14. Mai 2018

Werbung fĂŒr den tĂŒrkischen Despoten!

2018-05-21T10:27:52+02:0014.05.18, 21:14 |Kategorien: Geschichte und Rechtsextremismus, Integration, Menschenrechte|Tags: , |

Das geht gar nicht! Wenn die deutschen Fußballnationalspieler Ilkay GĂŒndogan und Mesut Özil ihre Trikots in einem Londoner Luxushotel an Recep Tayyip Erdoğan, den Despoten aus Ankara, ĂŒbergeben und somit Werbung fĂŒr sein Regime machen, haben sie die Prinzipien der liberalen Demokratien nicht verstanden. GĂŒndogan – DoppelstaatsbĂŒrger – versieht das Trikot zudem mit der handschriftlich angebrachten Signatur „FĂŒr meinen verehrten PrĂ€sidenten“.

Das ist ein BĂ€rendienst an allen, die sich vehement fĂŒr Integration und ein friedliches Miteinander einsetzen. Falls die beiden hier unwissentlich und naiv einem Trick der tĂŒrkischen Propagandamaschinerie zum Opfer gefallen sein sollten, gibt es auf den zahlreichen sozialen KanĂ€len durchaus sinnvolle Tipps zur Wiedergutmachung des angerichteten Schadens. Am besten gefĂ€llt mir, was der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von „Reporter ohne Grenzen“, Christian Mihr, empfiehlt: Die beiden MultimillionĂ€re könnten ja ihre Bekanntheit dazu nutzen, um sich fĂŒr die inhaftierten Journalisten in der TĂŒrkei einzusetzen.

21. Februar 2018

Anerkennung von sogenannten „Berufsverbrechern“ und „Asozialen“ als Opfer im Nationalsozialismus

2018-05-21T10:27:53+02:0021.02.18, 9:54 |Kategorien: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: , , |

Es ist kaum zu glauben, aber 80 Jahre nach dem „Anschluss“, 73 Jahre nach dem Ende des nationalsozialistischen Terrorregimes haben wir noch immer eine durch die Republik nicht anerkannte Opfergruppe. WĂ€ren wir GrĂŒne nicht aus dem Nationalrat geflogen, wĂ€re daher eines meiner Vorhaben in dieser Legislaturperiode gewesen, die Anerkennung von sogenannten „Berufsverbrechern“ und „Asozialen“ als Opfer im Nationalsozialismus in Verhandlungen mit anderen Parlamentsparteien anzuregen und möglichst durchzusetzen.

Auslöser meiner Intention war der Aula-Skandal, in dem bekanntermaßen Mauthausen-Überlebende pauschal als Kriminelle diffamiert wurden. Das ErschĂŒtternde dabei war nicht, dass dies in der Aula zu lesen war, denn von dort erwarte ich mir nichts anderes – auch wenn der von uns angezeigte und dann geklagte Artikel alle ertrĂ€glichen Maße weit ĂŒberschritten hatte. Aber die BegrĂŒndung, mit der das Verfahren nach meiner ersten Anzeige seitens der Grazer Staatsanwaltschaft im Dezember 2015 eingestellt wurde, war schlichtweg erschĂŒtternd: Dort wurde nĂ€mlich indirekt die NS-Judikatur fortgeschrieben, indem die wĂ€hrend der NS-Zeit als „Kriminelle“ internierten KZ-HĂ€ftlinge nach der „allgemeinen Lebenserfahrung“ – so die zustĂ€ndige StaatsanwĂ€ltin – aufgrund ihrer kriminellen Energie Straftaten wohl auch nach der Befreiung verĂŒbt hĂ€tten.

Seit Jahren belegte Tatsache ist jedoch, dass genau diese Opfergruppe die erste nach dem „Anschluss“ war, die in das bereits 1938 errichtete KZ Mauthausen eingeliefert wurde, und das einzig aufgrund von kleineren Vergehen, die zuvor bereits bestraft wurden. Sie wurden prĂ€ventiv verhaftet und ins KZ deportiert. Vielfach getroffen hat es Personen aus den widerstĂ€ndigen Arbeiterbezirken aus Wien, Menschen, die unangepasst waren, die fĂŒrs gleichgeschaltete gehorsame Menschenbild der Nazis nicht „brauchbar“ waren: Sie waren sozial schlichtweg nicht gewĂŒnscht und sollten vernichtet werden. Der Wiener Soziologe Andreas Kranebitter, der uns im Zuge unserer Klagen gegen die Aula wissenschaftlich unterstĂŒtzt hatte, folgerte daher, es sei an der Zeit, die fortgesetzte NS-Stigmatisierung dieser womöglich letzten tabuisierten HĂ€ftlingsgruppen zu beenden.

Nun darf ich – wenn schon nicht als Nationalratsabgeordneter in Österreich – dann wenigstens als engagierter BĂŒrger und Historiker als Erstunterzeichner eine Petition an den Deutschen Bundestag unterstĂŒtzen: „Anerkennung von ‚Asozialen’ und ‚Berufsverbrechern’ als Opfer des Nationalsozialismus“. Ich wĂŒnsche dieser Petition viel Erfolg und hoffe, dass sie nach Österreich ausstrahlen wird. Meine Erwartung an diese Regierung, deren Juniorpartner – die FPÖ – von einem braunen Skandal in den nĂ€chsten stolpert, an einen Kanzler, der dazu bestenfalls wirkungslose PlattitĂŒden von sich gibt, geht gegen Null. Aber vielleicht schaffen wir es zumindest, im Bewusstsein auch hierzulande zu verankern, dass wir noch eine Bringschuld zu erledigen haben, nĂ€mlich posthum tatsĂ€chlich alle Opfer der NS-Zeit zu rehabilitieren und damit auch deren Nachfahren von einer historischen Last zu befreien.

Bitte unterzeichnen auch Sie diese Petition. Vielen Dank!

11. Februar 2018

„Aula“-Skandal vor dem EuropĂ€ischen Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte

2018-05-21T10:27:53+02:0011.02.18, 18:52 |Kategorien: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: , , , |

Das entwickelt sich langsam zu einer unendlichen Geschichte. Der skandalöse Artikel des freiheitlichen Magazins „Aula“ ĂŒber „Mauthausen-Befreite als Massenmörder“ hat ja zu einer zivilrechtlichen Klage und einer Verurteilung der Medieninhaber bzw. des Autors Fred Duswald gefĂŒhrt („Aula“ zum Widerruf und zur Übernahme der Verfahrenskosten gezwungen).

Ungeheuerlich ist allerdings das Urteil des OLG Graz im medienrechtlichen Verfahren, in dem aus FristgrĂŒnden ein zweiter Ă€hnlicher Artikel geklagt wurde. „Der Standard“ berichtet ausfĂŒhrlich ĂŒber diesen Skandal.

Dabei geht es um die Wiederholung und teilweise sogar VerschĂ€rfung der infamen LĂŒgen. Das OLG Graz meint nun, dabei handle es sich lediglich um eine wörtliche Wiedergabe der ursprĂŒnglichen Behauptungen und keinen „eigenen Bedeutungsgehalt“. Mit anderen Worten: Es sei nur eine „Berichterstattung“ ĂŒber die Einstellung des Ermittlungsverfahrens der StA Graz, die Wiederholung der Unterstellungen sei daher fĂŒr das VerstĂ€ndnis des Lesers sogar erforderlich. Der „Sinngehalt“ werde demnach nicht „aktualisiert“. Die vom OLG durchaus konstatierte „HĂ€me“ im Artikel sei „ausschließlich gegen das von Harald Walser als strafwĂŒrdig empfundene Verhalten der Aula bzw des Autors durch den Ursprungsartikel“ gerichtet.

Duswald und die Aula gehen also straffrei aus, weil sie ihre eigenen strafbaren Inhalte nur zitieren. Dass Duswald im Artikel versucht hat, die LĂŒge ĂŒber die Mauthausen-Befreiten mit erfundenen Fakten zu belegen, wird vom Gericht nicht gewĂŒrdigt. Das ist hanebĂŒchen. Das Grazer Berufungsgericht hat den inkriminierten Artikel offenbar nicht einmal vollstĂ€ndig gelesen; anders lĂ€sst sich diese skurrile Beurteilung des Bedeutungsinhalts kaum erklĂ€ren.

Wir GrĂŒne lassen das daher auch nicht so stehen. Wir haben von Beginn weg versprochen, alle uns möglichen juristischen Schritte zu unternehmen, um die diffamierten Mauthausen-Überlebenden zu rehabilitieren. Daher haben wir einen betroffenen ehemaligen Mauthausen-Ex-HĂ€ftling, Aba Lewit, dabei unterstĂŒtzt, Klage beim EuropĂ€ischen Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte einzubringen. Hier die Klagsschrift (EGMR-Beschwerde).

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr


Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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