24. Februar 2009

Schulversuche: Wirtschaftskammer auf Grüner Linie!

2009-02-24T11:17:00+01:0024.02.09, 11:17 |Kategorien: Bildung|

Na da schau einer her, die Stellungnahme der Wirtschaftskammer zu den Schulversuchen Neue Mittelschule entspricht exakt der Linie der Grünen!

In den Vorarlberger Nachrichten ist das heute nachzulesen. Weil´s kaum zu glauben ist, der ganze Artikel im Wortlaut:

„Neue Mittelschule: Leitl sieht „nicht einmal Schritt in die richtige Richtung“.

Wien (VN-joh) Wie so viele ÖVP-Bundespolitiker hat auch der Präsident der Wirtschaftskammer, Christoph Leitl, ein Problem mit dem Schulversuch zur „Neuen Mittelschule“; im Unterschied zu den meisten anderen hat er das aber, weil ihm das Modell nicht weit genug geht. Der Wirtschaftskammer-Präsident nützt seine Stellungnahme zur geplanten Gesetzesänderung, die eine Ausweitung des Schulversuchs in Vorarlberg ermöglichen soll, zu einer deutlichen Kritik: „Die Neue Mittelschule ist nicht einmal ein Schritt in die richtige Richtung“, lässt er wissen.

Der ÖVP-Politiker stößt sich daran, dass die Mittelschule als neue bzw. dritte Schulart neben der Hauptschule und der AHS-Unterstufe erprobt werden soll: „Vergleichbar ist dieser Zustand mit einigen Bundesländern in der Bundesrepublik. Die Hauptschule ist dort zu einer Sonderschule degradiert worden. Die Gesamtschule reiht sich typischerweise immer an der vorletzten Stelle des Schularten-Rankings ein.“

Gegen Wahlfreiheit

Der Wirtschaftskammer-Präsident fordert, in Modellregionen ausschließlich die „Neue Mittelschule“ anzubieten; „eine Wahlfreiheit kann und darf es hier nicht geben“. Andernfalls würde eine Evaluierung (Bewertung) „nur negativ für die ,Neue Mittelschule‘ ausfallen“, befürchtet Christoph Leitl in seiner Stellungnahme.“

Dem ist nun wirklich nichts hinzuzufügen!

20. Februar 2009

Wie hältst Du´s mit der Religion?

2009-02-20T11:28:00+01:0020.02.09, 11:28 |Kategorien: Bildung|

Im Burgtheater habe ich am Sonntag eine tolle Aufführung von Goethes Faust miterleben dürfen. Und mir natürlich zum x-ten Mal Gretchens Frage an ihren Heinrich angehört und durch den Kopf gehen lassen: „Wie hältst Du´s mit der Religion?“ Sie fügt ja auch gleich hinzu: „Ich glaub’, du hältst nicht viel davon.“ Faust tut sich unendlich schwer bei der Antwort. Das erinnert doch irgendwie an die Diskussion um den Stellenwert des Religionsunterrichts an unseren Schulen – oder nicht?

Im Standard habe ich heute einen Kommentar der anderen zum Thema Religionsunterricht verfasst: „Religionsunterricht in der Krise – was tun?“

Und um es kurz zu machen: Wir brauchen die Auseinandersetzung mit Religion, wir müssen unsere Kinder mit den grundsätzlichen Fragen des Lebens konfrontieren. In welcher Form – darüber muss offen und ohne Scheuklappen diskutiert werden: „Angesichts ihrer Pluralität werden Auseinander­setzungen um allgemein verbindliche Grundwerte immer wichtiger. Deshalb ist eine fundierte Beschäftigung mit den Grundlagen unserer Kultur – speziell auch der diversen Religionen – unerlässlich. Wäre es da in einer demokratischen Gesellschaft nicht sinnvoll, wenn sich alle Kinder gemeinsam und unter sachkundiger Anleitung möglichst vorurteilsfrei damit auseinandersetzen? Wir brauchen also statt des jetzigen konfessionellen Religionsunterrichts einen „Allgemeinen Ethik- und Religionen-Unterricht“.“

Ein Großteil der jetzigen katholischen und evangelischen ReligionslehrerInnen ist in der Lage so einen Unterricht durchzuführen – und macht es teilweise schon jetzt. Ich persönlich kenne auch islamische Religionslehrer, die diesem Anspruch gerecht werden. Wir brauchen für einen Ethik- und Religionen-Unterricht alerdings geeignete Lehrpläne und entsprechende Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen.

20. Februar 2009

Neue Mittelschule: Chance oder Flop?

2009-02-20T00:23:00+01:0020.02.09, 0:23 |Kategorien: Bildung|

Unter diesem Titel hat gestern Abend in der Hauptschule Rankweil vor vollbesetztem Haus eine spannende Podiumsdiskussion stattgefunden. Der weite Weg von Wien ins Ländle hat sich gelohnt. Der „Arge Gemeinsame Schule“ ist es mit einem hochkarätig besetzten Podium gelungen, einerseits das Positive der momentanen Entwicklung herauszuarbeiten (viel Bewegung und Engagement an den Hauptschulen, pardon: Neuen Mittelschulen), andererseits aber auch auf das zentrale Problem hinzuweisen: Solange die politisch Verantwortlichen im Land nicht klar das Ziel der Schulversuche vorgeben, kann das Ergebnis „nur“ eine Verbesserung der Hautschule sein, nicht aber der notwendige Schritt hin zu einer gemeinsamen Schule.

Lassen wir aber am besten jemand anders erklären, warum das so ist. Karl Heinz Gruber, er lehrt Vergleichende Erziehungswissenschaft an der Universität Wien, hat im „Standard“ die entscheidende Frage beantwortet, warum die Neue Mittelschule das Problem der zu frühen Auslese nicht beseitigen, sondern verschärfen wird. Und er hat erklärt, warum es bei uns in Sachen Bildungsreform noch immer keine konsequenten Schritte in die richtige Richtung gibt: Die gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen sei für die Konservativen im Land halt noch immer ein „Politisches Teufelszeug“!

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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