29. September 2009

Kevin allein zu Haus!

2009-09-29T17:35:00+02:0029.09.09, 17:35 |Kategorien: Bildung|

„Nomen est omen“ – das wussten schon die alten Römer. Der Name ist also ein Zeichen? Eine Studie scheint das zu bestätigen, wenn auch in einem etwas anderen Sinn, als die lateinische Redensart ursprünglich eher scherzhaft meinte.

„Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“, wird da etwa eine Lehrerin zitiert. Soll heißen: LehrerInnen haben bei bestimmten Vornamen schon ein Bild des oder der SchülerIn – im positiven wie im negativen Sinn. Insgesamt berufen sich die Autoren einer entsprechenden Studie auf Interviews mit 2000 GrundschullehrerInnen in Deutschland. Gefragt wurde nach Assoziationen zu bestimmten Vornamen. Angeblich sollen 94 Prozent der GrundschullehrerInnen unreflektiert mit den eigenen Vorurteilen umgehen. Bei Kindern, die LehrerInnen für leistungsstark halten, übersehen sie viel häufiger Fehler in Diktaten als bei Kindern, die sie eher schwach einschätzen. Und bei Vornamen seien die Vorurteile schon zu Beginn feststellbar. Wer sein Kind Angelina, Chantal, Dennis oder Marvin nennt, verbaut ihm demnach unter Umständen eine erfolgreiche Schulkarriere. Na ja: Man soll bekanntlich nur jener Statistik trauen, die man selbst gefälscht hat (Copyright meines Wissens Winston Churchill).

Falls Sie gerade Nachwuchs bekommen: Hannah, Sophie, Katharina, Maximilian, Simon oder Lukas sind für eine erfolgreiche Schullaufbahn zu empfehlen!

26. September 2009

Rechtsanspruch auf gratis Förderunterricht

2009-09-26T08:24:00+02:0026.09.09, 8:24 |Kategorien: Bildung|

Ministerin Schmied kündigt an und kündigt an. Am Umsetzen hapert es aber gewaltig. Deshalb habe ich schon vor einer Woche im Zuge der Debatte über das Abschaffen des Sitzenbleibens einen konkreten Antrag eingebracht, der den betroffenen Familien schon jetzt und nicht erst am St. Nimmerleinstag hilft. Am 6. Oktober sollte das im Unterrichtsausschuss behandelt werden.

Abschaffen allein reicht nämlich nicht. Auch das Erreichen der geforderten Lernziele muss gewährleistet bleiben. Daher wollen wir schon im laufenden Schuljahr Maßnahmen für SchülerInnen, die die Klasse wiederholen müssen, umgesetzt wissen. Die Einführung des Rechtsanspruchs auf Förderunterricht – zwei Wochenstunden – bei einer negativen Note im Semesterzeugnis (Schulnachricht) wäre so eine Maßnahme.

40.000 SchülerInnen sind jährlich nicht aufstiegberechtigt. Sie oder ihre Eltern müssen sich aber meist selbst darum kümmern, wie sie künftig in dem Fach mitkommen – und belasten somit das Haushaltsbudget, das auf teure Nachhilfe draufgeht. Der volkswirtschaftliche Schaden, der wegen Sitzenbleibens und Schul-Abbrechens entsteht, beziffert die Arbeiterkammer auf 800 Millionen Euro. Unser Vorschlag ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Langfristig muss man das System verändern und beispielsweise das Modulsystem einfrühren – wodurch Sitzenbleiben obsolet wird.

11. September 2009

Grünes Bildungsprogramm präsentiert!

2009-09-11T08:09:00+02:0011.09.09, 8:09 |Kategorien: Bildung|

In Linz habe ich gestern gemeinsam mit Eva Glawischnig unser nun in gedruckter Form vorliegendes neues Bildungsprogramm präsentiert. Es steht unter dem Motto „Mut und Verstand . Verstand und Moral“.

Wir beziehen damit in der laufenden Debatte über eine Reform unseres Kindergarten- und Schulsystems Position. Nichts an diesem Programm ist unrealistisch: sondern es ist höchste Zeit, ein paar entscheidende Schritte zu tun, wenn Österreich in internationalen Vergleichen nicht weiter abfallen will. Dieses Zurückbleiben geht auf Kosten vieler Schülerinnen und Schüler, die vom gegenwärtigen Schulsystem für Defizite ihres Herkunftsmilieus bestraft werden, statt dass die Schule diese Defizite ausgleicht.

Das Programm hat zentrale Ziele:

• eine gemeinsame Schule aller Sechs- bis Vierzehnjährigen, damit auch eine massive zeitliche und institutionelle Flexibilisierung der Laufbahnentscheidungen;

• eine Abkehr von der derzeitigen Ressourcen-Pyramide, wo die weniger qualifizierten und schlechter bezahlten Kräfte „unten“ werken, die länger qualifizierten und besser bezahlten – und die Männer – „oben“;

• externe Evaluierungen von Schulen und Lehrkräften, gleichzeitig mehr Schulautonomie und Demokratisierung, damit Schulen selbst auf die unterschiedlichen Herausforderungen durch vielschichtige Schülerschaften reagieren können.

Weitgehender Verzicht auf die Notengebung in der Volksschule, zumal die Leistungsbeurteilung in der vierten Klasse nicht mehr, wie bisher, die Weichen für die weitere Schullaufbahn stellen würde.

Diese Ziele leiten sich aus drei Grundüberlegungen ab:

Bildung soll (junge) Menschen zum selbstständigen Gebrauch ihres Verstandes befähigen und ermutigen, und sie soll eine politische Moral der Demokratiebejahung, der Toleranz und der Zivilcourage vermitteln.

Bildung ist die zentrale Entwicklungsressource unserer Gesellschaft.

Wer verhindert, dass Menschen gleichen Zugang zu dieser Ressource haben, verschüttet Entwicklungsmöglichkeiten der Gesellschaft und bestraft gleichzeitig Menschen für soziale und kulturelle Defizite ihres Herkunftsmilieus.

Noch ein Ziel ist mit diesem Programm verbunden: dass es bei möglichst vielen Menschen im Gespräch bleibt oder immer wieder ins Gespräch kommt. Keine hehren Deklarationen also, sondern ein Diskursmotor. Es findet sich dann auch zum Download auf der Grünen Homepage.

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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