Bildungsrevolution in Vorarlberg!
Heute ist eine bildungspolitische Bombe geplatzt. Eine unabhĂ€ngige ExpertInnengruppe hat ihre Schlussfolgerungen aus der bislang umfassendsten Befragung von LehrerInnen, Eltern und SchĂŒlerInnen zur Gemeinsamen Schule prĂ€sentiert (Schule 10 bis 14 Kurzfassung mit Empfehlungen).
FĂŒr das Bundesland Vorarlberg wird mittelfristig landesweit die Einrichtung einer gemeinsamen Schule von der 5. bis zur 8. Schulstufe auf Basis von Individualisierung bzw. Personalisierung und innerer Differenzierung empfohlen. Unabdingbare Voraussetzung fĂŒr das Gelingen sind Lehrpersonen, die bereit sind, pĂ€dagogische Konzepte umzusetzen, die alle SchĂŒler/innen entsprechend ihren FĂ€higkeiten und Interessen gleichermaĂen fördern und auch fordern. Noch vor der Einrichtung einer gemeinsamen Schule sind folgende Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu schaffen:
âą Eine PĂ€dagogik der Individualisierung und inneren Differenzierung
âą Gemeinsame Ausbildung der Lehrpersonen
âą Mehr Schulautonomie
âą ZusĂ€tzliche Mittel und Personal fĂŒr Schulen mit besonderen Herausforderungen
âą Intensivierung der Elternzusammenarbeit
âą Neudefinition der Schulsprengel
âą Bedarfsgerechte Finanzierung der Schulen
Das zweijĂ€hrige, umfassende und breit angelegte Forschungsprojekt âSchule der 10- bis 14-JĂ€hrigenâ hat ein deutliches Ergebnis erbracht: Das zweigliedrige System passt nicht mehr zur SchulrealitĂ€t und soll daher Schritt fĂŒr Schritt in eine gemeinsame Schule ĂŒberfĂŒhrt werden. Damit kann im Endausbau die viel zu frĂŒhe Trennung der Kinder ĂŒberwunden und mehr Chancengerechtigkeit und LeistungsfĂ€higkeit erreicht werden. Das bedeutet eine Bildungsrevolution. Ăsterreich muss Vorarlberg werden! Wir GrĂŒne stehen im Nationalrat jedenfalls zur VerfĂŒgung, zumal es sich um eine VerfassungsĂ€nderung handelt und die Regierung zur Ermöglichung der Modellregion eine 2/3-Mehrheit braucht.
Die jungen Wilden in der ĂVP trauen sich was: Eher unbemerkt von der ParteifĂŒhrung schmuggeln sie in das neue Parteiprogramm eine Formulierung, die auf âdie EinfĂŒhrung der gemeinsamen Schule der 10- bis 14-JĂ€hrigenâ hinauslĂ€uft. Das war im Jahr 1975! Erst nach der Beschlussfassung gingen die Wogen parteiintern hoch, man einigte sich schlieĂlich auf das Totschweigen des Themas. Das schilderte vor einiger Zeit jemand, der es wissen muss, weil er dabei war: Bernd Schilcher.
Man wird sich ja noch was wĂŒnschen dĂŒrfen zu Weihnachten! Daher wĂŒnsche ich mir gemeinsam mit meinen beiden Mitarbeiterinnen Andrea Stangl und Esther Lurf: âDie Gemeinsame Schule – aber pronto husch, husch!â Wie wĂ€rÂŽs damit? Dann könnten alle (!) Kinder die besten Bedingungen vorfinden! Dann könnten Kinder mit besonderen FĂ€higkeiten individuell gefordert und gefördert werden! Dann könnten Kinder, die langsamer lernen, auch entsprechend Zeit bekommen! Und dann könnten Kinder mit Lernschwierigkeiten professionelle UnterstĂŒtzung bekommen! Mit einem falschen Elitedenken wĂ€re es vorbei, das wĂŒrde durch ein solidarisches Miteinander ersetzt werden! Nicht schlecht – oder?