6. Dezember 2010

Pisa: die Zeit der Sonntagsreden ist vorbei!

2010-12-06T18:27:00+01:0006.12.10, 18:27 |Kategorien: Bildung|

Nun ist es also soweit – der schiefe Turm von Pisa ist noch etwas schiefer. Zumindest wenn man ihn in Verbindung bringt mit dem österreichischen Bildungssystem. Leidtragende sind die Kinder in der Schule, die allein gelassenen Lehrer und die Eltern. Die Medien berichten soeben:

Österreich fällt beim PISA-Test 2009 in allen Kategorien stark zurück. Beim Lesen erreichten die heimischen SchülerInnen im Schnitt nur noch 470 Punkte (2006: 490). Das bedeutet einen Rückfall vom 16. auf den 39. Rang. In den Naturwissenschaften fällt Österreich mit 494 Punkten (2006: 511) von Rang zwölf auf Rang 30 zurück. In Mathematik reichte es zu 496 Punkten (2006: 505), was einen Rückfall von Platz 13 auf 24 bedeutet. 2009 wurden 65 Länder getestet, 2006 waren es 57.

Diese katastrophalen Ergebnisse bedeuten ein glattes Nicht Genügend für die Bildungspolitik von Rot, Schwarz und Blau in den letzten 20 Jahren. Das unverantwortliche Treiben der Herren Pröll, (E.) Pröll, Faymann und Co muss ein Ende haben, die Zeit der politischen Sonntagsreden ist vorbei! Österreich muss eine grundlegende Bildungsreform angehen. Jetzt braucht es einen Aufschrei aller ÖsterreicherInnen!

6. Dezember 2010

„Lehrerbildung neu“ – Niveau- und Lohndumping?

2010-12-06T09:18:00+01:0006.12.10, 9:18 |Kategorien: Bildung|

Wir nehmen einmal an, dass das Ministerium unter dem Begriff „Lehrerbildung neu“ auch die Ausbildung der Lehrerinnen meint.

Gut an den Plänen ist, dass die Ausbildung für LehrerInnen künftig an Unis und Pädagogischen Hochschulen auf Hochschulniveau erfolgen und gemeinsame Kernbereiche umfassen soll. Problematisch sehe ich, dass wie vor 100 Jahren Ober- und UnterlehrerInnen geschaffen werden sollen: Voraussetzung für den Berufseinstieg soll der Bachelor-Abschluss sein, bestimmte Funktionen und Aufgaben an der Schule verlangen dann einen Master. Wenn wir den Beruf aufwerten wollen, braucht es den Masterabschluss für alle!

Eines sollten Schmied und Karl zudem bedenken: Lehrkräfte spielen die entscheidende Rolle, wenn es um die Reform des Schulwesens geht. Als Direktor eines altehrwürdigen Gymnasiums weiß ich, wovon ich spreche: Ohne die Bereitschaft, Neues zu denken und zu wagen, wäre viele Reformschritte nicht möglich gewesen. Ohne begeisterte und reformoffene Lehrkräfte läuft absolut nichts im Bildungswesen. Da habe ich an meiner Schule zum Glück sehr viele engagierte KollegInnen gehabt.

LehrerInnen müssen gut ausgebildet sein. Die Anforderungen an den Beruf wachsen: Lehrkräfte sollen alle SchülerInnen altersgerecht fördern, fachlich gut unterrichten, Lernprozesse begleiten, sie sollen erziehen und betreuen, Schulen entwickeln und ihre Arbeit evaluieren. LehrerInnen müssen also Experten für Lernen und Lehren sein, die mit der Unterschiedlichkeit der SchülerInnen umgehen können.

Ohne ein attraktives neues Dienst- und Besoldungsrecht werden wir für diese komplexen Aufgaben nicht die Bestqualifizierten bekommen!

29. November 2010

„Gute Bildungspolitik ist gute Familienpolitik!“

2010-11-29T15:37:00+01:0029.11.10, 15:37 |Kategorien: Bildung|

Es ist eigentlich eine Binsenweisheit: gute Bildungspolitik ist gute Familienpolitik. Unser Bildungssystem bewirkt leider, dass soziale Ungerechtigkeit eher verstärk als abgebaut wird. Kinder aus unteren sozialen Schichten haben in kaum einem Land so wenig Bildungschancen wie in Österreich. Die Schule muss sich ändern – wir müssen die Elementarbildung, also den Kindergarten, stärker als Bildungseinrichtung betrachten, wir müssen wegkommen vom Reproduzieren und den Lehrkräften die Möglichkeit geben, mit ihren Kindern offene Lernformen zu erproben. Dazu muss sich die Ausbildung der Lehrkräfte genauso ändern wir die Infrastruktur: Das Mittagessen ist in diesen Bildungseinrichtungen ebenso selbstverständlich wie kostenlos. Dass es zudem die Gemeinsame Schule bis zumindest zum 14. Lebensjahr braucht, sollte sich auch langsam herumsprechen.

Einen bemerkenswerten Kommentar zum Thema Bildungspolitik als Familienpolitik haben drei AutorInnen (Sonja Dörfler, Norbert Neuwirth, Christiane Rille-Pfeiffer) vom Österreichische Institut für Familienforschung an der Universität Wien veröffentlicht: „< file name="Familienpolitik-und-Bildungspolitik_eine-notwendige-Allianz" >“.

Die Kernthesen: Die staatliche Unterstützung von jungen Menschen ist heute eher eine bildungspolitische als eine familienpolitische Herausforderungen, und die Diskussion um die Kürzung der Familienbeihilfe geht am eigentlichen Problem vorbei. Wir brauchen neue bildungspolitische Instrumente, die den unterschiedlichen Bildungswegen bzw. Lebensentwürfen von jungen Menschen Rechnung tragen.

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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