1. Mai 2010

„Sorgenkinder“ im Schulwesen?

2010-05-01T09:53:00+02:0001.05.10, 9:53 |Kategorien: Bildung|

Der Befund des „Monitoring-Ausschusses“ zur Einhaltung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung ist eindeutig: Das österreichische Bildungssystem ist menschenrechtswidrig und verletzt die Grundrechte behinderter Menschen. Unsere Forderung ist klar: ehestmögliche Abschaffung von Sonderschulen. Damit sind wir auf einer Linie mit den führenden Fachleuten: Experten fordern Abschaffung von Sonderschulen. Um das umzusetzen, braucht es einen Aktionsplan des Unterrichtsministeriums.

Auch in einem anderen Feld gibt es Nachholbedarf: In Tirol ist eine Elternselbsthilfe-Gruppe aktiv. Ihr Forderungsprogramm entspricht auch meinen Vorstellungen: < file name="Elternselbsthilfe" >. Es geht um Hilfe bei Legasthenie und Dyskalkulie. Auch hier ist seit langem klar, was zu tun wäre. PädagogInnen müssen schon während ihrer Ausbildung sensibilisiert und befähigt werden, Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwierigkeiten bei betroffenen Kindern zu erkennen und zusätzliche individuelle Förderung durch entsprechend ausgebildete SpezialistInnen in die Wege zu leiten. Wir brauchen für diese Kinder ein Recht auf entsprechende Förderstunden in der Schule und im Bedarfsfall auch außerschulisches, spezielles, individuelles pädagogisches Einzeltraining durch Legasthenie- bzw. Dyskalkulietrainer.

Eine verständnisvolle, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Förderung betroffener Kinder führt dazu, dass auch Sekundärsymptome wie Verhaltensauffälligkeiten seltener auftreten und somit auch LehrerInnen und MitschülerInnen davon profitieren.

Wir müssen umdenken: Kinder mit Behinderungen, Legasthenie oder Dyskalkulie sind keine „Sorgenkinder“ und keine jungen BürgerInnen 2. Klasse, das „Sorgenkind“ ist unser Schulwesen!

29. April 2010

Der Vatikan und die ÖVP im Reformeifer?

2010-04-29T11:23:00+02:0029.04.10, 11:23 |Kategorien: Bildung|

Die ÖVP braucht Nachhilfe in Sachen Bildungspolitik. Gut, dass sie es merkt. Also begibt sich ÖAAB-Obmann Spindelegger auf Forschungsreise nach Finnland und Schweden: „ÖVP nimmt Nachhilfe beim PISA-Sieger!“

Seien wir optimistisch: Der Vatikan schafft das Zölibat ab und die ÖVP führt die Gesamtschule ein. Immerhin sind in beiden Institutionen ja durchaus zarte Pflänzchen der Hoffnung am Wachsen.

Es ist gut, dass Spindelegger ein wenig über den politischen Tellerrand seines ÖAAB hinausschaut und das finnische System studiert. Finnland hat nur ein Drittel soviele RisikoschülerInnen wie Österreich, aber doppelt soviele hervorragende SchülerInnen in der Spitzengruppe. Die Sorge Spindeleggers um die angeblich zuwenig geförderten SpitzenschülerInnen ist daher unbegründet.

Eine Durchlüftung der verstaubten bildungspolitischen Stuben ist notwendig. Wir müssen daran gehen, die gemeinsame Schule aller 6- bis 14-Jährigen mit individueller Förderung umzusetzen, tendenziell sollte es zur Trennung zwischen LehrerInnen und PrüferInnen kommen und Schule muss in der Schule stattfinden und nicht zuhause oder in Nachhilfeinstituten.

Jedes Regierungsmitglied, das Finnland besucht, ist begeistert vom dortigen Modell: Wann folgen endlich bildungspolitische Taten?

22. April 2010

Schulreform: Es fehlen Gesamtkonzept und solide Planung!

2010-04-22T17:50:00+02:0022.04.10, 17:50 |Kategorien: Bildung|

Unterrichtsministerin Claudia Schmied will jetzt also in der AHS-Oberstufen ein Kurssystem einführen („Schmied will Kurssystem in Oberstufe“). Recht so. Aber ist das auch wirklich ernst gemeint? Immerhin eröffnet sie fast jede Woche eine andere Baustelle, von solider Planung aber ist wenig zu bemerken. Und das ist speziell bei einer zukunftsweisenden Schulreform unabdingbar.

Es ist zudem merkwürdig, dass das geforderte Kurssystem nicht auch dazu dienen soll, das pädagogisch kontraproduktive Sitzenbleiben endlich weitestgehend zu vermeiden. Vielmehr sollen offensichtlich wohl Leistungsgruppen in der AHS-Oberstufe eingeführt werden.

Der Ansatz wäre – wie bei vielen Aktivitäten der Ministerin – richtig: Die jetzige gymnasiale Oberstufe muss flexibel organisiert sein, damit sie den vielfältiger werdenden Anforderungen gerecht wird. Grundsätzlich sollte die modulare Oberstufe in der gesamten Sekundarstufe II eingeführt werden. Unterschiedliche Fach-Module können dabei frei kombiniert werden. Es hat den vorliegenden Informationen zufolge allerdings bei dieser Meldung wieder den Anschein, dass nicht die Kompetenzen der SchülerInnen im Mittelpunkt stehen, sondern die Selektion.

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr…

Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


Zur Seite des Parlaments…

Downloads