24. Oktober 2009

Die Schule braucht Visionen!

2009-10-24T18:34:00+02:0024.10.09, 18:34 |Kategorien: Bildung|

In den letzten Wochen hat sich in Sachen Bildung einiges getan bei uns Grünen. Im September wurde das vom Erweiterten Bundesvorstand beschlossene Bildungsprogramm in gedruckter Form vorgestellt. Jetzt gibt es sehr unterschiedliche Thesen zum Thema auf der Diskussionsplattform für den Zukunftskongress. Für Eva Glawischnig „ist das ein Experiment“, dessen Ausgang noch nicht absehbar ist. Welche Partei traut sich das, außer uns? Da ist viel Spannendes dabei.

Aber – weil ich schon etliche Anfragen bekommen habe – es handelt sich natürlich um Visionen einzelner Grüner Menschen und nicht um unser Parteiprogramm. Einiges schaut für mich überhaupt utopisch aus. Nur ein Beispiel: Dass SchülerInnen und LehrerInnen den Zeitpunkt ihrer Ferien individuell wählen können, wird sich wohl nicht verwirklichen lassen. Ein Thema könnte das allenfalls in der Sekundarstufe II sein, wenn die Schule auf unser Modulsystem umgestellt ist.

Fünf Wochen Ferien für LehrerInnen halte ich für viel zuwenig: Die Belastung von PädagogInnen ist schon jetzt gewaltig, eine Verschlechterung der Urlaubsregelung derzeit daher abzulehnen (was wir im Parlament übrigens bei einem BZÖ-Antrag auch gemacht haben). Eine andere Verteilung der Ferien hingegen wäre eine Diskussion wert. Dass die Schule für Betreuung auch am Samstag offen hat – der Unterricht für LehrerInnen und SchülerInnen soll am Freitagmittag enden – ist aus meiner Sicht eine Vision, die nicht umgesetzt werden sollte. Aber diskutieren darf man natürlich darüber.

Insgesamt ist es sehr positiv, wenn man ohne jeden Zwang diskutieren kann – was davon auch umsetzbar ist, steht natürlich auf einem anderen Papier.

23. Oktober 2009

Ein Hilfeschrei aus der Schule!

2009-10-23T07:35:00+02:0023.10.09, 7:35 |Kategorien: Bildung|

Es liegt vieles im Argen im österreichischen Schulsystem. Die jetzige Diskussion über mehr Sanktionsmöglichkeiten ist nur ein Symptom dafür, die wirklichen Ursachen liegen viel tiefer. Mehr Sanktionsmöglichkeiten werden die Probleme daher nicht lösen können. Wir brauchen grundlegende Reformen. Die „Presse“ hat mir die Möglichkeit eines Gastkommentars zu diesem Thema eingeräumt: „Ein Hilfeschrei aus der Schule!“

19. Oktober 2009

Ganztagsschule – endlich im 21. Jahrhundert ankommen!

2009-10-19T16:30:00+02:0019.10.09, 16:30 |Kategorien: Bildung|

Josef Pröll hat letzte Woche so getan, als sei seine ÖVP im 21. Jahrhundert angekommen und behauptet, er wolle die Ganztagsschule fördern. Ein PR-Erfolg war ihm sicher. Bei genauerem Hinsehen musste man feststellen, dass er die jetzige Halbtagsschule weiterführen will und nur Nachmittagsbetreuung meint. Was in Skandinavien, Kanada, den USA, Frankreich oder Großbritannien selbstverständlich ist, bleibt bei uns einer dünnen Schicht vorbehalten.

Ich habe heute deshalb mit ElternvertreterInnen unser Modell vorgestellt. Der Vorteil: Es wird an einigen Schulen schon praktiziert – etwa an der Wiener Ganztagsvolksschule Asperallee. Hier gibt es „verschränkten Unterricht“ – also die pädagogisch sinnvolle Abfolge von Lern-, Übungs- und Erholungsphasen. Das ermöglicht eine neue Lehr- und Lernkultur, die Förderung von Interessen des einzelnen Kindes, von Selbstständigkeit und Freude am Lernen. Und man lässt Kindern genügend Zeit zur Entwicklung.

Konservative SchulpolitikerInnen fordern eine Wahlfreiheit zwischen verschränktem Unterricht, Nachmittagsbetreuung und reinem Vormittagsunterricht am selben Standort. Wer Betreuung möchte, muss diese dann auch bezahlen. Die „Wahlfreiheit“ ist somit immer mit der Kostenübernahme durch die Eltern verbunden. Echte Wahlfreiheit besteht nicht.

Die für Kinder besonders gut geeignete Form des verschränkten Unterrichts bleibt bei der Realisierung dieses Vorschlags hauptsächlich jenen Kindern vorbehalten, deren Eltern sich diese Form des Unterrichts leisten können. Nicht umsonst bieten bereits heute viele Privatschulen den verschränkten Unterricht an. Er wird von den Eltern gefordert, weil er für die Kinder am besten geeignet ist. Wo eine Wahlmöglichkeit besteht, gibt es auch immer Selektion anhand sozialer Kriterien. Im öffentlichen Schulsystem, vor allem in der Pflichtschule, hat diese Selektion nichts verloren.

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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