf Chancengerechtigkeit und QualitĂ€t zu diskutieren. Wo steht Österreich bei der Umsetzung? Ist das Bildungsziel der Vereinten Nationen bei uns ĂŒberhaupt angekommen? Vor welchen Herausforderungen stehen wir?

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr


Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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