20. August 2014

Vorarlberger FPÖ auf bildungspolitischem Blindflug!

2014-08-20T18:44:00+02:0020.08.14, 18:44 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

Wer findet den (die) Fehler?

In der FPÖ-Bildungspolitik sind sie noch leichter zu finden als auf dem Plakat. Der ehemalige ORF-Moderator und designierte Bildungssprecher Christoph Waibel scheint die Rolle des neuen Scharfmachers zu ĂŒbernehmen. Er fordert …

‱ AuslĂ€nder-Quoten in Schulklassen: Der „Anteil von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache in den Schulklassen auf 30 Prozent begrenzen“. Was tun wir in Gegenden, in denen deutlich mehr als die HĂ€lfte der Kinder eine nicht-deutsche Muttersprache hat?

‱ Streichung von Familienleistungen: „Falls die Sprache bis zum Beginn der Volksschule nicht beherrscht werde, sollten Sozialleistungen gekĂŒrzt werden.“ An sich schon benachteiligte Kinder sollen also noch weiter benachteiligt werden. Es ist eine der großen Leistungen eines Sozialstaates, dass ein Anspruch unabhĂ€ngig von BeschĂ€ftigung oder Einkommen der Eltern besteht.

‱ Feindbild TĂŒrkei: Probleme gebe es angeblich nur bei tĂŒrkischstĂ€mmigen Kindern, wissen die blauen Herrschaften. Pisa belegt, dass ein Drittel der Kinder mit Sprachproblemen ĂŒberhaupt keinen Migrationshintergrund hat.

‱ AufnahmeprĂŒfungen in die AHS wie in den 60er-Jahren: Man stelle sich NeunjĂ€hrige Kinder vor, die monatelang auf eine PrĂŒfung vorbereitet werden. Kinder aus bildungsfernen Schichten hĂ€tten wohl kaum eine Chance. Ist das das (unausgesprochene) Ziel der FPÖ?

Die FPÖ-Forderungen sind nicht nur bildungspolitisch abzulehnen, sondern auch sozialpolitisch. Es ist ja das ausdrĂŒckliche Ziel und die Verpflichtung (!) eines Sozialstaats, soziale Sicherheit und Gerechtigkeit anzustreben und die Teilhabe möglichst aller an den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen zu gewĂ€hrleisten sowie Risiken zu minimieren.

Vielleicht sollten sich die germanischen KĂ€mpfer doch lieber um dem/den Akkusativ und dem/denDativ kĂŒmmern, wie das die GebrĂŒdern Moped empfehlen?

FĂŒr die „GrĂŒne Schule“ gilt: „Kein Kind zurĂŒcklassen!“

19. August 2014

Bildung – mit GrĂŒn ins 21. Jahrhundert oder mit der FPÖ ins 19.?

2014-08-19T13:45:00+02:0019.08.14, 13:45 |Kategorien: Bildung|

Gemeinsam mit der Vorarlberger Bildungssprecherin Katharina Wiesflecker habe ich heute im Rahmen einer Pressekonferenz unsere Zielsetzungen fĂŒr die nĂ€chsten Jahre vorgestellt: „GrĂŒne: Zahl der RisikoschĂŒler halbieren“.

Den Verlust der absoluten ÖVP-Mehrheit bezweifeln inzwischen ja nicht einmal mehr hartgesottene Schwarze, daher die positive Botschaft: Die Bevölkerung selbst hat es bei den Landtagswahlen am 21. September in der Hand, wie es im LĂ€ndle weitergehen soll. FĂŒr die Landes-ÖVP stellt sich nach den Wahlen eine einfache Frage: Geht die Reise mit den GrĂŒnen endlich ins 21. Jahrhundert oder legen Wallner & Co. mit den Freiheitlichen den bildungspolitischen RĂŒckwĂ€rtsgang ein? Jede Stimme fĂŒr die GrĂŒnen ist somit eine Stimme fĂŒr Schwarz-GrĂŒn.

Und im Bildungsbereich ist der GrĂŒne Reformmotor notwendiger denn je. Nach wie vor verlassen in Vorarlberg ebenso wie in ganz Österreich viel zu viele Kinder die Pflichtschule, ohne Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben oder Rechnen ausreichend zu beherrschen. Daher haben wir fĂŒr Vorarlberg ein ganzes BĂŒndel an Maßnahmen erarbeitet. Es nĂŒtzt nĂ€mlich nichts, wenn wir auf Reformen auf Bundesebene warten. In vielen Bereichen – Volksschulen, Ausbildung der Kindergarten-PĂ€dagogInnen oder die Gemeinsame Schule – blockieren sich auf Bundesebene SPÖ und ÖVP gegenseitig. Es braucht daher krĂ€ftige VorstĂ¶ĂŸe aus den BundeslĂ€ndern!

Die PK-Unterlagen fĂŒr die Presse hier als Download: < file name="PK-Unterlagen_19-8-2014_Bregenz" >

FĂŒr die „GrĂŒne Schule“ gilt: „Kein Kind zurĂŒcklassen!“

8. August 2014

Sonderschule: Österreich verschlĂ€ft Entwicklung!

2014-08-08T13:07:00+02:0008.08.14, 13:07 |Kategorien: Bildung|

Ich hoffe, die derzeit entflammte Diskussion um die Sonderschulen wird nicht als LĂŒckenbĂŒĂŸer fĂŒr das mediale Sommerloch missbraucht („Auch Experten fordern: Weg mit Sonderschulen“), denn das Thema ist zu wichtig.

Derzeit muss festgehalten werden: Österreich verschlĂ€ft die internationale Entwicklung und gerĂ€t in Sachen inklusiver PĂ€dagogik immer weiter ins Hintertreffen. Die Forderungen von Behindertenanwalt Erwin Buchinger sind daher zu unterstĂŒtzen. Ich verstehe die Ungeduld der Betroffenen, denn der UN-Monitoringausschuss hat die Existenz von Sonderschulen schon 2008 als menschenrechtswidrig kritisiert und deren Abschaffung gefordert (UN-Kritik an Sonderschulen ist richtig)!

Die Kritik an der Sonderschule ist keine Kritik an der Arbeit der LehrkrĂ€fte. Dank der engagierten Arbeit vieler LehrkrĂ€fte sind Sonderschulen heute zum GlĂŒck nicht mehr triste VerwahrungsstĂ€tten fĂŒr behinderte und schwierige Kinder, wie das frĂŒher oft der Fall war. HĂ€ufig gibt es Kleingruppen und eine Ausstattung, von der andere Schulen nur trĂ€umen können.

Dennoch ist es eine Tatsache, dass hĂ€ufig Kinder in Sonderschulen abgeschoben werden, nur weil sie schlecht deutsch sprechen: In Österreichs Schulen haben etwa 18 Prozent SchĂŒler nichtdeutsche Muttersprache, ihr Anteil in Sonderschulen liegt bei etwa 29 Prozent. Sie sind damit von höherer Bildung fast ausgeschlossen.

Wir GrĂŒne treten seit Jahren fĂŒr eine inklusiv gefĂŒhrte Gemeinsame Schule aller Kinder bis zum 14. Lebensjahr ein, die individuell auf die BedĂŒrfnisse der Kinder eingeht. Dazu braucht es allerdings entsprechende Rahmenbedingungen und mehr Personal!

In der nĂ€chsten Sitzung des Unterrichtsausschusses am 7. Oktober bringe ich daher einen Antrag zur Abschaffung der Sonderschulen ein. Sonderschulen sollen zu Kompetenzzentren fĂŒr inklusiven Unterricht und Förderung umgebaut werden, wie zum Beispiel im Bezirk Reutte und in weiten Teilen der Steiermark bereits geschehen: Kompetenzzentren helfen Schulen bei der Gestaltung des Unterrichts, bieten Weiterbildung fĂŒr LehrkrĂ€fte an, koordinieren die benötigten SchulplĂ€tze im jeweiligen Bezirk, organisieren Fahrtendienste und sorgen fĂŒr die nötigen Ressourcen. Dort bekommen Eltern auch Hilfe und Beratung.

Wichtig ist mir festzuhalten: Wir brauchen einen geordneten Übergang vom jetzigen System der Aussonderung hin zu einer gemeinsamen Schule, in der alle Kinder Platz haben.

FĂŒr die „GrĂŒne Schule“ gilt: „Kein Kind zurĂŒcklassen!“

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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