Schule in Holland: viel Freiheit, wenig Regeln!
Wir haben Spannendes gesehen und auch gestaunt: Vieles ist gut im niederlĂ€ndischen Schulsystem, aber nicht alles ist besser als bei uns. So wĂŒrde ich meine EindrĂŒcke nach einem gemeinsamen Besuch vor Ort (âWo jeder eine Schule grĂŒnden kannâ) mit Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und den BildungssprecherInnen (fast) aller Parlamentsparteien zusammenfassen.
Hier einige mir wichtig erscheinende Aspekte:
âą Die Gemeinsame Schule dauert je nach individuellem Wunsch der Eltern sieben bis acht Jahre statt wie bei uns nur vier.
âą Die Schulen entscheiden weitgehend selbst ĂŒber Schulbudget, pĂ€dagogische Arbeit oder Auswahl der LehrerInnen.
âą Es gibt eine hohe âVertrauenskulturâ und gelebte Eigenverantwortung.
âą Die Verfassung garantiert jedem, eine Schule zu grĂŒnden und der Staat ist verpflichtet, das Geld bereitzustellen.
⹠Der Staat fordert nur sehr allgemeine Kernziele und bestimmt den gesetzlichen Rahmen. Ein direktes Eingreifen von Behörden in Schulangelegenheiten ist kaum möglich.
âą Eliteschulen sollen durch zusĂ€tzliche Mittel fĂŒr Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss verhindert werden.
âą Die NL schneiden bei internationelen Tests wie Pisa etc. sehr gut ab.
âą Das Unterrichtsinspektorat kontrolliert den âOutputâ der Schulen mindestens alle vier Jahre und identifiziert schwache Schulen. Die Ergebnisse sind öffentlich einsehbar.
âą Schulgeld ist nicht erlaubt, dennoch zahlen Eltern an Privatschulen freiwillig. Dieses Geld darf aber nicht fĂŒr GehĂ€lter verwendet werden, sondern nur fĂŒr zusĂ€tzliche Angebote, Reisen usw.
âą Die GehĂ€lter sind vergleichbar mit Ăsterreich, es gibt aber eine deutlich höhere Lehrverpflichtung, keine Daueranstellung und eine geringe soziale Absicherung.

Alle Jahre wieder erscheint gleich mehrmals und natĂŒrlich auch zur Weihnachtszeit – richtig geraten: mein Bildungsnewsletter. Und das sind diesmal die Themen: