24. Oktober 2014

Neuordnung der Ferien!

2014-10-24T11:43:00+02:0024.10.14, 11:43 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

Im Rahmen einer Pressekonferenz habe ich heute meine VorschlĂ€ge fĂŒr eine – sanfte – Neuordnung der Schulferien vorgestellt. Zentraler Punkt: fixe Herbstferien vom Nationalfeiertag bis Allerheiligen.

DafĂŒr brauchen wir keine zusĂ€tzlichen freien Tage, sondern nur eine bessere Verteilung der bestehenden. Je nachdem reicht beispielsweise schon die Verschiebung der freien Dienstage nach Pfingsten und Ostern sowie des freien Tages (Landespatron). In Jahren wie heuer kĂ€men maximal zwei schulautonome Tage dazu, um eine Woche frei zu bekommen. Meist wĂ€re das aber gar nicht nötig. In Vorarlberg gibt es das seit Jahren.

Die Vorteile liegen aus meiner Sicht auf der Hand:

‱ Ferienregelung wĂ€re stĂ€rker an lernpsychologischen Erkenntnissen orientiert.

‱ SchwĂ€chere SchĂŒlerInnen haben Zeit zum Aufholen.

‱ Es gibt klarere Strukturen durch zwei Herbstblöcke.

‱ Gegen Schuljahresende gibt es mehr Lerntage.

‱ Stressabbau fĂŒr Kinder und LehrkrĂ€fte.

‱ Leichtere Planung der unterrichtsfreien Zeit fĂŒr Eltern.

‱ Und die Erfahrung auch an meiner Schule hat gezeigt: Es gibt weniger Krankheitstage von SchĂŒlerInnen und LehrerInnen.

Einen entsprechenden Antrag „Neue Ferienordnung“ habe ich im Parlament bereits eingebracht. Er wird ĂŒbernĂ€chste Woche im Unterrichtsausschuss behandelt.

Übrigens: FrĂŒher wurden Ferien natĂŒrlich nicht nach pĂ€dagogischen Gesichtspunkten geregelt, sondern nach den BedĂŒrfnissen der bĂ€uerlichen Gesellschaft. Je nach Region gab es Heuferien (um Pfingsten herum), Ernteferien (Getreide), Kartoffelferien (um Allerheiligen), an der Mosel freie Tage fĂŒr die Weinlese und vor 200 Jahren gab es oft ĂŒberhaupt nur die Winterschule, den Rest des Jahres mussten die Kinder arbeiten.

FĂŒr die „GrĂŒne Schule“ gilt: „Kein Kind zurĂŒcklassen!“

21. Oktober 2014

Mit Halbwahrheiten gegen inklusiven Unterricht!

2014-10-21T11:33:00+02:0021.10.14, 11:33 |Kategorien: Bildung|Tags: |

Kurz vor den Personalvertetungswahlen verschickt Gerhard Riegler, Vorsitzender der „Österreichischen Professoren Union“ (ÖPU) , in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden Aussendungen, in denen er scheinbar objektive „Eckdaten zum österreichischen Schulwesen samt Quellangabe zur Kenntnis bringen möchte“.

Heute schreibt er : „In Österreich werden weit weniger SchĂŒlerInnen wegen ihres besonderen Förderbedarfs rĂ€umlich getrennt unterrichtet, als dies in vielen EU-Staaten der Fall ist. In Finnland werden fast zweieinhalbmal so viele SchĂŒlerInnen exklusiv beschult (…).“

Um es kurz zu machen: Seit einigen Jahren gibt es in Finnland tatsĂ€chlich die Tendenz, SchĂŒlerInnen mit speziellen BedĂŒrfnissen phasenweise (!) gemeinsam oder in Sonderklassen zu unterrichten. Experten wie Timo Saloviita bezeichnen das als „negative Sonderrolle“ und „eine Abweichung von den anderen nordischen LĂ€ndern“.

Dem Herrn Riegler sei gesagt: Anders als bei uns landen die Kinder nicht in Sonderschulen, alles findet unter dem Dach der finnischen Gesamtschule statt. „Teilintegrative Förderung in Finnland produziert nicht die bekannten negativen pull-out Effekte, wie man sie aus der Forschung kennt. Das liegt an dem allgemeinen Förderunterricht, auf den alle SchĂŒler und SchĂŒlerinnen Anspruch haben, wenn sie LeistungsschwĂ€chen zeigen. Dennoch ist festzuhalten: Finnland hat noch lĂ€ngst nicht das Ziel der Inklusion erreicht.“

Wer sich ĂŒber die Entwicklung in den skandinavischen LĂ€ndern ein objektives Bild machen möchte, dem empfehle ich die Übersicht von Brigitte Schumann („Inklusive Bildung in den nordischen LĂ€ndern im Kontext gesellschaftlicher Entwicklung“).

Ansonsten verweise ich gerne auf den Hirnforscher Gerald HĂŒther. Er fordert, dass LehrerInnen dabei unterstĂŒtzt werden mĂŒssen, aus einem „zusammengewĂŒrfelten Haufen“ in einer Schulklasse ein leistungsorientiertes Team zu machen: „Dort, wo die Inklusion funktioniert, profitieren nicht nur die, die wir als Behinderte bezeichnen, die ein Handicap mitbringen. Sondern davon profitieren vor allem auch die ‚High-Performer‘, die gute Zensuren haben.“ Sie lernen, dass es Spaß macht, gemeinsam in einer Klasse zusammen zu arbeiten und dass es einem auch selbst WĂŒrde verleiht.

Wann, wenn nicht bei diesem Thema, gilt mein Motto fĂŒr die „GrĂŒne Schule“: „Kein Kind zurĂŒcklassen!“

17. Oktober 2014

Strache macht sich lÀcherlich!

2015-05-02T12:00:33+02:0017.10.14, 11:43 |Kategorien: Bildung|Tags: , , |

Geht der FPÖ-Boss vor der Klagemauer in sich? Das Bild muss tĂ€uschen, denn heute hat er sich politisch erneut lĂ€cherlich gemacht. Strache will allen Ernstes eine Klage in Sachen VizeprĂ€sident des Stadtschulrates in Wien einbringen.

Das ist wohl ein Treppenwitz der Geschichte, wenn die selbsternannte Anti-Privilegien-Partei FPÖ die Gerichte bemĂŒhen will, um sĂŒndteure, aber völlig sinnlose Polit-Proporzposten fĂŒr eigene ParteigĂ€nger zu sichern

Der von der FPÖ fĂŒr das Amt des VizeprĂ€sidenten im Wiener Stadtschulrat vorgeschlagene 21-jĂ€hrige Maximilian Krauss ist nicht nur völlig unqualifizierten, sondern durch seine rechtsextremen Aussagen auch politisch völlig untragbar. Gerichte zu bemĂŒhen, um den am parteipolitischen GĂ€ngelband gefĂŒhrten Krauss als VizeprĂ€sidenten des Wiener Stadtschulrates durchzudrĂŒcken, ist ein Schlag ins Gesicht all jener Menschen, die qualifiziert und motiviert sind und gerne Verantwortung im Schulsystem ĂŒbernehmen möchten, allerdings am bestehenden Proporzsystem scheitern.

Wir brauchen in der Verwaltung qualifizierte Menschen, die nach klaren Kriterien in einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren ermittelt werden. Pateipolitik muss raus aus der Schulverwaltung. Die GrĂŒnen stehen fĂŒr die ersatzlose Abschaffung dieses Amtes bereit. Es muss sich allerdings um einen ersten Schritt in Richtung Parteipolitik raus aus der Schulverwaltung handeln.

Nicht schlecht wĂ€re, wenn die FPÖ zur Kenntnis nehmen wĂŒrde, worum es in der Schule geht – um die Kinder, nicht um parteipolitisch zu besetzende Posten. FĂŒr die „GrĂŒne Schule“ gilt daher: „Kein Kind zurĂŒcklassen!“

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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