3. Mai 2017

Bildungsreform: die GrĂŒnen Bedingungen!

2017-05-03T10:35:24+02:0003.05.17, 10:35 |Kategorien: Bildung, Nationalrat, Parteien|Tags: , , |

Um Klartext zu sprechen: Mir reicht’s! Die Betonierer aus der Lehrergewerkschaft können nicht ein ganzes Land in bildungspolitische Geiselhaft nehmen. Das ist ein fahrlĂ€ssiger Umgang mit der Zukunft unseres Landes und speziell der Zukunft unserer Kinder. Was daher auf keinen Fall passieren darf, ist ein Scheitern dieser Bildungsreform.

Aber dort, wo „Reform“ draufsteht, muss auch wirklich Reform drin sein. FĂŒr uns GrĂŒne ist eine Zustimmung daher an Verbesserungen des jetzigen Entwurfs gebunden. Das habe ich heute mehreren Medien gegenĂŒber klargemacht („GrĂŒne Bedingungen fĂŒr Reform“). Um nur drei zentrale Punkte zu nennen:

  • Die grĂ¶ĂŸte HĂŒrde ist eine Weichenstellung in Richtung einer Gemeinsamen Schule bis zum 14. Lebensjahr. Zumindest eine Modellregion muss möglich sein, um die 100-jĂ€hrige bildungspolitische Blockade zwischen Rot und Schwarz endlich zu beenden.
  • Die vorgesehene Bestellung kĂŒnftiger SchulleiterInnen wĂ€re ein Mehr und nicht ein Weniger an parteipolitischer Macht. Wir fordern daher eine wirkliche Ent-Parteipolitisierung durch eine Beteiligung aller Schulpartner und ein Mehr an Transparenz.
  • Auch die Finanzierung muss auf neue Beine gestellt werden. Wir brauchen mehr Geld fĂŒr die so genannten Brennpunktschulen. Jedes Kind ist uns gleich viel wert, aber nicht jedes Kind hat den gleichen Förderbedarf. DafĂŒr braucht es mehr Geld fĂŒr das Bildungssystem.

Wenn SPÖ und ÖVP wirklich an konstruktiven Verhandlungen interessiert sind, ist eine Einigung möglich. Das zeigen mir GesprĂ€che mit ReprĂ€sentanten der Regierungsparteien. Das Problem sind einerseits die HeckenschĂŒtzen im Hintergrund, andererseits die Angst insbesondere in der ÖVP vor der Macht des BetonflĂŒgels in der GÖD. Ich bin trotzdem optimistisch, dass wir ein respektables Paket schnĂŒren können.

Wir GrĂŒne wollen eine Reform, aber eine mit substantiellen VerĂ€nderungen und Verbesserungen, die auch im Klassenzimmer ankommen und unser Bildungssystem gerechter machen. Und die gibt’s nur mit uns GrĂŒnen. DafĂŒr werden wir uns jetzt mit aller Kraft einsetzen, versprochen!

28. April 2017

ÖVP-Wahlkampf an Schulen

2017-04-28T11:21:51+02:0028.04.17, 9:02 |Kategorien: Bildung, Nationalrat, Parteien|Tags: , , |

Seit Jahren kĂ€mpfe ich fĂŒr ein Pflichtfach Politische Bildung. Wie dieses ganz sicher nicht ausschauen darf, demonstriert die ÖVP derzeit in Vorarlberg.

Die SchĂŒlerunion (ÖVP) lĂ€dt den Außenminister (ÖVP) und den Vorarlberger Landeshauptmann (ÖVP) zu einer Diskussion und – jetzt beginnt das Problem – vom Vorarlberger Landesschulrat wird dafĂŒr per Erlass eine Schulfreistellung empfohlen. Da sehe ich schwarz – und zwar in jeder Hinsicht. Und nicht nur ich. Der Fall sorgt in Vorarlberg zurecht fĂŒr heftige Diskussionen: „Schulfrei fĂŒr Polit-Diskussion: Debatte geht weiter“

Politische Bildung an Schulen ist eine sensible Angelegenheit. Daher hat man sich in Deutschland schon sehr frĂŒh auf einige GrundsĂ€tze geeinigt und diese im sogenannten „Beutelsbacher Konsens“ zusammengefasst: Demnach ist es nicht erlaubt, SchĂŒlerInnen – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwĂŒnschter Meinungen zu ĂŒberrumpeln und damit an der „Gewinnung eines selbstĂ€ndigen Urteils“ zu hindern . Das Gebot der „KontroversitĂ€t“ wurde besonders betont: Demnach mĂŒssen Themen kontrovers dargestellt und diskutiert werden. Das ist bei einer Veranstaltung mit dem ÖVP-Landeshauptmann und dem wahrscheinlichem ÖVP-Spitzenkandidaten bei den Nationalratswahlen wohl eher nicht zu erwarten.

20. April 2017

Schulferien dem 21. Jahrhundert anpassen!

2017-04-20T18:29:47+02:0020.04.17, 18:23 |Kategorien: Bildung, Nationalrat|Tags: |

Richtig. FrĂŒher war alles anders. Es gab beispielsweise in der Schule je nach Region und landwirtschaftlichen Anbauschwerpunkten „Ernteferien“ im Sommer oder „Kartoffelferien“ im Herbst. Kinder waren eine unentbehrliche Hilfe. Unsere jetzigen Semesterferien hießen ĂŒbrigens ursprĂŒnglich Energieferien – es war die Zeit der Ölkrise. Die Ferienordnung muss endlich nach pĂ€dagogischen Gesichtspunkten gestaltet werden.

Dazu habe ich heute in einer Pressekonferenz gemeinsam mit den Elternvertreterinnen Jutta Reichenpfader und Katharina Mandl Stellung bezogen (GrĂŒne fĂŒr neue Ferienordnung).

Meine eigene Praxis als Schuldirektor hat es gezeigt: Die EinfĂŒhrung von fixen Herbstferien an meiner Schule und dann in ganz Vorarlberg brachte eine hohe Akzeptanz bei SchĂŒlerInnen und Eltern; LehrerInnen wurden weniger hĂ€ufig krank und Eltern mit Kindern in mehreren Schulen haben weniger Stress. Also weg mit den schulautonomen freien Tagen, stattdessen – wie bei uns in Vorarlberg seit etwa zehn Jahren – fixe Ferien am besten vom Staatsfeiertag bis Allerheiligen.

Die einzelnen Punkte unserer Forderungen kurz zusammengefasst:

  • Rhythmisierung der Arbeitsphasen (auf ca. 6-8 Wochen)
  • Herbstferien fix zwischen 26.10 und 1.11.
  • freie Dienstage nach Ostern und Pfingsten abschaffen
  • schulfreier Tag des Landespatrons abschaffen
  • schulautonome Tage abschaffen (Fenstertage im Mai und Juni fix frei geben)
  • Osterferien variabel VOR oder NACH den Feiertagen (je nach Ostertermin)
  • Ausbau des Betreuungsangebotes an Schulen (ganztĂ€gige Schulformen, Betreuung auch an unterrichtsfreien Tagen usw.)

Einen entsprechenden Antrag werde ich nÀchste Woche im Nationalrat einbringen.

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr


Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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