Werbung fĂŒr den tĂŒrkischen Despoten!
Das geht gar nicht! Wenn die deutschen FuĂballnationalspieler Ilkay GĂŒndogan und Mesut Ăzil ihre Trikots in einem Londoner Luxushotel an Recep Tayyip ErdoÄan, den Despoten aus Ankara, ĂŒbergeben und somit Werbung fĂŒr sein Regime machen, haben sie die Prinzipien der liberalen Demokratien nicht verstanden. GĂŒndogan – DoppelstaatsbĂŒrger – versieht das Trikot zudem mit der handschriftlich angebrachten Signatur âFĂŒr meinen verehrten PrĂ€sidentenâ.
Das ist ein BĂ€rendienst an allen, die sich vehement fĂŒr Integration und ein friedliches Miteinander einsetzen. Falls die beiden hier unwissentlich und naiv einem Trick der tĂŒrkischen Propagandamaschinerie zum Opfer gefallen sein sollten, gibt es auf den zahlreichen sozialen KanĂ€len durchaus sinnvolle Tipps zur Wiedergutmachung des angerichteten Schadens. Am besten gefĂ€llt mir, was der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von âReporter ohne Grenzenâ, Christian Mihr, empfiehlt: Die beiden MultimillionĂ€re könnten ja ihre Bekanntheit dazu nutzen, um sich fĂŒr die inhaftierten Journalisten in der TĂŒrkei einzusetzen.
Es ist kaum zu glauben, aber 80 Jahre nach dem âAnschlussâ, 73 Jahre nach dem Ende des nationalsozialistischen Terrorregimes haben wir noch immer eine durch die Republik nicht anerkannte Opfergruppe. WĂ€ren wir GrĂŒne nicht aus dem Nationalrat geflogen, wĂ€re daher eines meiner Vorhaben in dieser Legislaturperiode gewesen, die Anerkennung von sogenannten âBerufsverbrechernâ und âAsozialenâ als Opfer im Nationalsozialismus in Verhandlungen mit anderen Parlamentsparteien anzuregen und möglichst durchzusetzen.
Das entwickelt sich langsam zu einer unendlichen Geschichte. Der skandalöse Artikel des freiheitlichen Magazins âAulaâ ĂŒber âMauthausen-Befreite als Massenmörderâ hat ja zu einer zivilrechtlichen Klage und einer Verurteilung der Medieninhaber bzw. des Autors Fred Duswald gefĂŒhrt (