12. Januar 2015

Schule in Holland: viel Freiheit, wenig Regeln!

2015-05-01T07:56:33+02:0012.01.15, 12:00 |Kategorien: Bildung|Tags: , , |

NL_7-1-2014_HeiHoWir haben Spannendes gesehen und auch gestaunt: Vieles ist gut im niederlĂ€ndischen Schulsystem, aber nicht alles ist besser als bei uns. So wĂŒrde ich meine EindrĂŒcke nach einem gemeinsamen Besuch vor Ort („Wo jeder eine Schule grĂŒnden kann“) mit Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und den BildungssprecherInnen (fast) aller Parlamentsparteien zusammenfassen.
Hier einige mir wichtig erscheinende Aspekte:
‱ Die Gemeinsame Schule dauert je nach individuellem Wunsch der Eltern sieben bis acht Jahre statt wie bei uns nur vier.
‱ Die Schulen entscheiden weitgehend selbst ĂŒber Schulbudget, pĂ€dagogische Arbeit oder Auswahl der LehrerInnen.
‱ Es gibt eine hohe „Vertrauenskultur“ und gelebte Eigenverantwortung.
‱ Die Verfassung garantiert jedem, eine Schule zu grĂŒnden und der Staat ist verpflichtet, das Geld bereitzustellen.
‱ Der Staat fordert nur sehr allgemeine Kernziele und bestimmt den gesetzlichen Rahmen. Ein direktes Eingreifen von Behörden in Schulangelegenheiten ist kaum möglich.
‱ Eliteschulen sollen durch zusĂ€tzliche Mittel fĂŒr Kinder von Eltern mit niedrigem Bildungsabschluss verhindert werden.
‱ Die NL schneiden bei internationelen Tests wie Pisa etc. sehr gut ab.
‱ Das Unterrichtsinspektorat kontrolliert den „Output“ der Schulen mindestens alle vier Jahre und identifiziert schwache Schulen. Die Ergebnisse sind öffentlich einsehbar.
‱ Schulgeld ist nicht erlaubt, dennoch zahlen Eltern an Privatschulen freiwillig. Dieses Geld darf aber nicht fĂŒr GehĂ€lter verwendet werden, sondern nur fĂŒr zusĂ€tzliche Angebote, Reisen usw.
‱ Die GehĂ€lter sind vergleichbar mit Österreich, es gibt aber eine deutlich höhere Lehrverpflichtung, keine Daueranstellung und eine geringe soziale Absicherung.

6. Januar 2015

„Taskforce Bildungsreform“ – eine „uneilige“ Truppe!

2015-05-01T07:58:41+02:0006.01.15, 12:00 |Kategorien: Bildung, Parteien|Tags: |

Neugebauer_raketaGestern meldete Der Standard, dass die im Oktober letzten Jahres von der Regierung eingesetzte Arbeitsgruppe zur Bildungsreform noch nie getagt hat. Und: Das fĂŒr Mitte JĂ€nner anvisierte erste Treffen wurde nun verschoben – auf Ende des Monats, wie es sicherheitshalber nur inoffiziell heißt.
Was steht am Programm der Arbeitsgruppe? Die LĂ€nderchefs sind sich untereinander nicht einig, aber einig, dass es gegen den Bund geht, der eine dort, der andere da. Die von der Bundes-VP ins Rennen geschickte Innenministerin und ÖAAB-Chefin Mikl-Leitner wurde kurzerhand zur Bildungsexpertin erkoren und will die alten Strukturen in Beton gießen. Ihr Parteikollege Mahrer pflegt zwar einen kuscheligeren Sprachgebrauch, aber mehr als das beste Bildungssystem ever, das er will, ist an Reformbereitschaft auch noch nicht rausgekommen. Und dann hĂ€tten wir noch die SP-Bildungsministerin, die zwar will, aber nicht kann, und ihren Parteikollegen Ostermayer, von dem wir nicht wissen, was er will oder doch auch nicht will. Und damit wir glauben, dass es die Regierung diesmal wirklich ernst meint mit der Bildungsreform, nennt sich die uneilige Truppe „Taskforce“. Ein bisserl ModernitĂ€t muss denn doch sein!
Morgen brechen die BildungssprecherInnen aller Parteien zusammen mit Ministerin Heinisch-Hosek zu einer zweitĂ€gigen Bildungsreise in die Niederlande auf. Studiert werden sollen dort Modelle der Schulautonomie. Zudem stehen Besuche von Gesamtschulen und diverse ArbeitsgesprĂ€che am Programm. Ich begrĂŒĂŸe diese Initiative der Ministerin und werde auch mit großem Interesse daran teilnehmen. Was wir davon sicher lernen können: Wir mĂŒssen in Österreich das Rad nicht durchgĂ€ngig neu erfinden. Es gibt in diversen LĂ€ndern Vorzeigemodelle und Erfahrungen, auf die wir bauen können und sollen. Wir benötigen keine „Taskforce“ und auch nicht die kaum mehr zĂ€hlbaren anderen Arbeitsgruppen, die im Bildungsumfeld werken. Was wir brauchen, das sind sofortige Reformschritte und zwar tiefgreifende. Die „Taskforce Bidungsreform“ kann sich derweilen auf die Eselsbank begeben und nachlernen, denn sie scheint es bitter nötig zu haben!

25. Dezember 2014

Mein Bildungsnewsletter zu Weihnachten!

2015-05-01T08:04:06+02:0025.12.14, 14:18 |Kategorien: Bildung|Tags: , , |

WeihnachtskarteAlle Jahre wieder erscheint gleich mehrmals und natĂŒrlich auch zur Weihnachtszeit – richtig geraten: mein Bildungsnewsletter. Und das sind diesmal die Themen:
[1] Das war ein intensives Jahr der Bildungspolitik:
Schon zu Beginn des Jahres war klar, dass das Budget im Bildungsbereichnicht ausreichen wird. Kein Wunder, dass im FrĂŒhjahr gleich einmal die Mittel fĂŒr den Ausbau der ganztĂ€gigen Schulen gekĂŒrzt – pardon „verschoben“ – wurden. Den Zukunftsraub in der Bildung habe ich im April gemeinsam mit Eva Glawischnig thematisiert. Die Sorge um das liebe Geld hat auch das weitere Jahr geprĂ€gt. Ich habe mich fĂŒr eine indexbasierte Mittelzuwendung an Schulen, eine gerechte Privatschulfinanzierung und ausreichend Mittel fĂŒr die sonderpĂ€dagogische Förderung eingesetzt. Die Budgetnot wird uns auch 2015 begleiten, denn fĂŒr die BIG-Mieten gilt: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Es gab allerdings auch kleine Erfolge zu feiern: Mit der Umbenennung der SonderpĂ€dagogischen Zentren (SPZ) in „Zentren fĂŒr Inklusiv- und SonderpĂ€dagogik“(ZISP) ist es gelungen, den Begriff „Inklusion“ erstmals in den Schulgesetzen zu verankern. Die ZISP dienen nun ausdrĂŒcklich der Umsetzung von Inklusionsmaßnahmen fĂŒr SchĂŒlerInnen mit sonderpĂ€dagogischem Förderbedarf. Im Herbst haben wir eine sinnvolle Ferienordnung gefordert. Wenig spĂ€ter konnten wir durch die Regierungsbeteiligung in Vorarlberg die ersten Schritte in Richtung einer Gemeinsamen Schule setzen. Gleichzeitig konnten bei den Personalvertretungswahlen grĂŒne und grĂŒnnahe LehrerInnengewerkschaften Zugewinne erzielen. Weitere Themen waren unsere Forderung nach Bewegung in der Schule, die EinfĂŒhrung einer flexiblen Schuleingangsphase, die Entpolitisierung der LandesschulrĂ€te, ein eigenstĂ€ndiges Fach Politische Bildung oder auch die (mittelfristige) Abschaffung der Sonderschulen. In allen genannten Bereich bleibt auch 2015 viel zu tun.
[2] Heißestes Thema dieser Tage ist die Zentralmatura:
Hier stehen die Zeichen auf Sturm, denn die Beurteilungen der Probeklausuren sind teilweise katastrophal ausgefallen. Daher fordere ich die Einrichtung einer Beratungs- und Krisenhotline fĂŒr Betroffene. Die Zentralmatura kommt schon lange nicht aus den Schlagzeilen. Die Vorbereitungsstunden fĂŒr die mĂŒndlichen PrĂŒfungen wurden still und heimlich gekĂŒrzt, mein Antrag auf mehr Vorbereitungsstunden erst hat das Vorgehen der Bildungsministerin aufgedeckt. Die Beurteilungsraster fĂŒr die Benotung werden immer wieder ĂŒberarbeitet und stiften Verwirrung bei den LehrerInnen. Daher verlangen wir zur Sicherheit fĂŒr die SchĂŒlerInnen die Zweitbegutachtung von negativ beurteilten schriftlichen ReifeprĂŒfungsarbeiten. Auch meine Forderung nach DurchfĂŒhrung der Zentralmatura durch das Bildungsministerium bleibt aufrecht. Diese hoheitliche Aufgabe muss vom Ministerium selbst und unter Kontrolle des Parlaments erfolgen.
[3] LehrerInnenbildung Neu:
Immer öfter und immer lauter erreichen mich Warnhinweise, dass die Umsetzung der neuen LehrerInnenbildung nicht schnell genug erfolgt, um dem drohenden LehrerInnenmangel entgegenzuwirken. Vor allem die Bereiche SonderpĂ€dagogik und Sekundarstufe 1, die beide an den PĂ€dagogischen Hochschulen angeboten werden sollen, sind in der Umsetzung noch offen. Ich habe diesbezĂŒglich eine Anfrage an die Bildungsministerin gestellt. WĂ€hrend die PĂ€dagogischen Hochschulen vor allem unter der mangelnden Kooperationsbereitschaft der UniversitĂ€ten leiden und daher zum Teil auf auslĂ€ndische Partner fĂŒr die MasterlehrgĂ€nge angewiesen sind, fehlt an den UniversitĂ€ten das Wissen um die PĂ€dagogischen Grundlagenbereiche wie Elementar-, GrundschulpĂ€dagogik und SonderpĂ€dagogik. Solange die LehrerInnenbildung nicht klar geregelt und aus einer Hand angeboten wird, bleibt der Wettstreit der Institutionen um die Studierenden ein Haupthindernis auf dem Weg zu einer zukunftsfĂ€higen neuen LehrerInnenbildung.
[4] Enquete Rechtsextremismus
Das Jahr 2015 ist von vielen Gedenktagen geprĂ€gt. Auch wir GrĂŒne werden im Bewusstsein unser historischen Verantwortung eine Reihe von Veranstaltungen anbieten. Aufmerksam machen möchte ich auf unsere „Enquete Rechtsextremismus“, die am 13. Februar (8h30-15h) im Parlament stattfinden wird. Ein Schwerpunkt dabei wird die PrĂ€ventionsarbeit auch im Bildungsbereich sein. Dazu darf ich Sie herzlich einladen.
Wer den Bildungsnewsletter abonnieren möchte, kann dies hier tun: https://listen.gruene.at/wws/subscribe/newsletter-bildung.
Ich wĂŒnsche angenehme Feiertage und ein erfolgreiches Neues Jahr 2015!

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr


Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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